Kommunalwahl: Grüne legen in der Kreisstadt deutlich zu - Schnelle Auszählung

CDU ist im neuen Korbacher Parlament stärkste Fraktion und löst die SPD ab

Prüfung und Auszählung der Briefwahl im Korbacher Bürgerhaus: Zu sehen sind (von links) Hiltrud Lahme, Manfred Kraushaar und Jessica Steffen.
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Prüfung und Auszählung der Briefwahl im Korbacher Bürgerhaus: Zu sehen sind (von links) Hiltrud Lahme, Manfred Kraushaar und Jessica Steffen.

Die CDU hat die SPD als stärkste Fraktion in der Korbacher Stadtverordnetenversammlung abgelöst.

Korbach - Nach dem vorläufigen Endergebnis kommen die Christdemokraten in der Kreisstadt auf 24,69 Prozent der abgegebenen Stimmen und erhalten dafür acht Sitze im neuen Parlament. Die CDU hat damit ihr Ergebnis von vor fünf Jahren gehalten.

Anders sieht es bei der SPD aus. Die Sozialdemokraten kommen nur noch auf 23,89 Prozent. Das ist ein Minus von 7,32 Prozent im Vergleich zur Kommunalwahl 2016. Die SPD büßt somit drei Sitze ein. In der nächsten Korbacher Stadtverordnetenversammlung sind sie fortan mit sieben anstelle von zehn Parlamentariern vertreten.

Die großen Gewinner bei der Gemeindewahl in der Kreisstadt sind die Grünen. Sie legen um 5,85 Prozentpunkte zu und kommen nun auf 15,82 Prozent. Aus ihren vormals drei werden nun fünf Sitze im Parlament. Auch die Freien Wähler dürfen sich freuen. Sie kommen auf 17,73 Prozent (plus 0,15 Prozent) und gewinnen einen Sitz hinzu. Leichte Gewinne, aber keine Veränderungen bei der Anzahl der Sitze gab es hingegen bei der FDP (10,68 Prozent/3 Mandate), und den Aktiven Bürgern (7,19 Prozent/2 Mandate).

Dass die SPD insgesamt viele Stimmen verloren hat, lässt sich auch an den Ergebnissen in den Ortsteilen ablesen. Hatten die Korbacher Sozialdemokraten 2016 noch in sechs Ortsteilen (Goldhausen, Lengefeld, Meineringhausen, Nordenbeck, Ober-Ense und Rhena) die meisten Stimmen geholt, gewannen sie nun lediglich in Strothe, Goldhausen und Meineringhausen – in Strothe lösten sie die FDP ab, die 2016 dort noch 39,39 Prozent geholt hatte. Die Freien Demokraten erreichten in Strothe jetzt nur 16,06 Prozent – vermutlich, weil FDP-Lokalmatador Arno Wiegand nicht mehr für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung angetreten war.

Spannend zu beobachten wird sein, wie die CDU in Korbach nach dem Wahlergebnis nun mit dem ungeliebten Tyche Feddersen umgeht. Dieser hatte – als Kandidat auf der CDU-Liste – CDU-Fraktionschef Heinz Merl kritisiert und damit auch viele Christdemokraten gegen sich aufgebracht.

Feddersen hat bei der Kommunalwahl ein achtbares Ergebnis erzielt und kommt auf 2596 Stimmen. Damit hat er es zwar nicht ins Korbacher Parlament geschafft, wäre aktuell aber zweiter Nachrücker hinter Dirk Schreiber. Und diese Konstellation birgt politischen Sprengstoff. Der Grund: Wenn die CDU in der Kreisstadt Ulrike Tönepöhl (CDU), die als Stadtverordnete wiedergewählt wurde, erneut in den Magistrat der Stadt Korbach schickt, würde Schreiber für sie im Parlament nachrücken. Als nächster stünde dann Tyche Feddersen bereit.

Um den Einzug des gebürtigen Nordfriesen in die Stadtverordnetenversammlung zu verhindern, dürfte die CDU dann keinen weiteren neu gewählten Stadtverordneten in den Magistrat entsenden – was möglich wäre, schließlich darf dem obersten Gremium der Stadt jeder wählbare Korbacher oder jede wählbare Korbacherin angehören. Gut möglich, dass daher Günter Schlund (CDU) wieder in den Magistrat einzieht, der den Sprung ins Parlament nicht geschafft hat.

Fraglich ist auch, wie viele Magistratssitze die Fraktionen überhaupt bekommen und ob die CDU als stärkste Kraft nun drei anstelle von derzeit zwei Sitzen auf sich vereinen kann. Durch mögliche Koalitionen bei der Aufstellung der Listen für die Magistrats-Wahl im Stadtparlament könnten sich am Ende durchaus Verschiebungen ergeben. Bei drei Sitzen müsste die CDU dann einen weiteren Kandidaten außerhalb der Stadtverordneten-Riege finden, um Feddersen als Parlamentarier zu verhindern.

Als sicher gilt dagegen: Die CDU wird künftig den Stadtverordnetenvorsteher oder die Stadtverordnetenvorsteherin stellen – so sehen es die demokratischen Gepflogenheiten vor.

31 Mandate im neuen Parlament: Diese Stadtverordneten ziehen ein

Am 26. April ist die konstituierende Sitzung der neuen Korbacher Stadtverordnetenversammlung. So sieht die Sitzverteilung aus:

Die CDU erhält acht Sitze: Heinz Merl (4627 Stimmen), Ulrike Tönepöhl (3750), Carola Iske-Krebs (3650), Jannick Göbel (3592), Friedrich-Wilhelm Frese (3442), Karl-Adolf Suck (3179), Karlheinz Göbel (3112) und Lars Neumeier (3031).

Die SPD hat sieben Sitze: Lieselotte Hiller (5379 Stimmen), Henrik Ludwig (4147), Achim van der Horst (3736), Christina Vesper-Münnich (3707), Holger Figge (3699), Helmut Schmidt (3536) und Sabine Weinreich (3337).

Die Freien Wähler erhalten sechs Sitze: Kai Schumacher (4598 Stimmen), Thomas Kuhnhenn (3073), Uwe Steuber (3063), Karl-Bernd Klaus (2605), Michael Köhler (2345) und Annika Schott (2178).

Die Grünen kommen auf fünf Sitze: Daniel May (2895 Stimmen), Heike Kramer (2492), Dr. Manfred Dönitz (2451), Dr. Peter Koswig (2295) und Raymund Kern (2254).

Die FDP erhält drei Sitze: Thomas Ludwig Tent (3536 Stimmen), Bernd Richter-Schluckebier (3498) und Heinz-Dieter Helfer (2242).

Die Aktiven Bürger kommen auf zwei Sitze: Axel Krüer (2385 Stimmen) und Markus Grebe (1130).

Wahlberechtigte: 18 068.

Wähler: 8158 (45,15 Prozent).

Lob vom Wahlleiter

Korbach gehörte am Montag übrigens zu den Kommunen in Waldeck-Frankenberg, in der die Stimmzettel am schnellsten ausgezählt worden waren. Das Ergebnis zur Kommunalwahl in Korbach stand bereits gegen 16 Uhr fest. „Ein großes Lob an das gesamte Team. Alle haben super zusammengearbeitet“, lobte Wahlleiter Carsten Vahland.

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