Reaktion auf steigende Infektionszahlen

Corona in Waldeck-Frankenberg: Kreis richtet neue Impfenzentren ein

Auffrischimpfung gegen das Coronavirus
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Symbolbild Corona-Impfung

Um die weiter angespannte Corona-Lage in Waldeck-Frankenberg in den Griff zu bekommen, stockt der Landkreis das Impfangebot auf: Der Kreis eröffnet ab 23. November in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten und den Kommunen fünf Mini-Impfzentren.

Waldeck-Frankenberg – Die neuen Impfzentren entstehen in Korbach, Frankenberg, Bad Wildungen, Bad Arolsen und Sachsenhausen. Dort kann man sich ohne Terminvereinbarung seine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung (Booster) gegen das Coronavirus geben lassen (siehe Infobox unten). „Damit sollen die Hausarztpraxen unterstützt werden“, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch (17.11.2021) in einer Pressemeldung mit.

Die neuen kleinen Impfzentren sind eine Reaktion auf die weiter steigenden Infektionszahlen im Landkreis: Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Waldeck-Frankenberg ist am Mittwoch auf 149,5 gestiegen. Höher war sie in Waldeck-Frankenberg zuletzt am 23. Januar. Am Montag lag sie bei 136,7, vor einer Woche bei 106,1.

Laut Landkreis gab es seit Montag, dem Tag der letzten Veröffentlichung des Corona-Lagebildes, 83 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Weil 56 Menschen, die schon infiziert waren, wieder genesen sind, ist die Zahl der akuten Fälle um 27 auf 428 gestiegen.

Standorte und Zeiten der Impfzentren

Korbach: kleine Hauer-Turnhalle, dienstags und donnerstags 15 bis 19 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr

Bad Arolsen: Bürgerhaus (Rathausstraße 3), mittwochs 14 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr.

Frankenberg: ehemaliges MVZ im Kreiskrankenhaus (Eingang Hubschrauberplatz), mittwochs 15 bis 19 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr.

Bad Wildungen: Schule Breiter Hagen (Eingang Poststraße) mittwochs 15 bis 19 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr.

Sachsenhausen: Stadthalle (Werbaer Straße 5): mittwochs 14 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr.

Bis die Impfangebote in den vier Mittelzentren und in Sachsenhausen in der kommenden Woche starten, sind am Donnerstag, 18. November, von 15 bis 18 Uhr und am Samstag, 20. November, von 9 bis 13 Uhr noch Impfungen im Corona-Testzentrum in der Weizackerstraße 12 bis 14 in Korbach möglich. Die Kapazitäten seien dort aber begrenzt.

„Corona wütet derzeit heftiger denn je“

„Corona wütet derzeit heftiger denn je. Die Nachfrage nach Impfungen ist groß“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. Deshalb sollen die Hausarztpraxen durch die Mini-Impfzentren unterstützt werden. „Jeder Berechtigte soll auf Wunsch eine Impfung bekommen – und das schnellstmöglich“, sagt Frese. Grundsätzlich solle der Versorgungsauftrag der niedergelassenen Ärzte aber Priorität haben. Sie seien weiter erster Ansprechpartner für die Corona-Impfungen.

Karl-Friedrich Frese, Erster Kreisbeigeodrdneter

Da die Nachfrage – insbesondere an Booster-Impfungen – derzeit hoch sei, sollen zunächst möglichst ältere und vorerkrankte Menschen sowie Personal aus medizinischen und pflegerischen Einrichtungen geimpft werden. „Wir werden niemanden abweisen, können aber auch nicht alle auf einmal impfen. Daher die Reihenfolge. Wir bitten hier um etwas Geduld“, so Frese. „Gemeinsam mit den Hausärzten werden wir dafür sorgen, dass jeder zu gegebener Zeit seine Drittimpfung bekommt.“ Sollte das Angebot nicht ausreichen, werde man über weitere Angebote entscheiden. Ziel sei es, das Impftempo nun schnell wieder zu steigern.

