Weitere Einschränkungen wegen steigender Zahlen

Corona in Waldeck-Frankenberg: Gemeinden schließen DGHs

Maskenpflicht
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In Waldeck-Frankenberg gelten seit Donnerstag verschärfte Corona-Regeln.

Der Anstieg der Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg hat weitere Auswirkungen auf das öffentliche Leben im Landkreis. Am Freitag wurden weitere Einschränkungen bekannt.

Waldeck-Frankenberg – Nachdem der Landkreis am Donnerstag wegen steigender Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg dazu aufgerufen hat, die Corona-Regeln konsequenter einzuhalten, haben die ersten Städte und Gemeinden ihre Bürgerhäuser und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen, um einer weiteren Ausbreitung der Corona-Pandemie entgegenzusteuern.

So hat Frankenau zum Beispiel bis auf Weiteres die Kellerwaldhalle und die Dorfgemeinschaftshäuser für die meisten Veranstaltungen gesperrt. Ausgenommen sind „unabwendbare Sitzungen“ von politischen oder sonstigen Gremien. Betroffen sind vor allem Vereine: „Ich gehe davon aus, dass die zum Teil aus dem Frühjahr verschobenen Jahreshauptversammlungen in diesem Jahr nicht mehr in den DGHs stattfinden können“, sagt Frankenaus Bürgermeister Björn Bede. Auch die Gemeinde Edertal hat die Schließung ihrer Gemeinschaftseinrichtungen für private Anlässe inklusive Vereinsleben bis 31. Januar verlängert.

„Die aktuelle Entwicklung und insbesondere die Aussage von Thomas Hetche, dem Leiter des Gesundheitsamtes, dass jede Feier, Veranstaltung oder Zusammenkunft, die nicht stattfindet, infektiologisch gesehen ein Gewinn sei, veranlassen uns dazu, mit weiteren Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beizutragen“, sagt Brede und rät dazu, Verhalten zu überdenken und Kontakte zu minimieren: „Dadurch können wir das Risiko für Schließungen von Kitas und Schulen senken.“

Inzidenz auf 44,1 gestiegen

Der für die Corona-Einschränkungen wichtige Inzidenz-Wert ist in Waldeck-Frankenberg laut Landkreis von Donnerstag zu Freitag von 43,5 auf 44,1 gestiegen. Die nächste Warnstufe mit strikten Alltagsbeschränkungen gilt ab 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Seit Donnerstag gab es zehn Neuinfektionen, gleichzeitig sind 18 Infizierte genesen, sodass aktuell 74 Menschen im Landkreis als infiziert gelten – acht weniger als am Vortag.

Was sich in ihrer Kommune konkret ändert, sollten Betroffene direkt bei ihrer Verwaltung erfragen, einige Städte und Gemeinden haben die aktuellen Hinweise auf ihrer Homepage veröffentlicht oder Ortsvorsteher und Hausmeister informiert. Manche warten allerdings auf eine Allgemeinverfügung des Landkreises. Am Dienstag wird es eine Besprechung der Kreisspitze mit den Bürgermeistern geben.

Auch andere gesellschaftliche Bereiche haben schon auf die verschärfte Corona-Lage im Landkreis reagiert: In einzelnen Seniorenheimen wurden am Freitag wieder Besuchsverbote verhängt.

Brede: „Wir müssen wieder verzichten“

„Wir müssen wieder eine Weile auf private Feierlichkeiten und Vergnügungsabende verzichten und an die Kinder sowie unsere älteren Mitmenschen denken. Besonders diese Personengruppen erfahren bei steigenden Fallzahlen die größten Einschnitte“, sagt der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede.

Brede findet, dass es im Landkreis einheitliche Regelungen geben sollte; das erwarte die Bevölkerung. Bisher verhalten sich die 22 Städte und Gemeinden noch uneinheitlich, da der Landkreis am Donnerstag nur Empfehlungen und Appelle ausgesprochen hat. Etwa die, öffentliche Veranstaltungen auf 150 Menschen zu begrenzen, privat nur noch mit höchstens 15 Personen oder zwei Hausständen zusammenzukommen und Sportveranstaltungen möglichst ohne Zuschauer auszutragen.

In Frankenau und der Nachbargemeinde Haina wurden nun DGHs, Bürgerhäuser und Sporthallen für private Nutzung und Vereinsaktivitäten gesperrt. „Die öffentlichen Gebäude werden auch für Vereinsaktivitäten wie Jahreshauptversammlungen oder Übungsstunden von Gesangs- oder Musikvereinen gesperrt“, heißt es auf der Homepage der Gemeinde Haina. Sie appelliert, private und öffentliche Zusammenkünfte, Feiern und ähnliche Aktivitäten, die nicht zwingend notwendig seien, zu vermeiden, um den Anstieg der Infektionszahlen aufzuhalten.

Ähnliche Regelungen hat die Gemeinde Edertal getroffen. Ausnahmen werden im Einzelfall erteilt für notwendige Sitzungen unter der Maßgabe, dass daran nicht mehr als zehn Personen teilnehmen und die Hygieneregeln eingehalten werden.

Anders Bad Wildungen: Die Stadt wartet mit neuen Vorschriften auf eine neue Allgemeinverfügung des Landkreises. So lange dürfen die Gemeinschaftseinrichtungen unter Beachtung der bekannten Regeln für alle gewohnten Zwecke genutzt werden, beispielsweise für Hochzeits- oder Konfirmationsfeiern wie an diesem Wochenende.

„Die Durchführung von Sportveranstaltungen und der allgemeine Sportbetrieb werden ebenfalls überdacht, auch wenn schlüssige Hygienekonzepte vorliegen“, schreibt Volker Becker, der Bürgermeister von Diemelsee in einer aktuellen Mitteilung an die Ortsbeiräte, Vereine und Hausmeister der Gemeinde. „Die Praxis hat gezeigt, dass – insbesondere, wenn nach dem Sport Alkohol im Spiel ist – die Umsetzung der Konzepte, sprich die Einhaltung der Abstandsregeln, nicht vollumfänglich gelingt“, erläutert Becker.

Am kommenden Dienstag findet eine Besprechung der Waldeck-Frankenberger Bürgermeister mit dem Landkreis statt, bei der weitere Maßnahmen besprochen werden sollen, kündigt Björn Brede an. (Von Jörg Paulus und Susanna Battefeld)

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