Kompromisvorschlag

Ortsbeirat für Altenheime in Burgwald und Bottendorf

Setzen sich für den Bau einer Senioreneinrichtung in Bottendorf ein: (von links) Simone Höller, Erika Klem, Gertrud Kowalewski, Christiane Theiß und Sabine Müller haben in der Bäckerei Theiß in Bottendorf eine der Unterschriftenlisten ausgelegt. Archivfoto: Daum

Bottendorf. Mit der Forderung von 333 Bottendorfern, im größten Burgwalder Ortsteil ein Seniorenheim zu errichten, beschäftigte sich der Ortsbeirat.

Da gibt es einerseits ein geeignetes Grundstück und weit fortgeschrittene Pläne für den Bau eines Seniorenzentrums im Ortsteil Burgwald. Und da ist andererseits die kürzlich von einer Initiative aus Bottendorf geäußerte Forderung nach einer eigenen Senioreinrichtung im größten Ortsteil Bottendorf.

Auf diesen Widerspruch reagierte der Bottendorfer Ortsbeirat mit einem Kompromisvorschlag.

Einstimmig beschloss das Gremium, dass zunächst die Einrichtung in Burgwald gebaut werden soll. Danach soll sich die Gemeinde bei Organisationen und privaten Investoren dafür einsetzen, dass auch in Bottendorf ein Angebot für Senioren entsteht.

Sollte das Burgwalder Projekt, das seit mehr als fünf Jahren im Gespräch ist, nicht bald umgesetzt werden, soll das Seniorenzentrum in Bottendorf gebaut werden.

Mit diesem Beschluss war die Initiative um Erika Klem einverstanden. Sie hatte dem Ortsbeirat in der Sitzung eine Unterschriftenliste mit 333 Unterzeichnern überreicht, und ihre Forderungen noch einmal begründet.

In Bottendorf mit rund 2000 Einwohner gebe es bereits zirka 40 pflegebedürftige Senioren. Diese Menschen seien in Heimen in der Region untergebracht. Eine Einrichtung vor Ort würde Angehörige entlasten und den Betroffenen den Entschluss, ins Heim zu gehen, erleichtern. In Bottendorf gebe es, anders als in Burgwald, eine gute Infrastruktur mit Geschäften, Arzt und regem Vereinsleben, argumentierte sie.

Kritisiert wurde von der Initiative die Lage des geplanten Heims in Burgwald am Waldrand.

Gemeindevorstandsmitglied Manfred Glaßl von der Wählergemeinschaft Bottendorf (WGBo) erläuterte, dass Burgwald als Standort ausgesucht wurde, weil die Gemeinde dort ein geeignetes Grundstück anbieten könne, was in Bottendorf nicht der Fall gewesen sei. Die Initiative sieht mittlerweile auch in Bottendorf Möglichkeiten, zum Beispiel durch den Umbau eines landwirtschaftlichen Anwesens. Ortsvorsteher Stefan Schäfer räumte aber gegenüber der HNA ein, dass diese Grundstücke wesentlich kleiner seien als das in Burgwald.

Für eine Einrichtung in Bottendorf plädierte Ortsbeirat Karl-Heinz Müller (WGBo) ebenso wie Pfarrer Dr. Konrad Schullerus. Ortsbeirat Herbert Roth (SPD) hatte vor einem Schnellschuss gewarnt und dafür plädiert, erst abzuwarten, was aus dem Burgwalder Projekt wird. Er schloss sich dem Kompromissvorschlag dann aber auch an.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Heinz Klem, Ehemann von Initiatorin Erika Klem, sagte, dass die Planungen für die Burgwalder Einrichtung weit fortgeschritten seien, sodass eine Umplanung nicht mehr in Frage komme. Rein privat bevorzuge er aber eine Einrichtung in Bottendorf. Er wies aber auch darauf hin, dass es keine Kritik aus Bottendorf gab, als vor einigen Jahren die Pläne für das Burgwalder Projekt vorgestellt wurden. (mab)

Was Bürgermeister Lothar Koch zu den Forderungen sagt und welche Infos es zur Realisierung des Projektes in Burgwald gibt, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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