Landkreis verlässt Bundesnotbremse

Corona in Waldeck-Frankenberg: Diese Lockerungen gelten ab Fronleichnam

Aufgrund der niedrigen Inzidenzen darf in Waldeck-Frankenberg mit bestimmten Auflagen gelockert werden.
+
Aufgrund der niedrigen Inzidenzen darf in Waldeck-Frankenberg mit bestimmten Auflagen gelockert werden.

Aufgrund der niedrigen Corona-Inzidenz darf der Kreis Waldeck-Frankenberg die Bundesnotbremse verlassen und weiter lockern.

Waldeck-Frankenberg - Am Dienstag, 1. Juni, lag die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Waldeck-Frankenberg bei 60,7, berichteten Landkreis und Robert-Koch-Institut am Morgen. Damit treten die Vorgaben der Bundes-Notbremse am übernächsten Tag, Donnerstag, vorerst außer Kraft.

Ab 3. Juni gelten somit die Regelungen der Stufe 1 der hessischen Landesverordnung, die in einigen Bereichen vorsichtige Lockerungen zulässt. Auch die Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr in Waldeck-Frankenberg ist damit vorerst aufgehoben.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Kontaktbeschränkungen und Einkaufen

Es dürfen sich im öffentlichen Raum nur die Angehörigen von zwei Haushalten treffen. Für Zusammenkünfte in privaten Wohnungen wird eine Beschränkung auf den eigenen Haushalt und einen weiteren dringend empfohlen. Die Kontaktbeschränkungen gelten nicht für Zusammenkünfte, an denen ausschließlich geimpfte oder genesene Personen teilnehmen. Trotzdem wird auch hier die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen dringend empfohlen.

Der Einzelhandel ist zwar weiterhin grundsätzlich geschlossen. Ausnahmen sind jedoch Lebensmittelgeschäfte, Direktvermarkter, Reformhäuser, Wochenmärkte, Spezialmärkte und vergleichbare Verkaufsveranstaltungen, Baby-Fachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Kioske, Buchhandlungen, Floristen, Garten-Märkte, Bau- und Heimwerkermärkte, Ersatzteilverkaufsstätten für KFZ und Fahrräder, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte und der Großhandel.

Alle anderen Geschäfte wie Modehäuser, Möbelgeschäfte oder Schuhläden dürfen fürs Shoppen mit Termin unter Beachtung der Hygieneregeln öffnen. Ein Negativ-Nachweis wird hier empfohlen.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Gastronomie und Tourismus

Gastronomische Angebote im Außenbereich sind mit einem Negativ-Nachweis der Gäste nach der Landesverordnung erlaubt. Außerhalb des Sitzplatzes muss aber eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Touristische Übernachtungen sind gestattet, wenn Gäste bei der Anreise einen Negativ-Nachweis vorweisen können. Bei Aufenthalten von mehr als sieben Tagen in einer Einrichtung, wo man Gemeinschaftsbereiche nutzt wie beispielweise die Speisesäle oder Sanitär-Einrichtungen muss man zwei Mal die Woche einen Negativ-Nachweis erbringen.

Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen mit Ausnahme der Außenbereiche von Tierparks, Zoos, botanischen Gärten, Freizeitparks und Freizeitangeboten wie Sommerrodelbahnen, Minigolf- oder Bolzplätze draußen. Touristischer Bus- und Bahnverkehr und die Ausflugsschifffahrt sind mit einem Negativ-Nachweis erlaubt.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Körpernahe Dienstleistungen

Körpernahe Dienstleistungen sind nach vorheriger Terminvereinbarung erlaubt, wenn der Körperkontakt auf ein notwendiges Minimum reduziert wird. Bei Dienstleistungen zur Körperpflege wie Maniküre, Kosmetik, Friseur oder ähnliches müssen Kunden einen Negativ-Nachweis vorlegen.

Ein Negativ-Nachweis ist ein schriftlicher Nachweis über einen negativen Corona-Test, der nicht älter ist als 24 Stunden und von einer offiziellen Teststelle ausgestellt wurde, ein Selbsttest, der vor Ort unter Aufsicht durchgeführt wurde, ein Nachweis über den vollständigen Impfschutz oder ein Genesenen-Nachweis.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Schule und Sport

Ab Donnerstag treten auch Lockerungen für die Schulen in Kraft, die wegen des Feiertags am Donnerstag und des Brückentags am Freitag dann ab Montag, 7. Juni, gelten: Klassen 1 bis 6 Präsenzunterricht, Klassen 7 bis 11 Wechselunterricht, Abschlussklassen Präsenzunterricht. Die Testpflicht 2 Mal pro Woche bleibt bestehen.

In Lockerungsstufe 1 gilt: Entsprechend Kontaktregeln möglich. Fitnessstudios (mit Kontaktdatenerfassung, aktuellem Test und Terminvereinbarung), Schwimmbäder geschlossen. Gruppensport für Kinder (bis einschließlich 14) ist wie bisher möglich.

Corona-Pandemie: Wie geht es in Waldeck-Frankenberg weiter?

