Säuregehalt senken

Schutz für Boden im Gemeindewald Burgwald: Hubschrauber verteilte Kalk

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Nimmt eine Kalkprobe von etwa zwei Kilogramm mit: Axel Viering, Funktionsbeamter für Forsttechnik. Im Landeslabor in Kassel werden die Bestandteile der Probe untersucht.

Burgwald. Ein Hubschrauber fliegt über den Gemeindewald Burgwald. Hinter ihm: Eine dunklere Wolke und Kalk, der anschließend aus einem Kübel auf Bäume und Boden herunterrieselt. Was war da los?

Nachdem der Pilot eine Runde geflogen ist, lädt ein Radlader erneut Kalk in den Kübel. Der Hubschrauber kann wieder starten.

Grund war am Freitag eine Bodenschutzkalkung. Kalk soll dabei helfen, dass der Säuregehalt der Waldböden gesenkt wird. Denn: Durch den Eintrag von Schadstoffen aus der Luft steigt dieser Gehalt. „Alles, was durch Abgase in der Luft landet, ist schlecht für den Wald“, sagt Arno Süssmann, stellvertretender Leiter des Forstamts Burgwald. Das Wurzelsystem der Bäume könne geschädigt werden. Genau das soll eine Bodenschutzkalkung verhindern.

Wird über dem Gemeindewald Burgwald verteilt: Kalk, der den Waldboden schützen soll. 

Drei Tonnen pro Hektar werden im Gemeindewald Burgwald durch den Hubschrauber verteilt. Gefäße, die aufgestellt wurden, zeigen an, ob auch wirklich die benötigte Menge auf dem Waldboden angekommen ist.

Doch woher wissen die Piloten eigentlich, welche Flächen sie abfliegen dürfen? „Im Hubschrauber befindet sich eine Art Navigationssystem. Es zeigt nur Flächen an, die beflogen werden müssen“, sagt Süssmann. Dabei werden bestimmte Flächen auch ausgespart. Kalk wird beispielsweise nicht auf wertvolle Ökosysteme wie Moore ausgebracht. Holzlager, Parkplätze und Windräder werden ebenso ausgespart. Auch zu Baugebieten hält der Pilot den nötigen Abstand. „Der Kalk soll nicht auf Autos oder Wäsche gelangen“, berichtet der stellvertretende Forstamtsleiter. Für Menschen und Tiere sei eine Bodenschutzkalkung nicht gefährlich.

Dennoch sollten sich Waldbesucher während des Einsatzes nicht vor Ort aufhalten. „In dem Kalk können sich immer mal Äste oder kleine Steine befinden“, sagt Axel Viering, Funktionsbeamter für Forsttechnik beim Forstamt Burgwald. Daher sollten Besucher die Absperrungen und Warnschilder unbedingt beachten. Die Kalkungen werden im Bereich der Revierförstereien Ernsthausen, Gemünden, Rosenthal, Münchhausen und Rauschenberg durchgeführt. Kostenpunkt: etwa 427 000 Euro. Dabei werden die Kommunal- und Privatwälder zu 90 Prozent aus dem Programm „Forstliche Förderung“ bezuschusst.

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