Impfquote im Kreis unter 70 Prozent

Laut dem Land Hessen (Stand 14. November) seien in Waldeck-Frankenberg 69,5 Prozent der Menschen erstgeimpft und 69,3 Prozent vollständig geimpft, teilte der Landkreis mit. „Wir appellieren insbesondere an die Menschen, die noch keine Impfung bekommen haben“, heißt es in der Pressemitteilung. „Die Zahlen zeigen, dass auch in Waldeck-Frankenberg ein Großteil der auf den Intensivstationen liegenden Erkrankten nicht geimpft ist, da Ungeimpfte dem Virus schutzlos ausgeliefert sind.“

„Eine Überlastung der Intensivstationen gilt es – auch in Waldeck-Frankenberg – dringend zu verhindern“, sagt der Landkreis. Waldeck-Frankenberg sei in das Versorgungs- und Patientenverlegungskonzept „Kleeblatt“ des Landes Hessen eingebunden, das sicherstellen soll, dass Corona-Erkrankte aus überlasteten Häusern in andere Kliniken verteilt werden können.

Zehn Corona-Patienten im Krankenhaus

Am Mittwoch wurden laut Landkreis zehn Corona-Patienten in heimischen Krankenhäusern behandelt (+2 zum Montag). Weiterhin zwei von ihnen liegen auf der Intensivstation. Einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Corona gibt es nicht (bisher 164). „Lebensbedrohliche Verläufe, die bis hin zum Tod führen können, können durch die Schutzimpfung verringert werden“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Neben den Ungeimpften können in den neuen Mini-Impfzentren in den Mittelzentren Korbach, Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Arolsen sowie in Sachsenhausen auch vollständig Geimpfte ihre dritte Impfung bekommen. Bei ihnen sollte die zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegen. Maßgeblich sei hier die medizinische Einschätzung des impfenden Arztes. Zusätzlich können sich auch alle impfen lassen, die eine Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson bekommen haben.

Unterlagen ausgefüllt mitbringen

Unabhängig davon, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung handelt, sollten folgende Unterlagen zur Impfung mitgebracht werden, erklärte der Landkreis: die Krankenversicherungskarte, ein Ausweisdokument und möglichst der Impfpass. Bereits Geimpfte sollten zudem die Unterlagen ihrer Erst- bzw. Zweitimpfung bereithalten.

Zusätzlich dazu müssen das „Aufklärungsmerkblatt zur Schutzimpfung gegen Covid-19 mit mRNA-Impfstoff“ sowie der „Anamnese- und Einwilligungsbogen zur Schutzimpfung gegen Covid-19 mit mRNA-Impfstoff“ mitgebracht werden. Beide Dokumente sollten möglichst schon vollständig ausgefüllt sein. Man kann sie auf landkreis-waldeck-frankenberg.de/impfen herunterladen.

Akute Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg

Laut Landkreis waren am Mittwoch 428 Menschen in Waldeck-Frankenberg aktuell mit dem Coronavirus infiziert. Wie sich diese akuten Fälle auf die 22 Städte und Gemeinden verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zu Montag):

  • Allendorf 13 (- 2)
  • Bad Arolsen 23 (+ 3)
  • Bad Wildungen 29 (- 3)
  • Battenberg 23 (- 2)
  • Bromskirchen 1 (+ 0)
  • Burgwald 21 (- 3)
  • Diemelsee 22 (+ 1)
  • Diemelstadt 20 (+14)
  • Edertal 12 (+ 4)
  • Frankenau 9 (+ 2)
  • Frankenberg 73 (+ 4)
  • Gemünden 19 (- 3)
  • Haina 7 (+ 1)
  • Hatzfeld 6 (+ 0)
  • Korbach 71 (+ 4)
  • Lichtenfels 6 (+ 1)
  • Rosenthal 3 (- 2)
  • Twistetal 15 (+ 2)
  • Vöhl 10 (+ 2)
  • Volkmarsen 11 (- 2)
  • Waldeck 12 (+ 1)
  • Willingen 22 (+ 5)

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