Landkreis-Statistik

Corona in der Region: Dieser Landkreis hat eine der höchsten Inzidenzen in Deutschland

Es gibt weiterhin zahlreiche Neuinfektionen: Im Kreis Waldeck-Frankenberg steigt die Inzidenz trotz Corona-Notbremse weiter an. (Symbolbild)
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Es gibt weiterhin zahlreiche Neuinfektionen: Im Kreis Waldeck-Frankenberg steigt die Inzidenz trotz Corona-Notbremse weiter an. (Symbolbild)

In vielen Landkreisen und Städten sinken die Corona-Inzidenzen - nicht aber im Kreis Waldeck-Frankenberg. Dort ist der Wert einer der höchsten in Deutschland.

Waldeck-Frankenberg – Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Waldeck-Frankenberg ist am Donnerstag, 20. Mai 2021, erneut gestiegen. Mit 124,7 hat Waldeck-Frankenberg die höchste Inzidenz in Hessen und eine der höchsten in ganz Deutschland. Am Freitag ist die Inzidenz in dem Landkreis erneut gestiegen.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg meldete am Donnerstag, 20. Mai 2021, 62 Neuinfektionen seit Mittwoch, 30 Menschen, die schon infiziert waren, sind wieder genesen. Dadurch ist die Zahl der akuten Fälle im Ergebnis um 32 auf 390 gestiegen. Das ist der höchste Wert seit einem Monat (412 am 22. April). 29 Corona-Patienten (+1) liegen im Krankenhaus, sieben von ihnen (-1) auf der Intensivstation. Einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Corona gibt es nicht.

Corona in Nordhessen: Inzidenz im Kreis Waldeck-Frankenberg steigt weiter

Von Mittwoch auf Donnerstag ist in Waldeck-Frankenberg die Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen angibt, von 119,6 auf 124,7 gestiegen. In den vergangenen sieben Tagen wurden insgesamt 195 Infektionen im Landkreis nachgewiesen. Die höchste Inzidenz in ganz Deutschland hatte am Donnerstag der Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit 218,4, den niedrigsten der Landkreis Schleswig-Flensburg mit 9,79.

Insgesamt gibt es derzeit in Norddeutschland die niedrigsten Infektionszahlen. Unter den Bundesländern hatte Schleswig-Holstein am Donnerstag mit 31 die niedrigste Inzidenz, Thüringen mit 107 die höchste und als einziges Bundesland einen dreistelligen Wert. Hessen kommt auf 75, der Bundesschnitt liegt bei 68. Tendenz sinkend.

Nachbarkreise von Waldeck-Frankenberg mit Corona-Inzidenz unter 100

Während Waldeck-Frankenberg auf der Inzidenz-Landkarte des Robert-Koch-Institutes zu den 60 dunkelroten Regionen mit Werten über 100 gehört, sind die Nachbarlandkreise alle hellrot gefärbt – dort liegt die Inzidenz jeweils unter 100: Schwalm-Eder 87,9; Kreis Kassel 75,2; Marburg-Biedenkopf 69,6; Hochsauerlandkreis 67,4; Kreis Höxter 60,6; Siegen-Wittgenstein 50,9. Die Stadt Kassel hatte am Donnerstag eine Inzidenz von 118,7.

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die Inzidenz an fünf Werktagen in Folge unter 100 liegt, gibt es erste Lockerungen von der Bundes-Notbremse. Das Land Hessen hat dafür einen Stufenplan aufgestellt. Die zweite Lockerungsstufe wird erreicht, wenn ein Kreis mit der 7-Tage-Inzidenz an weiteren 14 Tagen unter 100 oder an fünf Tagen unter 50 liegt.

In Waldeck-Frankenberg liegt die Inzidenz seit dem 12. April über 100. Einzige Ausnahme war der 3. Mai; an dem Tag war der Wert wegen des Feiertages am 1. Mai aber nicht aussagekräftig, weil nicht getestet beziehungsweise ausgewertet wurde.

Kreis Waldeck-Frankenberg: Dreistellige Corona-Inzidenz verhindert baldige Lockerungen

Seit vier Wochen, seit dem 24. April, gilt in Waldeck-Frankenberg deshalb die Bundes-Notbremse. Das bedeutet zum Beispiel eine Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr, Einschränkungen im Einzelhandel und die Beschränkung für private Treffen auf einen Haushalt plus eine weitere Person. Angesichts der nach wie vor dreistelligen Inzidenzwerte sind zum Beispiel Öffnungen der Außengastronomie in Waldeck-Frankenberg derzeit nicht in Sicht.

