Wahlaufruf per Whatsapp

Bürgermeisterwahl in Burgwald: Amtsinhaber Lothar Koch einziger Kandidat

Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch wirbt mit Flyern und per Whatsapp für seine Wiederwahl am 29. November. Seine geplanten Infoveranstaltungen in den Ortsteilen fallen wegen Corona aus.
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Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch wirbt mit Flyern und per Whatsapp für seine Wiederwahl am 29. November. Seine geplanten Infoveranstaltungen in den Ortsteilen fallen wegen Corona aus.

Die Bürger der Gemeinde Burgwald sind am kommenden Sonntag zur Bürgermeisterwahl aufgerufen. Einziger Kandidat ist Amtsinhaber Lothar Koch (parteilos). Wegen Corona fielen seine Wahlveranstaltungen aus.

Burgwald – Gerade ein einziges Mal konnte Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch seine Power-Point-Präsentation über die Ergebnisse seiner Arbeit der vergangenen zwölf Jahre und seine Ziele für die nächsten sechs Jahre vortragen, da kam der erneute Corona-Lockdown dazwischen. Der 53-Jährige muss auf die Veranstaltungen in den Ortsteilen verzichten, die er im Vorfeld der Bürgermeisterwahl geplant hatte.

Zum dritten Mal bewirbt er sich um das Amt. 2008 hatte er sich als parteiloser Einzelkandidat mit gut 70 Prozent gegen Mitbewerber Volker Heß (SPD) durchgesetzt und die Nachfolge von Adam Daume (SPD) angetreten. 2014 bestätigten die Burgwalder ihn mit über 90 Prozent im Amt. Wie damals hat er auch bei der Wahl am 29. November keinen Herausforderer.

Einen Wahlkampf im engeren Sinne gibt es also nicht. „Ich wäre gerne in die Ortsteile gegangen“, bedauert Koch. „Ich finde es schade, dass diese persönlichen Kontakte, die Gespräche und gegebenenfalls Diskussionen nicht stattfinden. Da fehlt etwas, was zu einer Wahl gehört“, sagt er im Gespräch mit der HNA.

Lothar Koch betont, er habe – nicht nur vor der Bürgermeisterwahl – ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürger. „Ich richte mir, soweit es möglich ist, auch das persönliche Gespräch gerne ein. Außerdem bin ich auch meistens über E-Mail oder Whatsapp erreichbar und Fragen oder Anliegen werden kurzfristig beantwortet und bearbeitet“, sagt er.

Per Whatsapp und Facebook ruft Koch auch zur Wahl auf und bittet darum, angesichts der Corona-Pandemie die Möglichkeit der Briefwahl zu nutzen. Davon haben bisher rund 650 Wähler Gebrauch gemacht. Aber auch die Wahl in den Wahllokalen ist natürlich möglich. „Überall können die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden“, versichert der Bürgermeister. Gut wäre es, wenn die Wähler ihren eigenen Kugelschreiber mitbrächten.

Koch hat – wie vor sechs Jahren – die breite Unterstützung der Gemeindevertretung hinter sich. Zur Wiederwahl des parteilosen und unabhängigen Kandidaten rufen die vier Bürgerlisten aus Ernsthausen, Bottendorf, Burgwald und Birkenbringhausen sowie die CDU und die SPD auf. Trotzdem wagt der Amtsinhaber keine Prognose zum Wahlausgang: „Das ist ein Blick in die Glaskugel. Ich nehme es, wie es kommt, hoffe aber auf eine hohe Wahlbeteiligung. Das wäre eine Bestätigung für die Arbeit des Bürgermeisters, der Verwaltung und des Bauhofs“, sagt er.

Sollte Koch wiedergewählt werden und im Mai 2021 die dritte Amtsperiode antreten, wäre er zu deren Ende im Jahr 2027 60 Jahre alt. Denkt er schon über eine vierte Periode nach? Koch: „Mein größter Wunsch ist, gesund zu bleiben. Wie es in sechs Jahren aussieht, werden wir dann sehen.“

Koch: Burgwald steht gut da

Das Erreichte

Die Wiederinbetriebnahme des Tiefbrunnens Wiesenfeld nennt Lothar Koch im HNA-Gespräch als eines der größten Projekte seiner zweiten Amtszeit als Burgwalder Bürgermeister. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, dass das beliebte weiche Wiesenfelder Wasser wieder aus dem Hahn fließe, sondern darum, dass mit weiteren Projekten die gesamte Wasserversorgung der Gemeinde sichergestellt worden sei.

Mit der Schaffung von Bauplätzen in allen Ortsteilen, der An- und Neubauten von Kitas, besseren Betreuungsangeboten an der Grundschule, dem Erhalt des Arztsitzes in Ernsthausen und der Inbetriebnahme des Seniorenzentrums Burgwald seien wichtige Projekte zum Erhalt der Attraktivität der Gemeinde erfolgt, bilanziert Koch.

„Burgwald steht gut da“, sagt er und betont, dass dies auch die Finanzen betreffe. Das zeige sich am Kassenkredit: Das Girokonto werde Ende des Jahres mit rund einer Million Euro im Haben liegen, statt wie einst mit vier bis fünf Millionen Euro im Minus. Alle Fehlbeträge der Vorjahre seien erwirtschaftet. Das Eigenkapital habe Ende 2019 mit 13,25 Millionen Euro erstmals das der Eröffnungsbilanz von 2009 (12,78 Mio. Euro) übertroffen. Der Schuldenstand liege knapp unter zehn Millionen Euro.

Die Ziele

Eines der größten Projekte in den kommenden sechs Jahren ist laut Koch die Realisierung des für Senioren gedachten Wohndorfs Bottendorf. Die Bewohner können Unterstützung vom DRK erhalten, dessen dort geplante Tagesstätte Anfang 2023 eröffnet werden soll.

Zudem will Koch sich weiterhin um den Erhalt der ärztlichen Versorgung kümmern. Das neue interkommunale Gewerbegebiet Münchhausen/Battenberg/Burgwald soll eröffnet werden. Die Wasserversorgung in Bottendorf, die Sanierung von Kanälen und Straßen stehen ebenso wie die Schaffung weiterer Baumöglichkeiten in allen Ortsteilen und der Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit auf der Agenda. Auch über die Gründung eines Jugendbeirats denke er nach und generell über den Ausbau der Solarenergie. Von Martina Biedenbach

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