Umbau bis Anfang 2020 geplant

Radfahrer in Burgwald beschweren sich über zu wenige Stellplätze: NVV baut Züge um

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Ärger um wenige Stellplätze: Regelmäßig gibt es Probleme, weil nicht alle Radfahrer einen Stellplatz in Zügen der Kurhessenbahn bekommen. Unser Bild zeigt Roland Schmidt neben einem Zug der Baureihe 642 am Frankenberger Bahnhof.

Burgwald. In Zügen der Kurhessenbahn gibt es ein Problem: Häufig gibt es zu wenige Stellplätze für Fahrräder. Das sorgt regelmäßig für Ärger, wenn wieder einmal nicht alle Radfahrer im Zug mitfahren können.

Seit fünf Jahren leitet Roland Schmidt geführte Fahrradtouren für die Volkshochschulen Marburg und Kreis Marburg-Biedenkopf. Jedes zweite Wochenende ist er mit Gruppen von je zehn bis 20 Teilnehmern in der Region rund um die Flüsse Lahn, Ohm und Eder unterwegs. Um die weiten Strecken zu bewältigen, sind die Radfahrer auch auf Schienenverkehr angewiesen.

Schmidt kann die Beschwerden der Radfahrer nachvollziehen: „Vor allem sonntags, wenn viele Touristen unterwegs sind, gibt es oft nicht genug Fahrradstellplätze.“ So habe er selbst am vergangenen Sonntag getrennt von seiner Gruppe in einem späteren Zug mitfahren müssen. Das sei kein Einzelfall, er habe ähnliche Situationen schon häufiger erlebt.

Das Problem ist nicht neu. Schon seit einigen Monaten spreche er das Thema bei der Kurhessenbahn an, sagt Schmidt. Diese ist Auftragnehmer des NVV und muss Auflagen wie Barrierefreiheit erfüllen. Die neuen Züge der Baureihe 642 sind barrierefrei, verfügen aber häufig nur über acht Fahrradstellplätze pro Fahrzeug. In Zügen der Baureihen 628 und 646 gibt es mehr Stellplätze. Auch sie sind noch in Betrieb, sollen aber nach und nach durch Züge der modernen Züge aus Baureihe 642 ersetzt werden.

Die älteren Fahrzeuge würden häufig unter der Woche eingesetzt, während die neueren Wagen mit weniger Stellplätzen oft sonntags unterwegs seien, kritisiert Roland Schmidt. Dabei seien vor allem am Sonntag die meisten Radtouristen unterwegs und wären auf die Plätze angewiesen.

Eine Lösung ist dennoch in Sicht. Der NVV habe mit der Kurhessenbahn vereinbart, die Fahrzeuge der Reihe 642 umzubauen, sodass zukünftig 18 Fahrradstellplätze pro Zug verfügbar seien, sagt Armin Noll vom NVV. Damit wollen NVV und Kurhessenbahn deutlich über die ursprünglich acht Stellplätze pro Fahrzeug hinausgehen.

Die ersten Züge dieser Baureihe seien bereits im Einsatz. „Die weitere Auslieferung der umgebauten Fahrzeuge erfolgt nach und nach und wird bis Anfang 2020 abgeschlossen sein“, so Noll. Darüber hinaus bestehe die Möglichkeit, an Wochenenden mit erwartbar hohem Aufkommen an Fahrradtourismus zwei Triebwagen in einer Doppeleinheit bereitzustellen. Damit könnten auf ausgewählten Strecken nach dem Umbau bis zu 36 Stellplätze pro Zug angeboten werden, so Noll.

Roland Schmidt hofft auf eine schnelle Besserung der Situation im Sinne aller Radfahrer: „Es sind viele Gruppen mit Fahrrädern unterwegs, der Ärger um die wenigen Stellplätze schadet letztendlich dem gesamten Tourismus.“

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