So haben sich die Zahlen im Landkreis entwickelt

Corona in Waldeck-Frankenberg „in jedem Fall besorgniserregend“

Symbolbild mit einem Corona-Teststäbchen.
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Symbolbild mit einem Corona-Teststäbchen.

Die Inzidenz für die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Waldeck-Frankenberg ist am Dienstag auf 128,6 gestiegen. Die Entwicklung sei „in jedem Fall besorgniserregend“, sagte Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese im Kreistag.

Waldeck-Frankenberg – Wie stark die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg in diesem Herbst gestiegen sind, zeigen Vergleiche mit den Zahlen der vergangenen Wochen und Monate.

Positive Tests

In den ersten sieben Monaten der Pandemie – von Anfang März bis Mitte Oktober – wurden 301 Menschen in Waldeck-Frankenberg positiv auf das Coronavirus getestet. In den vergangenen drei Wochen, zwischen dem 14. Oktober und dem 3. November, waren es 330. Allein von Freitag, 30. Oktober, bis Dienstag, 3. November, sind nach der Statistik des Landkreises 101 Neuinfektionen hinzugekommen.

Es werden derzeit aber auch mehr Menschen auf das Virus getestet als noch Anfang Oktober und zu Beginn der Pandemie. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), die das Testcenter für Waldeck-Frankenberg in Korbach betreibt, wurden an den vergangenen zehn Tagen zwischen 44 und 85 Tests pro Tag durchgeführt. Im Frühjahr gab es zwischen 10 und 50 Tests pro Tag, im Durchschnitt etwa 25. Es melden sich derzeit aber auch mehr Menschen mit Symptomen beim Testcenter, berichtet die KVH.

Aktuell Infizierte

Am Dienstag meldete der Landkreis 190 Menschen, die aktuell infiziert waren. In der Statistik am Montag waren es ursprünglich 205 akut Infizierte – der Landkreis hat die Zahl am Dienstag aber nochmal überprüft und um einige Fälle auf 193 nach unten korrigiert. „Das liegt daran, dass Laborbefunde mit dem entsprechenden Meldedatum nachträglich in die Statistik eingepflegt wurden“, teilte Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner gestern mit. Die Statistik sei daraufhin angepasst worden.

Trotzdem sind die Zahlen der akuten Fälle in den vergangenen Tagen so stark gestiegen wie bisher noch nie in den vergangenen acht Monaten: Am vergangenen Freitag waren es noch 154 akut Infizierte, am Mittwoch 100 – sechs Tage später mit 190 nun also fast doppelt so viele.

Die Corona-Grafik des Landkreises vom 3. November: Vor drei Wochen, am 14. Oktober (Balken ganz links), war die Gesamtzahl aller positiven Corona-Tests im Landkreis mit 301 nicht mal halb so hoch wie gestern mit 631 (rechter Balken).

Monatelang waren die 55 Infizierten vom 5. April der Höchststand der akuten Fälle im Landkreis. Am 21. Oktober wurde dieser Wert mit 62 erstmals übertroffen und seitdem auch nicht mehr unterschritten.

Inzidenz

Der Inzidenz-Wert gibt an, wie viele Menschen sich in einem Landkreis oder einer Großstadt – bezogen auf 100 000 Einwohner – in den vergangenen sieben Tagen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Inzidenz wurde eingeführt, um die Zahlen aus verschiedenen Regionen vergleichen zu können. Anhand der Zahl wird bemessen, auf welcher Stufe des Eskalationskonzeptes der Landkreis steht und welche Maßnahmen und Einschränkungen dann getroffen werden.

Waldeck-Frankenberg hatte am 22. Oktober mit einer Inzidenz von 43,5 die dritte (ab 35) von fünf Warnstufen erreicht, der Landkreis hatte die Corona-Regeln deshalb verschärft und unter anderem die Teilnehmerzahlen für öffentliche Veranstaltungen (höchstens 150) und Feiern in privaten Räumen (höchstens 15) begrenzt.

„Verantwortlich dafür sind die Nachlässigkeiten und die Unvernunft bei einigen Menschen. Personen, die die Gefahr des Coronavirus abstreiten sowie die Ignoranz der Corona-Leugner haben uns in diese Lage gebracht.“

Karl-Friedrich Frese, Gesundheitsdezernent Waldeck-Frankenberg

Am vergangenen Freitag erreichte Waldeck-Frankenberg mit 94,0 die höchste Warnstufe (ab 75). Neue Maßnahmen wurden aber nicht ergriffen, weil am Montag sowieso der Teil-Lockdown in Hessen in Kraft trat. Am Dienstag stieg die Inzidenz im Landkreis auf 128,6.

Genesene

Mit der Zahl der Infizierten steigt auch die Zahl der Genesenen stetig an. Von Montag auf Dienstag sind 41 Genesene neu hinzugekommen. Derzeit gelten 436 der bisher insgesamt 631 positiv getesteten Menschen im Landkreis als wieder gesund.

Behandlung

Die steigenden Infektionszahlen haben dafür gesorgt, dass mehr Menschen im Krankenhaus behandelt werden müssen. Am Montag wurden 40 Patienten stationär behandelt, einer davon auf einer Intensivstation. Wie am Dienstag berichtet, reichen die Kapazitäten in den heimischen Krankenhäusern noch aus, auch die Intensivplätze für Covid-19-Patienten.

Karl-Friedrich Frese, Gesundheitsdezernent Waldeck-Frankenberg

Derzeit sind insgesamt 85 Mitarbeiter beim Landkreis mit der Bewältigung der Corona-Krise beschäftigt, berichtete Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. Vornehmlich kümmern sie sich um die Nachverfolgung der Kontaktpersonen, wenn Infektionen aufgetreten sind. „Aber auch die sogenannte Kontaktpflege wird von uns übernommen. Hier sind vier Teams mit je acht Personen im Einsatz, um sich sieben Tage in der Woche um Menschen zu kümmern, die sich in häuslicher Quarantäne befinden.“

Todesfälle

Die gute Nachricht bei all den steigenden Zahlen: Im Landkreis gibt es keinen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Den letzten der bisher fünf bestätigten Todesfälle hatte der Landkreis Ende Mai gemeldet. Alle fünf Patienten litten laut der Kreisverwaltung an Vorerkrankungen.

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