Die Regelungen der hessischen Landesverordnung gelten jedoch nur, solange die Inzidenz unter 100 bleibt. Steigt sie an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, treten die Vorgaben der Bundes-Notbremse am übernächsten Tag wieder in Kraft. Umso wichtiger sei es laut Kreisspitze, trotz Lockerungen umsichtig zu bleiben. „Gemeinsam konnten wir die Infektionszahlen herunterbringen“, sagen Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. „Das ist neben den eingeleiteten Maßnahmen vor allen auch den Menschen in Waldeck-Frankenberg zu verdanken, die sich an die Regeln gehalten haben.“

Nun gelte es, das Erreichte nicht zu gefährden und die Inzidenz zu stabilisieren und langfristig weiter zu senken, um die Lockerungen zu sichern. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lockerungsstufe 1 und den dazugehörigen Regelungen, die nach der hessischen Landesverordnung gelten, hat der Landkreis online unter landkreis-waldeck-frankenberg.de/rechtlichefragen zusammengefasst.

Noch weiter darüberhinausgehende Lockerungen sind nach Möglichkeit perspektivisch in Stufe 2 möglich, die dann greift, wenn die Inzidenz nach Erreichen von Stufe 1 weitere 14 Tage unter 100 ist oder fünf Tage unter 50 liegt – und dann jeweils ab dem nächsten Tag.

Kampf gegen Corona: Kreis Waldeck-Frankenberg empfiehlt Nutzung der LUCA-App

Zur Ergänzung der Hygienekonzepte in jeglichen Bereichen empfiehlt der Landkreis zudem die Nutzung der LUCA-App. Sie ermöglicht eine verschlüsselte digitale Kontaktnachverfolgung per Smartphone. Menschen, die die App auf ihr Handy geladen haben, können sich damit beispielsweise bei Gastronomiebesuchen oder auch beim Frisör über einen QR-Code einchecken.

Die Anwendung registriert den Besuch. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass man währenddessen unwissentlich Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte, kann der Fachdienst Gesundheit des Landkreises die Nutzenden schnell und einfach kontaktieren – und so noch gezielter Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen. Der Schutz vor einer Ansteckung und Verbreitung des Virus kann so weiter erhöht werden.

So funktioniert die App: Man lädt sich die Anwendung auf sein Smartphone. Bei der Anmeldung wird man aufgefordert, seine Kontaktdaten zu hinterlegen. Nach wenigen Klicks ist die App einsatzbereit. Über QR-Codes kann man sich in Lokalitäten – beispielsweise an einem Tisch in einem Restaurant – einloggen. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass man Kontakt mit einer infizierten Person hatte, wird man über den Corona-Ausbruch informiert – ohne, dass handschriftliche Listen mit Kontaktdaten ausgewertet werden müssen.

Auch der Landkreis Waldeck-Frankenberg nutzt die digitale Form der Kontaktnachverfolgung bereits in seinen Verwaltungsstellen – beispielsweise bei Gremiensitzungen oder den wenigen dienstlichen Zusammenkünften, die digital nicht möglich sind.

Waldeck-Frankenberg: Die aktuellen Corona-Zahlen vom 1. Juni

Laut Landkreis gab es am Dienstag, 1. Juni, drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zum Montag. Die Zahl der akuten Fälle ist um 2 auf 314 gestiegen, weil ein Mensch, der schon infiziert war, wieder genesen ist. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist um 2 auf 18 gestiegen, 5 von ihnen (+1) liegen auf der Intensivstation. Einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Corona gibt es nicht (bisher 156).

Wie sich die 314 akuten Corona-Fälle vom Dienstag auf die 22 Städte und Gemeinden im Landkreis verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zum Vortag):

  • Allendorf 22 (+0)
  • Bad Arolsen 22 (+1)
  • Bad Wildungen 36 (- 1)
  • Battenberg 23 (+0)
  • Bromskirchen 10 (+0)
  • Burgwald 18 (+0)
  • Diemelsee 2 (+0)
  • Diemelstadt 6 (+0)
  • Edertal 7 (+1)
  • Frankenau 0 (+0)
  • Frankenberg 38 (+0)
  • Gemünden 2 (+0)
  • Haina 3 (+0)
  • Hatzfeld 2 (+0)
  • Korbach 60 (+1)
  • Lichtenfels 3 (+0)
  • Rosenthal 2 (+0)
  • Twistetal 14 (+0)
  • Vöhl 6 (+0)
  • Volkmarsen 15 (+0)
  • Waldeck 17 (+0)
  • Willingen 6 (+0)

Erklärung zur Statistik

Die Zahlen in der Liste oben sind nicht die Neuinfektionen, sondern die akuten Fälle (Menschen, die aktuell infiziert sind). Die Zahlen, die in Klammern stehen, sind das Plus bzw. Minus an akuten Fällen im Vergleich zur letzten Veröffentlichung. Dass die Zahl der Neuinfektionen nicht mit dem Plus an akuten Fällen identisch ist, ergibt sich dadurch, dass im Gegenzug zu den Neuinfektionen auch Menschen, die bisher zu den akuten Fällen zählten, wieder genesen. Beispiel: Wenn es in einer Stadt 30 Neuinfektionen gibt, gleichzeitig aber 5 bisher Infizierte genesen, dann gibt es in dieser Stadt nur 25 neue akute Fälle (30 Neuinfektionen minus 5 Genesene). Das ist dann die Zahl in Klammern. Und wenn eine andere Stadt 5 Neuinfektionen hat, aber gleichzeitig 10 neue Genesene, dann steht in Klammern -5.

(Jörg Paulus)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.