Das sind die neuen Corona-Regeln

Corona in Waldeck-Frankenberg: Landkreis ab 10. Juni in Lockerungsstufe 2

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Wann die Freibäder öffnen, ist noch unklar. Jedenfalls wird es wieder Corona-Schutzmaßnahmen geben.

Die 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen lag am Mittwoch, 9. Juni 2021, in Waldeck-Frankenberg mit 33,2 am fünften Tag in Folge unter 50. Ab Donnerstag, 10. Juni, gelten somit die Regelungen der Stufe 2 der hessischen Landesverordnung, die weitere Lockerungen zulässt.

Waldeck-Frankenberg - Die Kreisverwaltung hat am Mittwochmorgen über die neuesten Regelungen informiert, die nach fünf Tagen mit einer Inzidenz unter 50 ab dem nächsten Tag, also Donnerstag, gelten. Grundlage ist der Stufenplan des Landes Hessen.

Kontaktbeschränkungen

Für Kontakte gilt: Es dürfen sich im öffentlichen Raum Gruppen bis zehn Personen oder zwei Haushalte treffen. Genesene und vollständig geimpfte Personen zählen bei diesen Treffen nicht mit. Die Beschränkungen gelten nicht für Zusammenkünfte, an denen ausschließlich geimpfte oder genesene Personen teilnehmen. „Trotzdem wird die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen weiterhin dringend empfohlen“, schreibt die Kreisverwaltung.

Körpernahe Dienstleistungen

Körpernahe Dienstleistungen sind nach vorheriger Terminvereinbarung grundsätzlich erlaubt, wenn der Körperkontakt auf ein notwendiges Minimum reduziert wird. Bei Dienstleistungen zur Körperpflege wie Maniküre, Kosmetik oder Friseurbesuchen ist ein Negativ-Nachweis in Stufe 2 zwar nicht mehr verpflichtend, wird jedoch empfohlen.

Ein Negativ-Nachweis ist ein schriftlicher Nachweis über einen negativen Corona-Test, der nicht älter ist als 24 Stunden und von einer offiziellen Teststelle ausgestellt wurde, oder ein Selbsttest, der vor Ort unter Aufsicht durchgeführt wurde, oder ein Nachweis über den vollständigen Impfschutz oder ein Genesenen-Nachweis.

Einkaufen, Gastronomie & Tourismus

Der Einzelhandel darf nun grundsätzlich wieder öffnen – unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln. Eine Terminvereinbarung (Click&Meet) ist nicht mehr nötig. Ein Negativ-Nachweis ist auch in diesem Bereich zwar keine Pflicht mehr, wird aber dennoch auch hier weiterhin empfohlen.

Gastronomische Angebote im Außenbereich sind ab Stufe 2 ohne Negativ-Nachweis der Gäste erlaubt. Dieser wird aber auch hier weiterhin empfohlen. Die Innengastronomie darf mit Negativ-Nachweis öffnen. Es gelten die Hygiene- und Abstandsregelungen. Darüber hinaus muss bis zur Einnahme des Sitzplatzes eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Touristische Übernachtungen sind erlaubt. In Beherbergungsbetrieben, in denen man Gemeinschaftseinrichtungen nutzt, beispielsweise Speise- oder Schlafsäle sowie Sanitär-Einrichtungen, benötigt man bei der Anreise einen Negativ-Nachweis. Bei Aufenthalten von mehr als sieben Tagen in einer Einrichtung, in der man Gemeinschaftseinrichtungen nutzt, muss man zwei Mal die Woche einen Negativ-Nachweis erbringen.

Schulen und Kitas

In den Schulen gibt es in Lockerungsstufe 2 wieder für alle Klassen Präsenzunterricht. Bisher waren in Stufe 1 nur die Klassen 1 bis 6 und die Abschlussjahrgänge täglich in der Schule, jetzt kehren auch die Klassen 7 bis 11 aus dem Wechselunterricht dauerhaft an die Schulen zurück. Die Testpflicht zwei Mal pro Woche bleibt bestehen. In den Kitas bleibt es wie in Stufe 1 beim Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.

Sport

In Lockerungsstufe 2 ist jetzt auch Mannschaftssport wieder erlaubt. Voraussetzung sind ein entsprechendes Hygienekonzept und die Einhaltung der Empfehlungen des RKI. Damit können Fußball, Handball, Basketball, usw. in voller Mannschaftsstärke ausgeübt werden. Dies betrifft sowohl den Trainings- als auch den Wettkampfbetrieb. Ein aktueller Test wird im Stufenplan empfohlen.

„Da nach den Regelungen der Stufe 2 Mannschaftssport und der gesamte Sportbetrieb drinnen und draußen mit entsprechendem Hygienekonzept wieder erlaubt sind, wird der Landkreis die kreiseigenen Hallen und Sportstätten ab dem 14. Juni wieder öffnen“, teilte der Landkreis gestern mit.

Diese Empfehlung werde man auch den Städten und Gemeinden in einer Besprechung geben, die am Freitag mit den Bürgermeistern stattfinden wird. Dort sollen Details zur Nutzung von Hallen, Dorfgemeinschaftshäusern und öffentlichen Gebäuden besprochen werden. 

Schwimmbäder und Fitnessstudios

Schwimmbäder dürfen wieder öffnen (hier mehr dazu). Auch dort gelten Abstands- und Hygienevorschriften, ein Negativ-Nachweis wird empfohlen. Am Montag, 14. Juni, soll es einen Pressetermin geben, an dem es um die Öffnung der Bäder in Frankenberg, Battenberg, Gemünden, Rosenthal und Löhlbach gehen wird. Wie weit andere Schwimmbäder im Landkreis sind, lesen Sie hier. Fitnessstudios dürfen wie bisher öffnen, die Testpflicht fällt aber weg – allerdings wird ein Negativ-Nachweis empfohlen.

