„Ganz schön viel Entwicklung“

Region Burgwald/Ederbergland hat in 25 Jahren 320 Projekte mit 7,5 Millionen Euro gefördert

Gemeinsam für die Zukunft der Region: Diese 15 Kommunen gehören der Region Burgwald/Ederbergland an. Grafik: Region Burgwald Ederbergland
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Gemeinsam für die Zukunft der Region: Diese 15 Kommunen gehören der Region Burgwald/Ederbergland an.

Ihr Ziel ist die Entwicklung des ländlichen Raums. Dafür hat die Region Burgwald/Erderbergland in den vergangenen 25 Jahren zahlreiche Projekte mit Zuschüssen der EU umgesetzt.

Burgwald/Ederbergland – Die Region Burgwald/Ederbergland feiert ihr 25-jähriges Bestehen – wegen Corona mit etwas Verspätung. Mit Unterstützung des EU-Programms Leader zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raumes wurden seit 1995 rund 320 Projekte mit 7,5 Millionen Euro Fördermittel umgesetzt. „Das zeugt von viel Entwicklung“, sagt Adam Daume.

Der ehemalige Burgwalder Bürgermeister war von 1995 bis 2008 Vorsitzender der Entwicklungsgruppe und ein wesentlicher Motor der Regionalentwicklung. Mit Adam Daume blicken wir auf die Regionalentwicklung zurück. Die Region hat dazu auch einen Flyer zusammengestellt.

Der Beginn

Die EU hatte Anfang der 1990er-Jahre ihr Leader-Programm zur Entwicklung benachteiligter ländlicher Regionen aufgelegt, das dann zum Einsatz kommen sollte, wenn die Mitgliedsländer der EU den gleichen Anteil an Fördermitteln bereitstellen. Die Gebietskulisse Burgwald, genau wie der Bereich Kellerwald, waren ausersehen, in dieses Förderprogramm aufgenommen zu werden. Das damalige Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft in Marburg beauftragte ab 1992 Dr. Renate Buchenauer und Dr. Theo Kinstle, beide beruflich in der Regional- und Dorfentwicklung tätig, im Bereich der Region Burgwald bei den Kommunen für den Beitritt zu einer Entwicklungsgruppe Region Burgwald e.V. zu werben. Diese wurde am 7. Oktober 1994 im Dorfgemeinschaftshaus Burgwald gegründet. Mit dabei waren Burgwald, Gemünden, Rosenthal, Münchhausen, Wetter, Lahntal, Wohratal, Cölbe, Kirchhain und Rauschenberg. Adam Daume wurde zum Vorsitzenden gewählt.

Adam Daume Ehemaliger Vorsitzender der Region Burgwald.

Daume hatte nach eigenen Angaben erkannt, „dass sich mit Hilfe des Förderprogrammes eine Entwicklung initiieren lässt, die zuallererst den Menschen in der Region und auch den Kommunen in ihrer Arbeit nutzen kann. Insbesondere deshalb, weil im Förderprogramm festgelegt war, dass die Entwicklungsmaßnahmen aus der Region vorgeschlagen und nicht von oben übergestülpt werden.“

Die Anfangsphase

Es wurde ein Vorstand mit einem Landkreisvertreter, drei Bürgermeistern und je einem Vertreter aus den Bereichen Tourismus, Forst, Gastronomie, Gewerbe/Handwerk, Kultur/Soziales, Landwirtschaft und Naturschutz gewählt. Zudem wurden Arbeitsgruppen zu verschiedenen Bereichen gegründet und so eine Arbeitsorganisation geschaffen, die die Anträge zu vorgeschlagenen Projekten kurzfristig zur Entscheidung bringen konnten. Im November 1995 wurde Stefan Schulte als Geschäftsführer eingestellt. Er arbeitete viele Jahre mit viel Herzblut und kreativen Ideen für die Region. Es wurde eine Geschäftsstelle im DGH Bottendorf eingerichtet, die später ins Rathaus Wetter umzog.

