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Parlament Burgwald fordert, Planung für B-252-Umfahrung schneller voranzubringen 

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Von: Martina Biedenbach

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Geplante B-252-Umgehung: Visualisierung der Trasse in einer Luftaufnahme. Die Trasse (meist im Grünton umrandet) schließt im Süden an die von Münchhausen kommende Umgehung an und soll zwischen Ernsthausen (Bildmitte) und den Windrädern verlaufen. Dann schwenkt sie südlich von Wiesenfeld nach Osten, führt östlich an Wiesenfeld und Burgwald vorbei und trifft bei Frankenberg (im Hintergrund) auf die B 253. Bottendorf (rechts hinten) wird über den Gemeinde-Verbindungsweg angeschlossen.
Geplante B-252-Umgehung: Die Trasse (meist im Grünton umrandet) schließt im Süden an die von Münchhausen kommende Umgehung an und soll zwischen Ernsthausen (Bildmitte) und den Windrädern verlaufen. Dann schwenkt sie südlich von Wiesenfeld nach Osten, führt östlich an Wiesenfeld und Burgwald vorbei und trifft bei Frankenberg (im Hintergrund) auf die B 253. Bottendorf (rechts hinten) wird über den Gemeinde-Verbindungsweg angeschlossen. VISUALISIERUNG: WIEDERER-INGENIEURBÜro © Visualisierung: Wiederer-Ingenieurbüro

Das Parlament Burgwald fordert, die Planung für die B-252-Ortsumfahrung schneller voranzubringen. Es sieht „eine verkehrstechnische Katastrophe“ auf die Ortsteile Ernsthausen und Bottendorf zurollen.

Burgwald – Die Burgwalder Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am Donnerstagabend in einer Resolution die schnellere Planung der B-252-Umgehung in der Gemeinde Burgwald gefordert, und damit ihrem Unmut über die erneute Verzögerung von über einem Jahr deutlich gemacht. Die Parlamentarier sehen „eine verkehrstechnische Katastrophe“ auf die Ortsteile Ernsthausen und Bottendorf zurollen, wenn in naher Zukunft die B-252-Umfahrungen von Münchhausen im Süden und Dorfitter im Norden fertiggestellt sind.

Hessen-Mobil hatte im Juli die Gemeinde informiert, dass das Planfeststellungsverfahren für die Umgehung – statt wie geplant im Frühjahr 2022 – frühestens im dritten Quartal 2023 beantragt werden könne (wir berichteten). Wie daraufhin in der Gemeindevertretersitzung im Juli vereinbart, haben die Fraktionen in mehreren Treffen einen Resolutionstext (Artikel unten) entworfen.

„Wenn andere B-252-Ortsumfahrung fertig sind, wird Burgwald zum Nadelöhr“

Während 2024 die Ortsumgehung von Münchhausen fertig sein werde, gehe Hessen-Mobil gerade mal davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren in der Gemeinde Burgwald dann beantragt werden könne, heißt es in der Stellungnahme, die Axel Schröder (SPD) vorstellte. Das bedeute: „In erster Linie wird der Ortsteil Ernsthausen zu einem Nadelöhr für den aus Richtung Marburg kommenden Verkehr. Nach Ernsthausen teilen sich Verkehrsströme auf die Kreisstraße 117 über Wiesenfeld beziehungsweise die Fortführung der B  252 im Bereich Schafterbach über Bottendorf auf. In umgekehrter Richtung – also von Korbach kommend – wird es ähnlich sein.“

Die Parlamentarier befürchten noch weitere Verzögerungen: Die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg habe auf Anfrage in Wiesbaden erfahren, dass die landschaftspflegerische Begleitplanung aufgrund der langen Planungszeit angepasst werden müsse. Zudem könne momentan nicht ausgeschlossen werde, dass weitere umweltfachliche Untersuchungen, Verkehrsuntersuchungen sowie die daraus resultierenden Lärm- und Schadstoffberechnungen ebenfalls aktualisiert werden müssen.

B-252-Ortsumgehung in Burgwald: Hessen-Mobil hat Hausaufgaben nicht gemacht“

In ihrer Stellungnahme werfen die Gemeindevertreter Hessen-Mobil ineffizientes Arbeiten vor und „über Jahre hinweg die Hausaufgaben nicht richtig gemacht“ zu haben, wie sich zum Beispiel bei der Planänderung gezeigt habe, die aus Wasserschutzgründen nötig geworden war und für Verzögerungen gesorgt hatte.

