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Corona in Waldeck-Frankenberg: Viele neue Fälle nach Festen

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Von: Jörg Paulus, Philipp Daum

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Symbolbild © Matthias Balk/dpa

Die Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg sind weiterhin relativ hoch. Nur 26 Regionen in Deutschland haben aktuell eine höhere Inzidenz. Schuld könnten vor allem Festveranstaltungen sein.

Waldeck-Frankenberg - Mit der Inzidenz von 1048 lag der Landkreis Waldeck-Frankenberg am Dienstag, 12. Juli, in der Auswertung des Robert-Koch-Institutes auf Platz 27 unter den 401 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland. Am Montag war es sogar Platz 16. Laut dem aktuellen Lagebild des Landkreises, das nach wie vor nur dienstags und freitags veröffentlicht wird, gab es seit dem vergangenen Freitag 672 nachgewiesene Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 601 neue Genesene.

Die Zahl der akuten Fälle ist damit um 71 auf 3226 gestiegen; so viele waren es seit dem 6. Mai 2022 nicht mehr. 32 Corona-Patienten werden stationär im Krankenhaus behandelt (+3), 2 von ihnen auf der Intensivstation (-3). Einen neuen Todesfall gibt es nicht. Bisher sind kreisweit 198 Menschen nachweislich an oder mit Corona gestorben.

Gesundheitsdezernent spricht von Corona-Sommerwelle

Auffällig ist: In denjenigen Orten des Kreises, in denen zuletzt größere Feste stattgefunden haben, stieg die Zahl der Corona-Fälle einige Tage später deutlich an. Dies bestätigte am Dienstag auf Anfrage auch der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese. Mit Blick auf die bundesweiten Corona-Zahlen sprach er ebenfalls von einer „Corona-Sommerwelle“, die auch Waldeck-Frankenberg fest im Griff habe.

Frese wies aber auch darauf hin, dass es sich bei den aktuellen Corona-Erkrankungen in den allermeisten Fällen um leichte Verläufe mit grippetypischen Symptomen handele. Rückmeldungen von Ärzten bestätigten zudem, dass diese milden Verläufe vor allem bei geimpften Personen zu verzeichnen seien. „Es gibt derzeit auch keine Auffälligkeiten in den heimischen Krankenhäusern“, berichtete der Gesundheitsdezernent.

Eine Überlastung der Intensivstationen wegen zunehmender Corona-Behandlungen gebe es derzeit nicht. Stationäre Klinik-Aufnahmen kämen in aller Regel dann zustande, wenn sich ältere, geimpfte Menschen mit Corona infizierten, die allerdings die Symptome nicht gut vertrügen. Auch Ungeimpfte seien anfälliger für schwere Corona-Verläufe.

Landkreis kann nur appellieren

Durch die neue Corona-Schutzverordnung, in der nahezu alle Infektionsschutzmaßnahmen weggefallen sind, habe der Landkreis keine Handhabe mehr für eigene Verordnungen. Frese appelliert daher an die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehörten das freiwillige Tragen eines Mund-Nasenschutzes, das Einhalten von Abständen und regelmäßiges Händewaschen.

Außerdem sieht der Gesundheitsdezernent die Veranstalter von Festen und anderen stark besuchten Veranstaltungen in der Pflicht. „Wir schreiben in die Ausschankerlaubnis immer mit hinein, dass das Spülen von Gläsern und Bechern im Sinne des Infektionsschutzes entsprechend intensiv erfolgen muss. Wir überprüfen das auch stichprobenartig, können mit unseren Kontrolleuren aber natürlich nicht auf jedem Fest in Waldeck-Frankenberg sein“, so Frese.

Akute Corona-Fälle in Waldeck-Frankenberg

Wie sich die 3226 akuten Corona-Fälle vom Dienstag in Waldeck-Frankenberg auf die 22 Städte und Gemeinden im Landkreis verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zum Freitag):

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