Viele lassen ihr Obst pressen

Wegen großer Nachfrage: Mobile Obstverarbeitung Burgwald erweitert ihr Angebot

Saftpresse auf dem Anhänger: Wilfried und Marika Tripp (rechts) haben bei der Firma Kahl & Schlichterle eine zweite, vollautomatische mobile Saftpressanlage gekauft. Bei der Übergabe durch Geschäftsführer Bernd Schlichterle war auch Bugwalds Bürgermeister Lothar Koch (links) dabei.
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Saftpresse auf dem Anhänger: Wilfried und Marika Tripp (rechts) haben bei der Firma Kahl & Schlichterle eine zweite, vollautomatische mobile Saftpressanlage gekauft. Bei der Übergabe durch Geschäftsführer Bernd Schlichterle war auch Bugwalds Bürgermeister Lothar Koch (links) dabei.

Immer mehr Menschen schätzen Obstsaft von Früchten aus heimischem Anbau. Bei der mobilen Obstverarbeitung Burgwald ist derzeit die Hölle los, so groß ist die Nachfrage.

Ernsthausen – Saft aus eigenem Obst pressen zu lassen, das ist im Trend. Die Nachfrage von Privatpersonen ist sogar so groß, dass die mobile Obstverarbeitung Burgwald in Ersthausen aufgerüstet hat. Die Betreiber Wilfried und Marika Tripp haben eine zweite mobile Saftpresse hinzugekauft – für einen fast sechsstelligen Eurobetrag.

Seit 2017 betreiben sie bereits eine vollautomatische mobile Saftpresse. Sie steht auf einem Lkw-Anhänger in ihrem Hof in der Bergstraße in Ernsthausen. „Bei uns ist die Hölle los. Wir haben so viele Kunden, dass wir gar nicht dazu kommen, mit der Presse an andere Orte zu fahren“, erläutert Wilfried Tripp. Aber auch dort sei der Bedarf groß, zum Beispiel bei Apfeltagen, Herbstfesten oder anderen Veranstaltungen in der Region.

Da kam es Tripp gerade recht, dass in Amönau eine gebrauchte Presse verkauft wurde. Diese hat er von der Ernsthäuser Firma Kahl & Schlichterle zu einer vollautomatischen Anlage ausbauen lassen, die alles erledigt: das Obst wäscht, zerkleinert, presst, in einem Tank zwischenlagert, auf 80 Grad erhitzt, pasteurisiert und dann in die üblichen Fünf-Liter-Plastikbeutel abfüllt, die in Pappboxen eingebettet sind. Bis zu vier Tonnen Obst in der Stunden kann die Maschine bewältigen.

Sie steht auf einem speziell dafür ausgelegten Anhänger. Gezogen wird sie durch einen Traktor. In nur vier Wochen habe die Firma Kahl & Schlichterle die Anlage gebaut, schildert Geschäftsführer Bernd Schlichtere. An einem Samstag war sie fertig, am folgenden Sonntag war sie gleich bei einem Apfelpresstag voll im Einsatz.

Die Tripps freuen sich, dass sie mit der Firma Kahl & Schlichterle einen Spezialisten vor Ort haben. Das Unternehmen ist im Bereich Metallbau und Getränkemaschinen tätig. Gründer Peter Schlichterle hatte 1959 mit einer eigenen Kelterei seine Karriere als erfolgreicher Unternehmer begonnen und ermutigte vor drei Jahren Wilfried Tripp zum Betreiben der ersten mobilen Presse.

Der gelernte Metzger Tripp, der hauptberuflich als Gabelstaplerfahrer bei der Firma Viessmann arbeitet, war früher selbst in der Ernsthäuser Mosterei Mayer & Schlichterle tätig, die 2011 ihren Betrieb einstellte.

Seitdem fehlte es an Möglichkeiten, Saft pressen zu lassen, sagt Tripp – auch für das Obst seiner eigenen Streuobstwiese sucht er nach einer Möglichkeit: „Es ist schade, wenn das Obst verfault.“ So kaufte er zunächst eine kleinere Presse. Schon im ersten Herbst stellt sich angesichts des riesigen Andrangs heraus, dass diese nicht ausreicht.

Nun haben er, seine Ehefrau Marika und Sohn Marcel zur Obsterntezeit alle Hände voll zu tun, um die beiden Maschinen zu bedienen. Den Hauptanteil machen Äpfel aus, gefolgt von Birnen. Aber auch Quitten und Weintrauben und im Frühjahr sogar Rhabarber pressen die Tripps.

Wilfried Tripp freut sich, das sein Arbeitgeber, die Firma Viessmann, seine Saftpressaktionen unterstützt, indem sie dem Mitarbeiter ermöglicht, den Urlaub nach der Obsterntezeit auszurichten und auch zusätzlich zwei Wochen unbezahlten Urlaub nehmen zu können. Von Martina Biedenbach

„Apfelernte durchschnittlich gut“

Ermutigt zur Anschaffung der zweiten Pressanlage haben Wilfried Tripp seine Beobachtungen im Frühjahr „Da fahre ich durch die Region und beobachte, wie sich die Blüte entwickelt und ob er Fröste gibt“, verrät er.

Die Apfel-Ernte sei in diesem Jahr durchschnittlich gut. Je nach Landstrich mal etwas besser oder schlechter.

Über die Erweiterung der Obst-Press-Kapazitäten freute sich auch Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch. Auch er beobachtet eine steigende Nachfrage nach regionalem Obst. „Das sehen wir zum Beispiel beim Versteigern der Obstbäume in der Gemeinde. Das sind alle Bäume schnell weg“, sagt er. Auch der Bürgermeister selbst hat drei Bäume ersteigert und Saft pressen lassen: Alleine aus einem Baum habe ich 31 Fünf-Liter-Päckchen bekommen“, sagt er. mab

Info: Kunden können derzeit täglich - außer sonntags – von 8 bis 19 Uhr ohne Anmeldung zum Saftpressen in den Hof in die Bergstraße 9 in Ernsthausen kommen, Tel. 01 76/43 52 30 93, mobile-obstverarbeitung.de.

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