Hessen und Niedersachsen

Ansturm auf Schneegebiete trotz Corona: Polizei im Dauereinsatz - Auch Kassel betroffen

In Hessen und Niedersachsen lassen sich Menschen von Corona nicht davon abhalten, die Skigebiete zu stürmen. Die Polizei kämpft mit den Folgen - und schließt Pisten.

  • Trotz Corona*-Verboten: Die Besucher-Massen drängen in die Skigebiete in Hessen und Niedersachsen.
  • In Willingen und am Hohen Meißner hat die Polizei bereits die Zufahrten gesperrt.
  • Die betroffenen Gemeinden und Städte appellieren eindringlich an die Leute, zu Hause zu bleiben.

Update vom Mittwoch, 06.01.2021, 10.57 Uhr: Trotz Appell seitens der Politik und Verkehrschaos andernorts, kam es auch in Kassel zu massiven Verkehrsbehinderungen*, als Menschen in den Schnee am Herkules wollten.

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Mänz hätte die Polizei am Sonntag (03.01.2021) zahlreiche Knöllchen verteilt. Sowohl an Falschparker, die die Zufahrten behinderten, als auch an Autofahrer, die trotz der winterlichen Verhältnisse mit Sommerreifen erwischt wurden. Und obwohl die Zufahrt zum Herkules bereits einmal gestreut war, habe starker Neuschnee in Kombination mit wild parkenden Autos für große Probleme gesorgt.

Bei der Stadt Kassel soll es in den nächsten Tagen Gespräche zu dem Thema geben. Der Tenor: Ähnliche Situationen wie am Sonntag sollen sich nicht wiederholen. Sollte das Wetter am kommenden Wochenende ähnlich ausfallen, kann mit stärkeren Kontrollen bei der Zufahrt zum Herkules gerechnet werden.

Skigebiete in Niedersachsen: Viele Menschen lockt es in den Hochsolling

Auch in den Hochsolling in Niedersachsen gesellten sich viele Menschen*, um den Schnee zu genießen. Dort ließen sich Beamte des Polizeikommissariats Holzminden am Rodelhang blicken und kontrollierten die Einhaltung der gültigen Abstands- und Hygieneregeln aufgrund der Corona-Pandemie.

Konkrete Verstöße seien bis zum Montagnachmittag (04.01.2021) nicht geahndet worden, hieß es seitens der Polizei. Knöllchen gab es allerdings für Autofahrer, die wegen des überfüllten Parkplatzes am Rodelhang verbotenerweise ihre Autos auf der Bundesstraße abstellten.

Skigebiete in Hessen und Niedersachsen: Häufige Einsätze für Polizei und Rettungsdienste

Erstmeldung vom Sonntag, 03.01.2021, 15.41 Uhr: Kassel - Skigebiete in Deutschland und in aller Welt scheinen gerade Anlaufstelle für Wintersportfans und Naturliebhaber zu sein. Trotz - oder gerade wegen - des Corona-Lockdowns zieht es die Massen auf die Pisten. Der Wintereinbruch, der viele Orte in eine Puderzuckerdecke gehüllt hat, tat sein Übriges.

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste haben derweil mit den Folgen der Schnee-Liebe zu kämpfen. Am Wochenende (02./03.01.2021) kam es in Hessen und Niedersachsen vermehrt zu Einsätzen: Pisten wurden geschlossen, Polizeikontrollen eingerichtet, Verletzte mussten versorgt und das hinterlassene Chaos beseitigt werden.

So wurde unter anderem für den Feldberg in Hessen eine Warnung der Polizei* herausgegeben: Wegen der andauernden Corona-Pandemie sollte eine Reise dorthin unterlassen werden. Dies berichtet fnp.de.

Skigebiete in Hessen: Besucher-Chaos auf dem Hohen Meißner - Hubschrauber im Rettungseinsatz

Auf dem Hohen Meißner bei Eschwege (Werra-Meißner-Kreis) kam es zu gleich zwei Unfällen beim Schlittenfahren - allerdings wurden die Rettungskräfte von den vielen Menschen auf und um die Skipisten in ihrer Arbeit behindert. Durch „wildes Parken und Verkehrschaos“ sei die Anfahrt der Helfer massiv beeinträchtigt worden, erklärt der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes aus Großalmerode.

Der Rettungswagen sei nur schwer vorangekommen, sodass man entschied den Notarzt mit dem Hubschrauber an den Einsatzort zu fliegen. Dies bestätigt Polizeihauptkommissar Andreas Kalus von der Polizeidirektion Werra-Meißner. Der Verkehr auf und um den Hohen Meißner hätte eine Zeit lang vollkommen stillgestanden - Zufahrtswege wurden durch die Polizei gesperrt.

Der Polizeihauptkommissar berichtet, dass die Massen sich auch von einer Rundfunkwarnung und Durchfahrtsverboten nicht stoppen ließen. Der Ansturm von Besuchern ließ das ganze Wochenende nicht nach, sodass die Polizei dauerhaft im Einsatz war. Weitere Arbeit erhielten die Polizeibeamten durch Autopannen, wie festgefahrene Fahrzeuge auf eisglatter Fahrbahn.