Die Gemeindevertretung habe den Eindruck, dass das bisher seitens der Gemeinde aufgebrachte Verständnis für die „permanenten Verschiebungen“, dazu geführt habe, „den Behörden und Planungsbüros einen zeitlichen Spielraum zu verschaffen, dass möglichst kein Zeitdruck entsteht.“

Die Verabschiedung der Resolution erfolgte mit großer Mehrheit. Allerdings gab es auch vier Gegenstimmen. Die beiden Vertreter der Bürgerliste Burgwald (BLB) und zwei von fünf Vertretern der Bürgerliste Ernsthausen – Mathias Briel und Jan Heiner – stimmten gegen die Resolution. Die beiden BLE-Vertreter begründeten ihre Ablehnung nicht.

B-252-Ortsumgehung: Bürgerliste Burgwald lehnt Trasse ab

Die Bürgerliste Burgwald (BLB) ist laut Sprecher Mario Baumann zwar auch für eine schnelle Lösung für die B-252-Anlieger, lehnt aber die Trasse ab. Auf Nachfrage ergänzte er, dass die BLB für den Erhalt der Schafterbachstrecke sei. Wie berichtet, soll die B 252 zwischen Ernsthausen und Bottendorf zurückgebaut werden, weil die Umfahrung westlich an Ernsthausen, östlich an Wiesenfeld, Burgwald und Burgwaldkaserne vorbeiführen und bei Frankenberg auf die B 253 münden soll.

„Die Bürger im Ortsteil Burgwald sind gegen die Trasse. Wir hören den Verkehr der B 253 bei Röddenau und befürchten weiteren Lärm – auch wenn die B-252-Umgehung weiter östlich verlaufen soll“, sagt er. Außerdem gefalle es vielen nicht, dass sie für die geplante Auffahrt auf die B 252neu erst in Richtung Süden fahren müssten.

Resolution für B-252: Das fordert das Parlament Burgwald

Das fordert die Burgwalder Gemeindevertretung in ihrer Resolution, die am Donnerstag mit großer Mehrheit verabschiedet wurde:

Die Planungen für einen zeitnahen Baubeginn der B-252-Ortsumfahrung Burgwald/Ernsthausen sollen mit Nachdruck vorangetrieben werden. Es sollen alle Maßnahmen ergriffen werden, dass das Nadelöhr in Ernsthausen und Bottendorf und die damit verbundene Belastung der an der Ortsdurchfahrt lebenden Menschen so schnell wie möglich beseitigt wird.

Bis zur Fertigstellung der Ortsumfahrung sollen alle möglichen Maßnahmen ergriffen werden, die zu einer Entlastung der von durchfahrendem Schwerverkehr belasteten Menschen in der Gemeinde beitragen.

Zudem soll die Gemeindevertretung in regelmäßigen Abständen über die einzelnen von Hessen-Mobil eingeleiteten Schritte, die den Fortgang und die zügige Bearbeitung des Projekts bestätigen und nachweisen, informiert werden.

Hessen-Mobil soll eine schriftliche Bestätigung vorgelegen, dass die Trassenführung gemäß der vorgestellten Planung und dem darauf aufbauenden Beschluss der Burgwalder Gemeindevertretung vom 4. Februar 2021 im geplanten Korridor weiterhin haltbar ist – trotz der von Hessen-Mobil im Juli 2022 ausgeführten kritischen Sicht der naturschutzrechtlichen Eingriffe und des besonderen Fokus auf die Rechtssicherheit.

Dieser letzte Passus wurde kurz vor der Gemeindevertretersitzung von der Bürgerliste Ernsthausen (BLE) formuliert und von der Gemeindevertretung in die Resolution aufgenommen. Die BLE befürchtet laut Fraktionsvorsitzendem Armin Schneider nämlich, dass weitere Planänderungen und Verschiebungen erfolgen könnten. Aktuelle Entwicklungen wie die Energiekrise, Verhaltensänderungen im Umgang mit Trinkwasser, Einsparen von Ressourcen beispielsweise im Bereich Acker- und Grünland und Erhalt der Wälder könnten „uns als neue Gründe für eine Trassenänderung verkauft werden“ und neue Verzögerungen zum Ziel haben, sagt er.

Mit dem Passus solle „Verbindlichkeit und Transparenz von Hessen-Mobil“ eingefordert werden. „Das Schlimmste, was uns passieren kann ist, dass wir weiterhin mit allgemeinen Absichtserklärungen abgespeist werden“, sagte BLE-Sprecher Schneider. (Martina Biedenbach)

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