1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Corona in Waldeck-Frankenberg: Inzidenz steigt, Landkreis warnt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jörg Paulus

Kommentare

Person in Schutzkleidung, die ein Teststäbchen hält
Symbolbild Corona-Test © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Corona-Infektionszahlen in Waldeck-Frankenberg sind aktuell relativ stark gestiegen. Der Landkreis appelliert deshalb daran, sich freiwillig an Corona-Maßnahmen zu halten.

Waldeck-Frankenberg – Der Landkreis Waldeck-Frankenberg berichtete am Dienstag, 14. Juni, von 482 nachgewiesenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zum letzten Lagebild von Freitag, die 7-Tage-Inzidenz ist seitdem von 395 auf 638 gestiegen. So hoch war sie seit vier Wochen nicht mehr.

Die Zahl der akuten Corona-Fälle ist - abzüglich der 190 neuen Genesenen - seit Freitag um 292 auf 1572 gestiegen, die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern auf 20 (+5 seit Freitag), drei von ihnen liegen auf der Intensivstation (+0). Einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Corona gibt es nicht (bisher 198).

Landkreis ruft dazu auf, Corona-Regeln einzuhalten

Angesichts dieser Entwicklung appelliert der Landkreis an die Menschen in Waldeck-Frankenberg, sich freiwillig an Abstands- und Hygieneregeln zu halten und vor allem in Gebäuden eine Maske zu tragen. „Die meisten Regeln sind gefallen, aber das Virus ist dennoch da“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Die meisten Corona-Regeln sind seit gut zwei Monaten außer Kraft gesetzt, das Leben hat wieder etwas mehr Normalität bekommen. „Das sollte aber nicht dazu verleiten, allzu sorglos zu werden“, sagt Frese und weist darauf hin, dass die 7-Tage-Inzidenz seit Kurzem eine deutlich ansteigende Tendenz aufweise.

„Das hat natürlich mit der hoch ansteckenden Omikron-Subvariante BA.5 zu tun, die sich vor allem in Portugal, aber auch anderen europäischen Ländern rasend schnell ausbreitet“, sagt Frese in einer Pressemitteilung. Besorgniserregend sei, dass in Portugal ein deutlicher Anstieg der Sterblichkeit im Zusammenhang mit Corona registriert werde. „Ob sich diese Entwicklung auch bei uns zeigen wird, kann man der Einschätzung von Experten zufolge erst in ca. einem Monat verbindlich sagen.“

„Es ist in hohem Maße wahrscheinlich, dass wir keinen infektionsfreien Sommer haben werden“, stellt Frese fest. „Umso mehr, als das soziale Leben wieder an Fahrt aufnimmt und viele Großveranstaltungen wieder durchgeführt werden.“ Festzustellen seien aktuell hohe Inzidenzzahlen nach großen Festen und Veranstaltungen in den Dörfern und Städten im Landkreis. Deshalb gelte es einmal mehr, sich eigenverantwortlich um größtmöglichen Schutz vor Ansteckung zu kümmern.

Hohe Dunkelziffer, wenige Teststellen

Experten gehen derzeit von einer hohen Dunkelziffer bei Corona-Erkrankungen aus, teilt der Landkreis mit. Viele Fälle würden nicht vom RKI erfasst – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen bzw. nicht machen lassen können, weil es an Teststellen fehlt. Aber die offizielle Statistik gründe sich ausnahmslos auf PCR-Tests.

Angesichts dessen und auch, weil für den Herbst die nächste große Infektionswelle erwartet werde, empfiehlt der Landkreis den Menschen, den eigenen Impfschutz zu vervollständigen und die von der Stiko empfohlene Auffrischungsimpfung wahrzunehmen. Auch sei es hilfreich, sich durch das freiwillige Tragen von Masken, vor allem in Gebäuden, sowie durch die Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln selbst zu schützen. Corona sei nach wie vor eine konkrete Realität und Bedrohung. Daran ändere auch die Aufhebung der meisten Beschränkungen nichts.

Akute Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg

Wie sich die 1572 akuten Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg von Dienstag auf die 22 Städte und Gemeinden im Landkreis verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zum Freitag, als das bisher letzte Lagebild erschienen ist):

Auch interessant

Kommentare