Uwe Maibaum für über 2000 Kirchenmusiker in Kurhessen-Waldeck zuständig

Der Chef sitzt an der Orgel

Studierter Musiker: Uwe Maibaum an der Orgel der Lutherischen Pfarrkirche in Marburg. Foto: Coordes

Marburg. Dass er Kirchenmusiker werden wollte, stand für Uwe Maibaum schon mit 15 fest: „Ich hatte die Vorstellung, sonntags im schwarzen Anzug zum Gottesdienst zu spielen“, sagt der heute 47-Jährige lächelnd. Während seine Klassenkameraden für Deep Purple schwärmten, lernte er Orgel, Klavier und Flöte.

Maibaum studierte Kirchenmusik sowie Fagott und Cembalo an der Hochschule für Musik in Köln, schrieb ein Kindermusical und arbeitete nebenbei als Organist. Fünf Jahre lang reiste er mit dem Barockorchester Concerto Köln durch die ganze Welt. Doch dann waren ihm die Konzertreisen bis nach Südamerika doch zu unstet. Der Familienvater wurde Kantor an der Duisburger Stadtkirche, wo er 16 Jahre blieb.

Heute trägt er den schwarzen Anzug oft, und sein Berufsziel hat er mehr als erreicht: Uwe Maibaum ist seit drei Jahren Kirchenmusikdirektor der evangelischen Kirche in Kurhessen-Waldeck. Damit ist er quasi Chef über 65 hauptberufliche und rund 2000 nebenberufliche Kirchenmusiker in der Landeskirche. Angesiedelt ist er an der Lutherischen Pfarrkirche in Marburg, wo er regelmäßig Orgel spielt. Marburg kannte er bis 2007 nur von einer Straßenmusiker-Tour als 18-Jähriger: „Ich fand die Stadt damals schon bezaubernd“, sagt er. Begeistert ist er auch von der vielfältigen Chorlandschaft der Stadt.

In Marburg leitet Maibaum die Kurhessische Kantorei mit ihren 90 Sängern. Das nächste große Konzert erklingt zum Reformationstag am 31. Oktober ab 17 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche (siehe dazu Artikel links).

Der Musiker ist überzeugt davon, dass jeder Mensch singen kann. Doch weil gerade bei den jungen Leuten kaum einer davon überzeugt ist, hat er ein Projekt initiiert, mit dem Kinder vom Kindergarten bis zum Konfirmandenunterricht zum Singen angeregt werden. 22 Kindergärten aus der Landeskirche sind bei dem Pilotprojekt dabei, für das bereits 150 Paten gewonnen wurden. So sind Kindergärten aus Frankenau, Niederweimar, Eschwege, Melsungen und Ziegenhain beteiligt.

Hobby ist ein Kammerchor

Aber natürlich kümmert sich der Landeskirchenmusikdirektor auch um die Finanzierung der Kirchenmusik, Neueinstellungen, die Ausbildung der Organisten – es gibt eine Kirchenmusikschule in Schlüchtern –, um die Orgelsachverständigen, das Glockenwesen sowie Konflikte zwischen Pfarrern und Organisten. Auch außerhalb der Kirche ist der vierfache Vater musikalisch aktiv: Maibaum leitet den kleinen Kammerchor „Klangfarben Gießen“.

Von Gesa Coordes

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