„Das Infektionsgeschehen in Waldeck-Frankenberg verteilt sich diffus auf den gesamten Landkreis. Es gibt derzeit keine ausgesprochenen Hotspots“, teilte der Landkreis Waldeck-Frankenberg am Donnerstag auf Nachfrage mit. Die vergleichsweise hohen Zahlen seien überwiegend auf das private Umfeld zurückzuführen und stünden teils auch im beruflichen Kontext. „Leider spielen auch vermehrt private Feiern und größere Familienzusammenkünfte eine Rolle“, sagte Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner.

Britische Corona-Variante in Waldeck-Frankenberg verbreitet - Landkreis appelliert an Bürger

Der Landkreis betreibe eine „sehr aufwändige und engmaschige Kontaktnachverfolgung“. Die Erfahrung in Waldeck-Frankenberg zeige, dass mittlerweile in der Regel viele enge Kontakte einer infizierten Person innerhalb der Quarantäne ebenfalls positiv werden. Ziel des Landkreises sei es, möglichst alle Infektionen zu erkennen, um die Ketten zu durchbrechen. „Leider wird dabei aber auch immer wieder festgestellt, dass bei der Nachverfolgung Kontakte oft unzureichend oder lückenhaft angegeben werden“, berichtet Heimbuchner.

Der Landkreis bitte daher nicht nur darum, sich weiterhin an die geltenden Kontakt- und Hygieneregeln zu halten, sondern vor allem auch darum, im Infektionsfall dem Fachdienst Gesundheit des Landkreises Kontakte vollständig und umfassend mitzuteilen. Nur so und durch gemeinsame Anstrengung könnten die Zahlen auch in Waldeck-Frankenberg dauerhaft gesenkt werden.

Derzeit sei im Landkreis die britische Corona-Mutation sehr verbreitet; einen nachgewiesenen Fall der indischen Variante gebe es in Waldeck-Frankenberg noch nicht.

Corona in Kreis Waldeck-Frankenberg: Die akuten Fälle in den Städten und Gemeinden

Wie sich die 390 akuten Corona-Fälle vom Donnerstag auf die 22 Städte und Gemeinden im Landkreis verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zum Vortag):

  • Allendorf 38 (+ 2)
  • Bad Arolsen 36 (+ 2)
  • Bad Wildungen 43 (+11)
  • Battenberg 38 (+ 0)
  • Bromskirchen 14 (+ 0)
  • Burgwald 15 (+ 0)
  • Diemelsee 3 (+ 0)
  • Diemelstadt 1 (- 1)
  • Edertal 10 (+ 0)
  • Frankenau 1 (+ 0)
  • Frankenberg 38 (+ 5)
  • Gemünden 4 (- 1)
  • Haina 2 (- 1)
  • Hatzfeld 2 (+ 0)
  • Korbach 58 (+ 6)
  • Lichtenfels 3 (+ 1)
  • Rosenthal 5 (- 2)
  • Twistetal 20 (+ 3)
  • Vöhl 8 (+ 1)
  • Volkmarsen 23 (+ 1)
  • Waldeck 22 (+ 4)
  • Willingen 6 (+ 1)

Erklärung zur Statistik

Die Zahlen in der Liste oben sind nicht die Neuinfektionen, sondern die akuten Fälle (Menschen, die aktuell infiziert sind). Die Zahlen, die in Klammern stehen, sind das Plus bzw. Minus an akuten Fällen im Vergleich zur letzten Veröffentlichung. Dass die Zahl der Neuinfektionen nicht mit dem Plus an akuten Fällen identisch ist, ergibt sich dadurch, dass im Gegenzug zu den Neuinfektionen auch Menschen, die bisher zu den akuten Fällen zählten, wieder genesen. Beispiel: Wenn es in einer Stadt 30 Neuinfektionen gibt, gleichzeitig aber 5 bisher Infizierte genesen, dann gibt es in dieser Stadt nur 25 neue akute Fälle (30 Neuinfektionen minus 5 Genesene). Das ist dann die Zahl in Klammern. Und wenn eine andere Stadt 5 Neuinfektionen hat, aber gleichzeitig 10 neue Genesene, dann steht in Klammern -5.

Immer mehr Menschen lassen sich im Kreis Waldeck-Frankenberg gegen Corona impfen. Im Impfzentrum Korbach soll mithilfe eines Corona-Impfnachrücker-Services verhindert werden, dass Impfstoffdosen unbenutzt bleiben. Mit dem Waldeck-Frankenberg-Newsletter bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand.

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