Fragen und Antworten

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Lockerungsstufe 2 und den dazugehörigen Regelungen, die nach der hessischen Landesverordnung gelten, hat der Landkreis online unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de/rechtlichefragen zusammengefasst.

Erfolge nicht gefährden

„Dass die Infektionszahlen rückläufig sind, ist eine erfreuliche Entwicklung und ein hoffnungsvolles Zeichen. Daran müssen wir nun weiter anknüpfen“, fasst Landrat Dr. Reinhard Kubat die aktuelle Lage zusammen. Das sei neben der Achtsamkeit der Menschen auch den eingeleiteten Maßnahmen zu verdanken – unter anderem den verstärkten Kontrollen der Corona-Regeln und der Quarantäne-Einhaltung.

Seit Pfingsten hätten mehr als 200 stichprobenartige und unangemeldete Quarantäne-Kontrollen bei Infizierten und Kontaktpersonen stattgefunden, die auch in den kommenden Wochen weiter andauern sollen. „Ein Großteil hat sich an die Maßgaben gehalten, es gab aber auch einige Verstöße, die nun rechtlich geahndet werden“, berichtet der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. „Grundsätzlich waren die Menschen aber kooperativ und einsichtig.“ Landrat und Erster Kreisbeigeordneter sind sich einig, dass man nun weiterhin sorgsam sein müsse, um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden und die Ansteckungszahlen weiter zu stabilisieren.

Kreis empfiehlt Nutzung der Luca-App

Zur Ergänzung der Hygienekonzepte in jeglichen Bereichen empfiehlt der Landkreis zudem nochmals die Nutzung der Luca-App. Sie ermöglicht eine verschlüsselte digitale Kontaktnachverfolgung per Smartphone. Menschen, die die App auf ihr Handy geladen haben, können sich damit beispielsweise bei Gastronomiebesuchen oder auch beim Friseur über einen QR-Code einchecken. Die Anwendung registriert den Besuch.

Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass man währenddessen unwissentlich Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte, kann der Fachdienst Gesundheit des Landkreises die Nutzer schnell und einfach kontaktieren – und so noch gezielter Infektionsketten nachverfolgen und unterbrechen. Der Schutz vor einer Ansteckung und Verbreitung des Virus kann so weiter erhöht werden.

So funktioniert die App: Man lädt sich die Anwendung auf sein Smartphone. Bei der Anmeldung wird man aufgefordert, seine Kontaktdaten zu hinterlegen. Nach wenigen Klicks ist die App einsatzbereit. Über QR-Codes kann man sich in Lokalitäten – beispielsweise an einem Tisch in einem Restaurant – einloggen. Stellt sich im Nachhinein heraus, dass man Kontakt mit einer infizierten Person hatte, wird man über den Corona-Ausbruch informiert – ohne, dass handschriftliche Listen mit Kontaktdaten ausgewertet werden müssen.

Die aktuellen Zahlen vom 9. Juni

Der Landkreis berichtete am Mittwoch, 9. Juni, von 9 Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zum Vortag. Die 7-Tage-Inzidenz ist von 37,7 auf 33,2 gesunken. Weil ein neuer Genesener hinzugekommen ist, ist die Zahl der akuten Corona-Fälle um 8 auf 160 gestiegen.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im Landkreis ist um einen auf 10 gesunken, weiterhin vier von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt. Einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Corona gibt es laut Landkreis nicht. Bisher sind 156 Menschen in Waldeck-Frankenberg an oder mit Corona gestorben.

Die akuten Fälle in den Städten und Gemeinden

Wie sich die 160 akuten Corona-Fälle vom Dienstag auf die 22 Städte und Gemeinden im Landkreis verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zum Vortag):

  • Allendorf 13 (+0)
  • Bad Arolsen 19 (+0)
  • Bad Wildungen 18 (+1)
  • Battenberg 10 (+0)
  • Bromskirchen 6 (+4)
  • Burgwald 3 (+0)
  • Diemelsee 1 (+0)
  • Diemelstadt 8 (+1)
  • Edertal 3 (+0)
  • Frankenau 1 (+1)
  • Frankenberg 22 (+1)
  • Gemünden 0 (+0)
  • Haina 0 (+0)
  • Hatzfeld 2 (+0)
  • Korbach 25 (+0)
  • Lichtenfels 0 (+0)
  • Rosenthal 0 (+0)
  • Twistetal 6 (+0)
  • Vöhl 3 (+1)
  • Volkmarsen 8 (- 1)
  • Waldeck 11 (+0)
  • Willingen 1 (+0)

Erklärung zur Statistik

Die Zahlen in der Liste oben sind nicht die Neuinfektionen, sondern die akuten Fälle (Menschen, die aktuell infiziert sind). Die Zahlen, die in Klammern stehen, sind das Plus bzw. Minus an akuten Fällen im Vergleich zur letzten Veröffentlichung. Dass die Zahl der Neuinfektionen nicht mit dem Plus an akuten Fällen identisch ist, ergibt sich dadurch, dass im Gegenzug zu den Neuinfektionen auch Menschen, die bisher zu den akuten Fällen zählten, wieder genesen. Beispiel: Wenn es in einer Stadt 30 Neuinfektionen gibt, gleichzeitig aber 5 bisher Infizierte genesen, dann gibt es in dieser Stadt nur 25 neue akute Fälle (30 Neuinfektionen minus 5 Genesene). Das ist dann die Zahl in Klammern. Und wenn eine andere Stadt 5 Neuinfektionen hat, aber gleichzeitig 10 neue Genesene, dann steht in Klammern -5.

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