Die Polizei koordinierte nicht nur die Verkehrsmaßnahmen, sondern kontrollierte auch die Einhaltung der Corona-Regeln. In den Blick gerückt war der Hohe Meißner bereits kurz vor Silvester - dort hatten sich auf dem Plateau Autoposer getroffen und gegen die Corona-Kontaktbeschränkungen* verstoßen.

Skigebiete in Hessen: Polizei sperrt Zufahrtsstraßen in Willingen

Die Zufahrtsstraßen wurden nicht nur auf dem Hohen Meißner von der Polizei abgeriegelt - auch in Willingen ist es so weit. Der Krisenstab aus Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Willingen und Polizei traf die Entscheidung am Sonntagvormittag (03.01.2021): Die Einhaltung der Corona-Regeln und die Sicherheit des Verkehrs sei nicht mehr zu gewährleisten, wenn ein solcher Besucherandrang herrsche. Dies erklärte Thomas Trachte, der Bürgermeister von Willingen mit.

Die Schneefälle zum Jahresende zogen viele Gäste auf die wegen Corona eigentlich geschlossene Pisten ins Skigebiet Willingen.

Die restlichen Schließungen von Skipisten, Rodelhängen und Parkplätzen in und um das Skigebiet in Willingen folgen in der kommenden Woche. Trachte weiter: „Mit dieser Maßnahme soll das Besucheraufkommen im Skigebiet erheblich reduziert werden. Diese Maßnahme dient dem Infektionsschutz der Bevölkerung und der Verkehrssicherheit.“ 

Nach der Sperrung und dem Betretungsverbot in Winterberg (Nordrhein-Westfalen) sei die Zahl der Gäste auf Willingens Pisten noch weiter gestiegen, äußert sich ein Vertreter der Ettelsberg-Seilbahn GmbH. Neben dem Verkehrschaos seien auch in Willingen die Einhaltungen der Corona-Regeln* während des Lockdowns ausschlaggebend für die Schließungen der Skipisten.

Verkehrschaos in Willingen: Besucher stürmen Pisten

Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt. 
Der Schnee lockt aktuell viele Touristen: Willingen und umliegende Orte wurden am Samstag wieder von Besuchern gestürmt.  ©  Silke Quick

Skigebiete in Hessen: Chaos und ein verletztes Kind am Knüllköpfchen

Auch das beliebte Ausflugsziel Knüllköpfchen im Schwalm-Eder-Kreis* wurde am Wochenende von Winter-Freunden überrannt. Hier kam es zu einem Rettungseinsatz mit einem Hubschrauber: Ein 11-jähriger Junge war am Samstagmittag (02.01.2021) beim Schlittenfahren schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus geflogen werden. Nähere Angaben zum Zustand des Jungen machte die Polizei nicht.

Am Wochenende (02./03.01.2021) war er Andrang am Knüllköpfchen bei Schwarzenborn groß: „Momentan ist wegen der günstigen Schneeverhältnisse viel los auf dem Knüllköpfchen, ein Auto hatte sich festgefahren“, sagt Jürgen Liebermann, Bürgermeister von Schwarzenborn. Der Rettungsdienst konnte dennoch gut an den Unfallort gelangen – trotz des großen Verkehrsaufkommens. Was Schwarzenborns Bürgermeister dabei zu Bedenken gibt: Viele Menschen würden ihre Autos ohne Rücksicht abstellen. „Es gibt uneinsichtige Menschen, die die Wege eigenwillig zuparken“, sagt er.

Skigebiet im Harz bei Göttingen: Chaotische Verhältnisse

Der Wintereinbruch im Harz sorgte am Sonntag teilweise für chaotische Verkehrsverhältnisse im Oberharz. Die Polizei sperrte die Bundesstraße 4 zwischen Torfhaus und Bad Harzburg für den Durchgangsverkehr. Der Verkehr staute sich wegen des Wintereinbruchs zum Teil auf mehreren Kilometern. Mehrere Fahrzeuge waren liegengeblieben und oberhalb von 300 Metern war der Winterdienst im Dauereinsatz.

Der Wintereinbruch lockte erneut viele Spontan-Besucher in den Oberharz. Dadurch kam es zu einem starken Verkehrsaufkommen. Die Parkplätze entlang der Bundesstraße 4, im Bereich Bad Harzburg/Torfhaus/Braunlage waren am Sonntag bereits am Vormittag völlig überlastet. Die Polizei bat deshalb die Verkehrsteilnehmer, dieses Gebiet weiträumig zu umfahren.

„Fahren Sie nicht in den Harz. Vermeiden Sie Menschenansammlungen und beachten Sie die bestehenden Corona-Regeln“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Auch in den kommenden Tagen ist weiterhin mit Schneefall im Harz zu rechnen. (Jennifer Greve, Bernd Schlegel, Linett Hanert, Nail Akkoyun und Diana Rissmann) *hna.de und fnp.de sind Teile des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Wilhelm Figge

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