Im Juli 1999 fand in Gemünden eine regionale Zukunftskonferenz mit 170 Menschen aus der Region statt, die 68 Maßnahmen zur Umsetzung beschlossen. Es war der Höhepunkt des zweijährigen Agenda-21-Prozesses, in dem die Menschen vor Ort Ideen entwickelt hatten. „Die Konferenz fand bundesweite Beachtung und war ein wichtiger Beitrag für das Zusammenwachsen der Region“, bilanziert Daume.

Die Erweiterung

Im Jahr 2008 kamen Frankenberg und das Obere Edertal hinzu und die Region Burgwald/Ederbergland entstand. Damals übernahm zunächst Kai-Uwe Spanka, Bürgermeister von Wetter, den Vorsitz, den heute Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß inne hat.

Die Projekte

Schon im Juli 1995 hat die Region auf Anregung des TSV Bottendorf mit dem damaligen Vorsitzenden Heinz Klem die 1. Burgwaldmesse organisiert. Sie war so erfolgreich, dass sie bis 2011 alle zwei Jahre an verschiedenen Orten stattfand. Durch die Region kamen wesentliche Impulse für die Tourismusförderung, insbesondere durch das „Wandermärchen Burgwald“, die Ausweisung zertifizierter und preisgekrönter Wanderwege sowie des 1800 Kilometer langen Hugenottenwanderwegs, der den Weg der Glaubensflüchtlinge von Südfrankreich bis Karlshafen nachzeichnet. Mit Förderung aus Leadermitteln wurden in der Region 200 neue Arbeitsplätze geschaffen, Handwerksbetriebe unterstützt, die Entwicklung des Kaminofens „Xeoos Aqua“ in Reddighausen, das Rapsölprojekt Haubern und der Holzverbund Burgwald gefördert. Klimaschutz ist ein weiteres Tätigkeitsfeld – ob die Förderung des Baus von elektrobetriebenen Twikes in Rosenthal oder der Bioenergiedörfer, die gemeinsam regenerative Energien nutzen. Das Projekt „hin und weg“ beschäftigt sich mit Alltagsmobilität, das Projekt „Klimabonus“ belohnt klimafreundliches Handeln. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von lebenswerten Ortskernen – zum Beispiel durch das Schaffen von Museen und Treffpunkten wie dem Dorfplatz in Haine oder dem Kultur- und Erlebnispfad in Gemünden. In Sachen Kulturförderung ist insbesondere der Verein Kulturherbst Burgwald tätig.

Die Zukunft

„Nach 25 Jahren ist nicht Schluss, sondern wir stehen gerade in den Startlöchern für eine neue Förderperiode“, sagt die derzeitige Regionalmanagerin Lena Bischoff-Stein und ruft die Menschen in der Region auf, „sich ab Herbst einzubringen, wenn die Region eine neue Entwicklungsstrategie erarbeiten wird“. Foto: Hörl/nh Von Martina Biedenbach

region-burgwald-ederbergland.de

Sternwanderung nach Ernsthausen

Zur Feier „25 Jahre Leader-Region Burgwald-Ederbergland“ starten am Sonntag, 19. September, um 10 Uhr geführte Sternwanderungen ab Birkenbringhausen, Simtshausen und Roda nach Ernsthausen (ab Battenberg gibt es keine Tour). Die Wanderer und Jubiläumsgäste treffen sich um 12 Uhr am Festplatz Ernsthausen zu Mittagessen und Unterhaltungsprogramm. Im offiziellen Teil ab 14 Uhr gibt es einen Rückblick durch Burgwalds Bürgermeister a.D. Adam Daume und einen Ausblick durch Regionalmanagerin Lena Bischoff-Stein. Coronabedingt sei die Veranstaltung geladenen Gästen vorbehalten, bedauert Bischoff-Stein. 

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