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Für 280 Flüchtlinge: In Korbach entsteht in den nächsten Wochen eine Container-Siedlung

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Von: Philipp Daum

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So soll die Siedlung aussehen: Fünf Einheiten mit Wohncontainern sind geplant. Hinzu kommen Container mit Sanitäreinrichtungen und Bereichen, in denen Wäsche gewaschen werden kann. Ein Container-Flur mit Gemeinschaftseinrichtungen liegt zwischen den Wohnbereichen. Somit soll eine Privatsphäre für die Flüchtlinge geschaffen werden.
So soll die Siedlung aussehen: Fünf Einheiten mit Wohncontainern sind geplant. Hinzu kommen Container mit Sanitäreinrichtungen und Bereichen, in denen Wäsche gewaschen werden kann. Ein Container-Flur mit Gemeinschaftseinrichtungen liegt zwischen den Wohnbereichen. Somit soll eine Privatsphäre für die Flüchtlinge geschaffen werden. © Landkreis Waldeck-Frankenberg

Um dem unvermindert hohen Zustrom an Flüchtlingen Herr zu werden, beginnt der Landkreis Waldeck-Frankenberg in den kommenden Tagen mit der Errichtung einer Containersiedlung auf dem Gelände eines früheren Möbelgeschäftes in Korbach. 

Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern, die sich an der Kreuzung Flechtdorfer Straße/Nordring befindet, entsteht eine Infrastruktur zur Unterbringung von bis zu 280 Flüchtlingen.

Bei einem Pressetermin am Dienstag im Kreishaus stellten Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese, Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich und Ute Jennemann, Leiterin des Sozial- und Kulturamtes in Korbach, die Pläne vor. Angemietet ist das Areal zunächst für zwei Jahre – die Kosten für die Errichtung der Containersiedlung belaufen sich auf rund 3,75 Millionen Euro – hinzu kommen Kosten für die Unterhaltung, die bisher noch nicht beziffert sind. Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die Aufbauarbeiten Mitte kommender Woche – spätestens in der Woche danach. Bezugsfertig sollen die Container Ende Januar 2023 sein.

Kreuzung Nordring/Flechtdorfer Straße in Korbach: Auf dem Gelände, das sich eingezäunt hinter der Ampel befindet, entsteht eine Containersiedlung für Flüchtlinge.
Kreuzung Nordring/Flechtdorfer Straße in Korbach: Auf dem Gelände, das sich eingezäunt hinter der Ampel befindet, entsteht eine Containersiedlung für Flüchtlinge. © Philipp Daum

„Die Aufnahmekapazität der Städte und Gemeinden ist erschöpft. Wohnraum ist ohnehin knapp, derzeit ist praktisch nichts mehr verfügbar“, sagte Frese. Vor diesem Hintergrund habe man sich dazu entschlossen, eine mobile Wohnsiedlung zu errichten, um den Menschen, die von den Strapazen und Gefahren der Flucht gezeichnet und teilweise traumatisiert seien, eine menschenwürdige Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Untergebracht werden sollen in der Containersiedlung Menschen aus allen Fluchtregionen. Es sei aber aufgrund der aktuellen Lage in der Ukraine davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten von dort doch wieder mehr Kriegsflüchtlinge als zuletzt nach Waldeck-Frankenberg kommen.

Frese bedankte sich bei Klaus Friedrich, der das Projekt unterstützt und ermöglicht habe. Der Korbacher Bürgermeister betonte, dass dies angesichts der humanitären Herausforderung selbstverständlich gewesen sei. „Mittelzentren müssen sich ihrer Verantwortung stellen, genauso wie sich alle Kommunen solidarisch erklären müssen“, sagte Friedrich.

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