Ehemaliges Betonwerk Pfeiffer dient als Unterkunft

Zirkus Gebrüder Barelli bezieht Winterquartier in Ernsthausen 

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Die ehemalige Produktionshalle in Ernsthausen dient rund 40 Tieren vorübergehend als Zuhause, darunter befinden sich auch die Kamele, die Senior-Chef Francesco Spindler-Barelli hier präsentiert. 

Ernsthausen – Früher wurden hier Betonteile gefertigt, nun haben in der ehemaligen Produktionshalle des Bauunternehmens Pfeiffer Kamele, Pferde und Rinder vorübergehend ein neues Zuhause gefunden.

Auf einmal ist auf dem trostlosen Gelände tierisch was los.Der Zirkus der Gebrüder Barelli hat sein Winterquartier in der Marburger Straße (B 252) in Ernsthausen bezogen. Bis März wird das auch noch so bleiben, dann ziehen die aus Pirmasens stammenden Barellis weiter und starten in ihre alljährliche Tournee quer durch Deutschland.

Warum verbringt die Zirkusfamilie ihre Winterpause mit rund 40 Tieren und Mitarbeitern ausgerechnet in Ernsthausen? „Die Tiere sind in den Hallen gut untergebracht, wir können hier unsere Wagen herrichten, eine Außenkoppel ist auch vorhanden. Zudem gibt es Starkstrom, Wasser und eine Toilettenanlage“, zählt Senior-Chef Francesco Spindler-Barelli die Vorzüge des neuen Quartiers auf und ergänzt: „Es ist wunderbar hier.“

Doch nicht nur das gut geeignete Gelände hat die Zirkusleute überzeugt, auch die Lage ist Spindler-Barelli wichtig: „Wir wollten hier her, weil wir in der Region tolle Spielstätten haben und die Anfahrtswege kurz sind.“

Die vergangene Saison beendeten die Barellis mit dem ersten Marburger Weihnachtszirkus. Am 5. März wollen sie dann am liebsten auf dem Festplatz in Frankenberg in die neue Spielzeit starten. Erste Gespräche mit den Verantwortlichen laufen bereits..

Die Planung der Tour-Termine ist eine der Hauptaufgaben in der kurzen Winterpause. Außerdem müssen die Tiere trainiert und ein neues Programm entwickelt werden. Zeit für Erholung bleibt auch in den kalten Tagen wenig.

„Am Mittwoch war das Veterinäramt zur Kontrolle da, sagt der Seniorenchef. „Keinerlei Beanstandungen. Unseren Tieren geht es gut“.

Die Zirkusfamilie Spindler-Barelli gibt es seit rund 250 Jahren. Bereits in sechster Generation kümmern sich die Kinder des 63-jährigen Senior-Chefs, Timmy und Franz, um den Fortbestand des Zirkus’.

In Ernsthausen seien sie herzlich aufgenommen worden. Viele Bewohner seien schon zu Besuch gekommen und hätten Brot für die Tiere vorbeigebracht. Spindler-Barelli freut sich über jeden, der im Winterquartier vorbeischaut. Auch Spenden in Form von Stroh und Tierfutter sind gern gesehen.

Dass der Zirkus im Dorf ist, komme bei den Ernsthäusern gut an. „Viele freuen sich darüber, weil der Alltag ja oft grau genug ist. Jetzt wird er Rot-Weiß“, sagt Spindler-Barelli mit einem Lächeln – und spielt damit auf die Zirkus-Farben an. 

Betonwerk geschlossen 

Das Betonfertigteilwerk Pfeiffer  ist seit Ende des Jahres dicht. Zum 31. Dezember hat Inhaber Jochen Pfeiffer den Betrieb abgemeldet, die Fertigung von Betonteilen lief noch bis Oktober des vergangenen Jahres. Gründe für die Schließung des Unternehmens nennt Pfeiffer nicht, zwölf Mitarbeiter haben ihren Job verloren. 2013 hatten Jochen Pfeiffer und Hans-Martin Pohl das Betonwerk vom Rodaer Bauunternehmer Justus Noll übernommen, nun soll das Gelände verkauft werden. Pfeiffer selbst möchte dort nicht weitermachen, wie er unserer Zeitung sagte.

Tag der offenen Tür

Der Zirkus Gebrüder Barelli lädt am Sonntag, 9. Februar, von 11 bis 18 Uhr zum Tag der offenen Tür in sein Winterquartier an der Marburger Straße in Ernsthausen ein. Gegen eine Eintrittsgebühr in Höhe von sechs Euro können Interessierte auf Ponys und Kamelen reiten, die Tiere füttern und streicheln sowie bei Dressurproben zuschauen. Besonderer Höhepunkt: Ein kleines weibliches Kamelbaby soll an diesem Tag getauft werden. Einen Namen hat das junge Trampeltier allerdings noch nicht. Vorschläge nimmt der Zirkus unter der Telefonnummer 015 20/40 85 565 entgegen.

Von Pascal Spindler 

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