Umwelt-Ministerin soll Wasserleitungs-Bau stoppen

Burgwald. Umweltschützer kritisieren Genehmigung für Leitung von Lich nach Gießen, die Wasserlieferung vom Burgwald nach Frankfurt ermöglicht.

Der Streit um mögliche Wasserlieferungen aus dem Burgwald nach Südhessen geht weiter. Die Baugenehmigung für die neue Fernwasserleitung zwischen Lich und Gießen, die diese Lieferung möglich macht, „hätte vom Regierungspräsidium Gießen so niemals erteilt werden dürfen“, kritisiert die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SVG).

„Die Genehmigung ist gesetzeswidrig, wurde mit einer falschen Begründung erlangt und widerspricht der umweltschonenden Grundwassergewinnung“. So fassen die Umweltschützer ihre Kritik zusammen.

In einem „Brandbrief“ fordern sie die Hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf, die Genehmigung auszusetzen und einen sofortigen Baustopp anzuordnen. Schon bei der Antragstellung sei klar gewesen, dass die Leitung, die angeblich für das Absichern der Wasserversorgung Rhein-Main dringend benötigt werde, lediglich dem kommerziellen Vermarkten von mittelhessischem Grundwasser und niedrigen Wasserpreisen zum Beispiel in Frankfurt diene.

„Die Wasserversorgung des Ballungsgebietes würde durch sie dagegen eher nachhaltig beschädigt als verbessert, da im Zuge der Lieferungen aus dem Burgwald Frankfurter Brunnen geschlossen werden sollen.

Das ökologische Risiko für die mittelhessischen Gewinnungsgebiete würde dagegen erheblich steigen“, warnt die SGV. Diese Einschätzung hatten die Umweltschützer aus dem Vogelsberg zusammen mit der Aktion „Rettet den Burgwald“ bereits vor einigen Monaten deutlich gemacht (HNA berichtete).

Sie kritisieren, dass die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) aus den Wasserversorgern aus Mittel- und Oberhessen - ZMW und OVAG - für die neue Leitung mehr als zwölf Millionen Euro in ein sehr unsicheres Projekt investiert.

Der „Behauptung“ es würde nach Rhein-Main nur Überschusswasser verkauft, halten die Umweltschützer entgegen, dass laut Gesetz so viel Grundwasser gefördert werden dürfe, wie bei sparsamen Verbrauch benötigt werde. Überschusswasser könne es weder aus wasserwirtschaftlicher noch aus naturschutzfachlicher oder juristischer Sicht geben. (nh/mab)

Wie die Wasserlieferung nach Frankfurt erfolgen soll und wer beteiligt ist, das lesen Sie in der gedruckten Dienstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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