Gastredner bei CDU-Empfang

Merz mit Coronavirus infiziert - wenige Tage zuvor gastierte er beim CDU-Empfang in Frankenberg

Friedrich Merz hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Vor wenigen Tagen hatte der CDU-Politiker vor 700 Gästen in Frankenberg gesprochen. Auch dort war das Coronavirus bereits Thema.

  • Friedrich Merz hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.
  • Der Kandidat für den CDU-Vorsitz war vor einer Woche beim Neujahresempfang der Frankenberger CDU aufgetreten.
  • 700 Gäste hatten an der Veranstaltung teilgenommen.

Update vom Mittwoch, 18.03.2020, 17.53 Uhr: Nach dem Bekanntwerden der Corona-Infektion von CDU-Politiker Friedrich Merz, befindet sich der Frankenberger Bürgermeister, Rüdiger Heß, vorsorglich in freiwilliger Isolation. Merz war am 11.03.2020 Gastredner bei einer Veranstaltung in Frankenberg, einige Tage danach wurde er positiv auf das Virus getestet. Auch Heß hatte an dem Neujahrsempfang mit rund 700 Gästen teilgenommen. 

„Ich will ein Vorbild für meine Bevölkerung sein. Deshalb habe ich mich nach dem positiven Test bei Friedrich Merz sofort auf das Corona-Virus testen lassen, obwohl ich die Bedingungen für einen Test nicht erfülle“, sagte Heß auf HNA-Nachfrage.

Merz positiv auf Corona getestet - wenige Tage zuvor sprach er in Frankenberg

Update vom Dienstag, 17.03.2020,17.46 Uhr: Friedrich Merz hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Vor wenigen Tagen war er als Gast beim CDU-Frühlingsempfang in Frankenberg aufgetreten. Der Frankenberger CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Müller steht nach eigenen Angaben im Austausch mit dem heimischen Gesundheitsamt - auch mit der Frankenberger Stadtverwaltung und dem CDU-Kreisvorsitzenden Armin Schwarz. Seiner eigenen beruflichen Arbeit werde er nun vorsichtshalber im „Home-Office“ nachgehen. 

Als Stadtverbandsvorsitzender hatte er Friedrich Merz, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat, begrüßt und auf der Bühne neben ihm gestanden. „Die Veranstaltung war ordnungsgemäß“, betonte der Frankenberger CDU-Chef. Man müsse aber davon ausgehen, dass Merz schon vor seinem Auftritt in Frankenberg mit dem Coronavirus infiziert worden sei. In Frankenberg war die letzte Großveranstaltung von Merz vor seinem positiven Corona-Test.

Nach Coronavirus-Infektion: Umfeld von Friedrich Merz zeigt bisher wohl keine Symptome

„Wie wir erfahren haben, weist das Umfeld von Merz bisher keine Symptome auf“, berichtete Müller. Solle es neueste Erkenntnisse geben, werde die Frankenberger CDU die Besucher des Frühlingsempfangs sofort informieren: „Wir haben von allen Besuchern die Kontaktdaten.“ Einige angemeldete Gäste aus Risikogruppen waren dem Empfang aus Vorsichtsgründen ferngeblieben.

Unmittelbar vor seinem Gastauftritt in Frankenberg hatte Merz noch seine Mutter in Brilon besucht, die am vergangenen Mittwoch ihren 92. Geburtstag gefeiert hatte, wie Merz in Frankenberg selbst erzählt hatte.

Coronavirus: Friedrich Merz zu Gast in Frankenberg.

Schon unmittelbar nach dem Merz-Auftritt am 11. März in Frankenberg – also vor dem positiven Corona-Test – hatte es Kritik daran gegeben, dass die Veranstaltung mit 700 Personen überhaupt stattgefunden hatte, wo schon in Deutschland immer mehr Großveranstaltungen wegen des Coronavirus’ abgesagt wurden. „Als wenn das für Frankenberg wichtiger gewesen wäre als die Gesundheit der Bewohner. So viel Unvernunft von Politikern in einer so riskanten Situation“, hatte eine Leserin auf der HNA-Facebookseite geschrieben.

