Bands „Minenfeld“, „Kriegszittern“ oder „Violent Frustration“ werden auftreten

Verein Morbid Sounds organisiert Death-Metal-Festival in Ernsthausen

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Death-Metal-Festival in Ernsthausen: Thomas Werner hält das Plakat für das Open-Air-Konzert „Masters of the Unicorn“ in Händen. Es zeigt die Namen der teilnehmenden Bands in Schrifttypen, die die Bands zum Teil selbst gestaltet haben.

Ernsthausen. Er ist der Vorsitzende des Vereins „Morbid Sounds e. V.“, übersetzt morbide Klänge, macht aber einen sehr lebensbejahenden Eindruck.

„Wir sind alle lebensbejahend“, sagt der 34-jährige Zerspanungsmechaniker über die zwölf Vereinsmitglieder. Gemeinsam organisierten sie seit 2014 jährlich in Marburg-Dilschhausen das Death-Metal-Konzert „Masters of the Unicorns“ mit 17 Bands, die düstere, laute, extreme Hard-Rock-Musik gemischt mit Punkelementen spielen.

Vor circa einem Jahr zog der Vereinsvorsitzende Werner mit Ehefrau Judith und den drei kleinen Kindern nach Ernsthausen, den Heimatort der Ehefrau. Mit im Gepäck hatte er auch die Idee, künftig in dem Burgwalder Ortsteil das Death-Metal-Festival zu organisieren. Bisher richtete der Verein es in einer Hofreite in Dilschhausen aus, wo die Werners und andere Fans des düsteren, harten Musikstils gemeinsam wohnten. „Wir hatten nie Probleme mit den Einwohnern im Dorf“, versichert Thomas Werner.

Musiker aus den USA

Der gebürtige Thüringer geht davon aus, dass das auch in Ernsthausen so sein wird. Die Genehmigung für die Veranstaltung am 27. und 28. Juli auf dem Festplatz Vogelwiese liegt vor. 17 Bands haben ihre Teilnahme angesagt. „Abomination“ (Gräuel) aus den USA und „Gruesome“ (Furchtbar) mit tschechischen und amerikanischen Musikern seien die bekanntesten darunter. Andere Bands haben ähnlich dunkle Namen, etwa „Minenfeld“, „Kriegszittern“ oder „Violent Frustration“ (gewalttätige Frustration). Gewalttätig gehe es auf diesen Festivals aber keineswegs zu, auch wenn zu den harten Klängen wild getanzt werde, sagt Werner. „Wir Fans von Death Metal mögen diese Art Musik, weil sie ein Gegengewicht zu Heile-Welt-Vorstellungen bietet“, erklärt er.

Es handele sich auch keinesfalls um Rechtsrock, die Bands und Fans seien eher links eingestellt. „Aber wir wollen die Politik ganz rauslassen“, sagt Werner.

Der Vorverkauf für das Festival läuft. 170 Karten sind bereits verkauft. „Bei 400 Besuchern ist Schluss“, sagt der Vereinschef. Er erwartet Fans aus ganz Deutschland. Für sie wird ein Campingplatz am Festplatz eingerichtet.

Die Dixi-Klos sind schon bestellt. Der Heimatverein Ernsthausen wird eventuell am Sonntagmorgen für das Frühstück der Gäste sorgen. Auch für die Getränke- und Essensstände haben sich Helfer angeboten, unter anderem Mitglieder von Burschenschaft und Feuerwehr.

Gewinn verspricht sich der Verein „Morbid Sounds“ von dem Festival nicht. „Bisher haben die Einnahmen meist gerade die Kosten gedeckt. Wenn wir etwas übrig haben, dann wird das bei der Organisation des nächsten Festivals verwendet“, erläutert Thomas Werner.

Eintrittskartenfür das Festival kosten 25 Euro (mit Zeltplatz). Es gibt sie an der Tankstelle in Ernsthausen und bei Music Attack in Marburg und Gießen. Weitere Infos unter; www.mastersunicorn.de oder www.facebook.com/mastersunicorn/

Die Stilrichtung Death Metal

Death Metal ist ein Subgenre des Metals und gehört zum Spektrum des Extreme Metals. Kennzeichnend sind martialische Melodien, die auf sehr tief gestimmten E-Gitarren und E-Bässen gespielt werden. Am Schlagzeug dominieren schnelle Rhythmusfiguren in Kombination mit einem häufigen Einsatz von Doublebass- und Blastbeat-Techniken. Der Gesang ist zumeist guttural (kehlig) und wird als „Growling“ oder auch „Grunt“ bezeichnet. Die Liedtexte vermitteln eine nihilistische Weltanschauung, oft kombiniert mit Resignation. Themen wie Tod, Krankheit, Krieg, Folter, Horror und gesellschaftliche Missstände werden häufig behandelt. Gelegentlich werden auch philosophische Gebiete wie Misanthropie (Menschenhass) oder Satanismus besungen. www.wikipedia.de

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