45 Tage unterwegs

Zu Fuß von Bottendorf nach Genua: Wanderer berichten über die Tour

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Geschafft, die Alpen sind überquert: Die schweißtreibenden Bergetappen liegen hinter ihnen – Herbert Gaul (links) und Martin Müller haben Chiavenna in der Nähe des Comer Sees erreicht. 

Bottendorf/Genua. Die Bottendorfer Herbert Gaul und Martin Müller, Freunde seit der Kinderzeit, sind in 45 Tagen – vom 21. Mai bis 3. Juli – zu Fuß von Bottendorf nach Genua gewandert – fast 1100 Kilometer.

 Im Interview schildern die beiden 54-Jährigen, wie sie auf die Idee kamen, wie es war und ob sie schon die nächste Tour planen.

Herr Gaul, Herr Müller, tun Ihnen die Füße noch weh?

Gaul:Nee, die haben auch unterwegs nicht besonders weh getan. Auch meine Knie haben mitgemacht, da hatte ich anfangs Bedenken.

Müller: Mir tut auch nichts weh. Ich musste unterwegs nur immer für genug Blasenpflaster sorgen. Das war beim letzten Abschnitt in Italien schwierig – wegen der Sprache. Einmal ist mir auch das Schienbein angeschwollen. Der Arzt, der mich gottseidank an einem Freitagnachmittag noch behandelte, sagte aber, es sei nicht so schlimm.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, so weit zu wandern?

Gaul: Wandertouren haben wir schon immer mal gemacht. Wir hatten mal Lust, etwas Besonderes zu unternehmen. Das Mittelmeer als Ziel schien uns verlockend.

Wie haben Sie sich denn vorbereitet?

Gaul:Ich habe auf den Karten zunächst nur die ungefähre Route bis zum Bodensee ausgearbeitet – möglichst entlang von Fahrrad- und Wanderwegen. Und ich bin zweimal vorher mit meinem neuen Rucksack und 15 Kilo Gewicht gewandert.

Müller: Ich bin einfach so los. Herbert Gaul gab mir seinen alten Rucksack. Am Anfang musste ich mich schon an die 15 Kilo Gepäck auf dem Rücken gewöhnen.

Und wie ist es dann gelaufen?

Gaul: Sehr gut. Wir kamen viel schneller voran, als wir dachten. Geplant waren mit viel Puffer zwölf Wochen, gebraucht haben wir sechseinhalb. Wir sind im Durchschnitt 25 Kilometer pro Tag gewandert und haben weniger Ruhetage eingelegt als gedacht.

Was war denn das anstrengendste Stück?

Müller:Die Durchquerung der Alpen war schon anstrengend. Aber weil die Landschaft und die Wege so schön waren, kam einem das gar nicht schlimm vor. Unangenehm war der Nidda-Rad-Weg in Richtung Frankfurt/Main, da ging es gefühlt unendlich lange nur geradeaus.

Wo haben Sie denn übernachtet?

Müller:Geschlafen haben wir im Zelt, an Grillhütten, in Jugendherbergen und Hostels. In Italien dann hauptsächlich in Bed- und Breakfasthäusern mit quasi Familienanschluss.

Gaul:Wir haben die Übernachtungen nie vorher geplant. Zuviel Planung bringt weniger Spaß. Abends, wenn wir so gegen 18 Uhr am Zielort waren, haben wir Leute vor Ort gefragt, wo man am besten unterkommt. Und das hat immer funktioniert. Wir können es selbst kaum glauben. Ein Freund schickte und dazu folgende passende Nachricht: Wie Du kommst gegangen, so wirst Du auch empfangen.

Dann waren die Übernachtungskosten wohl gar nicht so hoch?

Gaul: „Wir haben unterwegs unsere Strategie geändert und unseren Reiseetat anders eingesetzt: Tagsüber haben wir weniger Geld ausgegeben und zudem kamen wir ja schneller als geplant voran, brauchten also weniger Übernachtungen. Das gesparte Geld haben wir dann für B&B genutzt. Dadurch hatten wir in Italien immer ein Bett, eine Dusche und ein Frühstück. Das hat uns dann Power für den Tag gegeben.

Müller: Etliche Übernachtungen waren kostenlos zum Beispiel in einer Besenhex-Wirtschaft, in einem Wigwam und im Bauwagen bei Leuten in der Schweiz, mit denen wir vorher in gemütlicher Runde bis halb drei Uhr nachts zusammensaßen.

Wollten die beiden Wanderer zwischendurch auch mal abbrechen? Wie war es, als sie ankamen?Und wie lautet ihre Bilanz? Antworten auf all diese Fragen, eine Beschreibung der Route und weitere Fotos finden Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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