Polizei kontrolliert, Gesundheitsamt ahndet

Corona-Regeln: 74 Verfahren wegen Verstößen in Waldeck-Frankenberg

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Symbolfoto

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg laufen derzeit 74 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus. 

Das hat die Kreisverwaltung auf Nachfrage mitgeteilt. Überwiegend gehe es dabei darum, dass sich zu viele Menschen aus verschiedenen Haushalten zusammen in der Öffentlichkeit aufgehalten haben. Dazu zählen auch Verstöße im Auto, die bei Kontrollen durch den Verkehrsdienst der Polizei festgestellt wurden. Bußgelder wurden noch nicht festgesetzt, da erst noch die gesetzlich vorgeschriebenen Anhörungsverfahren stattfinden.

Laut der Polizei in Waldeck-Frankenberg halten sich die Menschen im Landkreis überwiegend an die Verbote und Einschränkungen, die derzeit zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelten. „Wir haben sehr wenige Verstöße“, sagt Polizeisprecher Jörg Dämmer auf Nachfrage.

Die Polizei bringe Verstöße zwar auch zur Anzeige, „wir regeln das in erster Linie aber kommunikativ“, sagt Dämmer. Soll heißen: Die Polizei weist die Betroffenen auf ihr Vergehen hin und bittet zum Beispiel, unerlaubte Treffen aufzulösen. „Oft handeln die Leute einfach nur aus Fahrlässigkeit“, sagt Dämmer. 

Wenn eine Anzeige erfolgt, dann wird die durch das Gesundheitsamt des Landkreises weiterverfolgt. Aktuell gebe es 74 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen Verordnungen zur Bekämpfung des Coronavirus, berichtet Pressesprecherin Ann-Katrin Heimbuchner. In den meisten Fällen hätten Personen das Kontaktverbot missachtet.

Polizei kontrolliert stichprobenartig

Die Polizei kontrolliere stichprobenartig, sagt Polizeisprecher Jörg Dämmer. Er berichtet davon, dass sich mal jemand nicht an das Besuchsverbot im Seniorenheim gehalten habe, dass jemand Eis verkauft habe, bevor das wieder erlaubt war, und dass ein Sonnenstudio unerlaubterweise geöffnet hatte. „Das ist aber alles schon ein paar Tage her, zuletzt kam so etwas eigentlich nicht mehr vor“, sagt Dämmer. Es habe auch mal Hinweise von Nachbarn gegeben, dass nebenan zehn Leute zusammen im Garten sitzen. Es sei aber nicht so, dass sich Nachbarn derzeit ständig gegenseitig anzeigen würden.

Jörg Dämmer, Sprecher der Polizei in Waldeck-Frankenberg

Die Polizei überprüfe auch, ob das Verbot im Landkreis, sich derzeit in Zweitwohnungen aufzuhalten, eingehalten wird. „Wenn ein Auto mit fremdem Kennzeichen vor einer Ferienwohnung steht, schauen wir nach“, sagt Dämmer.

Dass abgelegene Grill- und Schutzhütten, die derzeit gesperrt sind, für Treffen von mehreren Personen genutzt werden, sei nicht auszuschließen, sagt Carsten Vahland, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Korbach. „Das sind bislang aber keine Corona-Partys, sondern eher einzelne kleine Treffen.“ Das Ordnungsamt kontrolliere immer wieder und weise die Menschen auf die Verbote von Zusammenkünften hin. „Meistens zeigen sich die Menschen sehr einsichtig“, sagt Vahland.

Die Polizei werde auch am Wochenende sowie am Mai-Feiertag verstärkt Streife fahren, kündigt Jörg Dämmer an – auch wieder an Edersee, Diemelsee und Twistesee. Vor allem dort wird die Polizei von der Bereitschaftspolizei unterstützt.

Ordnungsamt überprüft Läden

Ob sich Geschäfte und deren Kunden an die derzeitigen Verordnungen halten, wird vor Ort vom jeweiligen Ordnungsamt kontrolliert. Nach Einschätzung derStadt Frankenberg wurde das dort bisher „von Bürgern und Ladeninhabern ausnahmslos befolgt“, sagt Stadt-Pressesprecher Florian Held. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

Am Montag, dem ersten Tag der Ladenöffnungen, hätten alle besuchten Läden in Frankenberg die notwendigen Maßnahmen vorbildlich umgesetzt und die Hygienehinweise sehr gut beachtet, berichtet Held.

Ein Mann aus Allendorf (Kreis Waldeck-Frankenberg) hat seine Corona-Erkrankung nur knapp überlebt. Er lag wochenlang im Koma.

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