Sie sind gut erhalten und wachsen sogar noch 

Neue Studie: Moore im Burgwald hessenweit einzigartig

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Wie auf dieser moorigen Feuchtfläche im Burgwald mit Mosen und niedrigen Büschen soll es schon bald auf dem ehemalige Waldstück aussehen, das zugunsten der Erweiterung der Moorflächen abgeholzt wurde. 

Burgwald. Die Mittelgebirgsmoore im Burgwald sind einzigartig in Hessen, sie sind im Kern noch vielfach intakt und wachsen schneller als gedacht – sogar vier bis fünf Mal schneller als vergleichbare Flächen in Deutschland.

Das sind laut Forstamtsleiter Eberhard Leicht Ergebnisse einer neuen Studie – erfreuliche Ergebnisse, weil Moore einen großen Beitrag zu biologischer Vielfalt leisten.

Mit einer Großaktion fördert das Forstamt aktuell die Entwicklung von Moorflächen im Naturschutzgebiet Franzosenwiesen nahe Rosenthal. Auf einer Fläche von fünf Fußballfeldern (3,5 Hektar) wurde der Baumbewuchs zurückgenommen. Die Fichten und Kiefern entzogen dem Boden viel Feuchtigkeit. 

Sie wurden gefällt und mit einer Seilkrananlage an den Waldweg transportiert. Der hochempfindliche Moorboden sollte nicht durch das Befahren mit Forstmaschinen beeinträchtigt werden. Zudem wird das Forstamt auch alte Entwässerungsgräben schließen.

30 000 Euro stellt das Regierungspräsidium Gießen für das Projekt als Beitrag zur Umsetzung der Hessischen Biodiversitätsstrategie zur Verfügung. Das Forstamt, die Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz Marburg-Biedenkopf hatten die Förderung beantragt. 

Ihre Begründung: Moore und vernässte Standorte mit Torfmoos bieten nicht nur Lebensraum für seltene Pflanzen und Insekten, sondern leisten auch einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Moore nehmen den im Treibhausgas Kohlendioxid enthaltenen Kohlenstoff auf. Entwässert man hingegen Moorflächen, werden durch Zersetzung des Torfmooses große Mengen Kohlendioxid freigesetzt.

Forstamtsleiter Leicht rechnet mit schnellen Erfolgen der Aktion: „In zwei, drei Jahren werden wir hier wieder die ersten neuen moortypischen Pflanzen sehen.“ 

 Umweltschützer, allen voran die Aktionsgemeinschaft Rettet den Burgwald, setzen sich seit Jahrzehnten für den Erhalt und Entwicklung der Moore ein.

In vergangenen Jahrhunderten war  immer wieder versucht, den nassen Flächen Futter fürs Vieh abzutrotzen, indem Entwässerungsgräben angelegt wurden. Besonders bekannt sind die Versuche der Hugenotten aus Schwabendorf auf den nach ihnen benannten Franzosenwiesen. Im Bemühen, das Moor in Mähwiesen umzuwandeln, mussten sie bis zu vier Meter tiefe Gräben in das Gelände ziehen.

 Vollständig ist die Entwässerung nie gelungen und so haben die Nachfahren der Hugenotten die Wiesenpflege aufgegeben und ihre Flächen größtenteils aufgeforstet.

Wie groß sind die Moorflächen im Burgwald? Welche Arten von Mooren gibt es? Was wurde bisher schon zu deren Schutz getan? Antworten auf all diese Fragen in der gedruckten Freitagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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