Friedrich Merz mit Coronavirus infiziert: Teilnehmer sollen Ruhe bewahren

Der Landkreis äußerte sich wie folgt: „Wir verstehen, dass Teilnehmer der Veranstaltung sich jetzt vielleicht Sorgen machen, rufen aber an dieser Stelle erst einmal zu Ruhe und Besonnenheit auf“, appelliert der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Landkreises Karl-Friedrich Frese an alle Besucher der Veranstaltung. 

Für alle diejenigen, die zwar in der Halle waren, aber keinen unmittelbaren Kontakt zu Friedrich Merz hatten, besteht kein Risiko. „Ein Corona-Test ist in diesen Fällen nicht angezeigt, da eine Ansteckung so gut wie ausgeschlossen ist.“ Der Fachdienst Gesundheit des Landkreises ruft diejenigen Personen, die im Verlauf der Kundgebung direkten Kontakt zu Merz hatten, auf, sich erst einmal vorsorglich selbst in Quarantäne zu begeben – und mit dem Fachdienst Gesundheit unter der Hotline: 05631 – 954 555 Kontakt aufzunehmen, um gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen.

Erstmeldung: Ex-Unionsfraktionschef und Kandidat für den CDU-Vorsitz Friedrich Merz hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. „Ein am Sonntag bei mir durchgeführter Corona-Test ist positiv. Ich werde bis Ende nächster Woche zuhause unter Quarantäne stehen“, sagte Merz am Dienstag (17.03.2020) der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Coronavirus: Friedrich Merz zeigt laut eigener Aussage nur leichte bis mittlere Symptome

Der 64-Jährige ergänzte: „Zum Glück habe ich nur leichte bis mittlere Symptome. Alle Termine sind abgesagt. Ich folge strikt den Anweisungen des Gesundheitsamtes“. 

Die Liste der möglichen Kontaktpersonen des Christdemokraten dürfte nach seiner bestätigten Coronavirus-Infektion sehr lang sein. Der CDU-Politiker trat zuletzt häufig in der Öffentlichkeit auf. Denn Friedrich Merz kandidiert für den CDU-Vorsitz. 

Nach Coronavirus-Infektionen: 700 Gäste hatten Friedrich Merz begrüßt

Allein in Frankenberg begrüßten 700 Gäste Friedrich Merz beim Frühlingsempfang der Frankenberger Christdemokraten in der Ederberglandhalle am Mittwochabend (11.03.2020). Der Frankenberger CDU-Vorsitzende Thomas Müller hatte sich bei der Veranstaltungen noch über die große Gästezahl gefreut: „Wir haben heute einen Zuschauerrekord.“ 

Nicht nur CDU-Mitglieder hatten in der Ederberglandhalle Platz genommen. Auch Vertreter der Grünen und der FDP aus dem Frankenberger Stadtparlament saßen in den Platzreihen - trotz der Ausbreitung des Coronavirus.

Das Coronavirus war schon Thema beim Frühlingsempfang der Frankenberger Christdemokraten

Das Coronavirus war bereits beim Frühlingsempfang Thema gewesen. Angesichts der „allgemeinen Lage“ habe es laut Thomas Müller einen kleinen „Schwund“ gegeben. „Menschen aus Risikogruppen sind zu Hause geblieben. Das ist verständlich und verantwortungsbewusst“, hatte der Frankenberger CDU-Chef gesagt. 

Eine gute Nachricht: Friedrich Merz hatte bei seiner Ankunft angesichts des Coronavirus seine Parteifreunde schlicht mit gefalteten Händen begrüßt - und auf dem obligatorischen Handschlag verzichtet. Seinem langjährigen „Wahlkreisnachbarn“ Bernd Siebert, seit wenigen Tagen wieder Mitglied im Deutschen Bundestag, hatte Friedrich Merz mit dem Ellenbogen gratuliert. 

Von Jan Wendt und Jörg Paulus

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa

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