Landkreis-Statistik vom 14. Mai 2021

Corona in Waldeck-Frankenberg: Von Lockerungen „wieder weit entfernt“

Ein Schild mit der Aufschrift „Maskenpflicht“
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Symbolbild

Die Entwicklung der Corona-Zahlen in Waldeck-Frankenberg macht der Kreisspitze Sorgen. In den vergangenen Tagen gab es viele Neuinfektionen. Lockerungen sind erstmal nicht in Sicht.

Waldeck-Frankenberg – Die Corona-Inzidenz in Waldeck-Frankenberg ist am Freitag, 14. Mai 2021, weiter gestiegen: auf 130. Am Donnerstag war der Wert 124, am Mittwoch 109. Laut Landkreis gab es seit Mittwoch 98 nachgewiesene Neuinfektionen mit dem Coronavirus.

Die meisten neuen Fälle stammten aus dem privaten Umfeld, das sei besorgniserregend, sagten Landrat Kubat und sein Stellvertreter Frese. Sie appellieren daran, sich mit Disziplin und Solidarität an die Corona-Regeln zu halten, damit die angestrebten Lockerungen erreicht werden könnten.

Laut Landkreis wurden seit Mittwoch fünf neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der akuten Fälle ist seit Mittwoch um 26 auf 372 gestiegen – eine Woche zuvor waren es 355. 32 Corona-Patienten liegen im Krankenhaus (-3), sechs von ihnen auf der Intensivstation.

Corona-Regeln: Landkreis ruft zur Disziplin auf

Bundesweit ist die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfizierten innerhalb der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner, am Freitag laut Robert-Koch-Institut erstmals seit dem 20. März wieder unter 100 gefallen. Auch viele Landkreise liegen unter diesem Wert. Wenn die Inzidenz in einem Landkreis an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 gehalten werden kann, fallen die vom Bund verhängten Corona-Beschränkungen der Bundes-Notbremse weg und es können wieder mehr Freiräume zugelassen werden.

Dr. Reinhard Kubat, Landrat von Waldeck-Frankenberg

Entgegen dem bundesweiten Trend ist die Inzidenz in Waldeck-Frankenberg in den vergangenen Tagen aber signifikant gestiegen: von 102 am vergangenen Samstag auf 130 am gestrigen Freitag. „Das ist sehr ärgerlich und im Grunde auch unverständlich“, kommentieren Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese die Situation. „Wir hatten an einzelnen Tagen schon Werte unter 100 und insgesamt einen absteigenden Trend.“ Erst innerhalb der letzten Tage habe sich die Entwicklung wieder deutlich gegenläufig gezeigt.

Kein Hotspot in Waldeck-Frankenberg

Dabei gebe es keine markanten Corona-Hotspots, also Orte an denen ein besonders konzentriertes Infektionsgeschehen aufgetreten ist, sondern die Infektionslage sei diffus und verteile sich gleichmäßig über das gesamte Kreisgebiet. Der allergrößte Teil der Neuinfektionen finde jedoch im privaten Umfeld statt, das sei besorgniserregend.

„Jetzt sind Disziplin und Solidarität gefragt, dann haben auch wir in Waldeck-Frankenberg perspektivisch Aussicht auf Lockerungen.“

Landrat Kubt und sein Vize Frese.

„Es kommt jetzt auf jeden einzelnen an“, mahnen der Landrat und sein Stellvertreter. „Jetzt sind Disziplin und Solidarität gefragt, dann haben auch wir in Waldeck-Frankenberg perspektivisch Aussicht auf Lockerungen.“

Offenbar verhielten sich einige Personen – möglicherweise angesichts der fortschreitenden Impfungen – fahrlässig, teilweise sogar rücksichtslos und fühlten sich nicht an die Auflagen gebunden. Unter dem Verhalten einzelner, die sich unberechtigt Freiheiten anmaßten, müsse aber die Kreisbevölkerung insgesamt leiden. Dies sei unsolidarisch und egoistisch.

„Waren auf einem guten Weg“

„Wir waren auf einem guten Weg, an Pfingsten wenigstens die Außengastronomie wieder öffnen zu dürfen und persönliche Treffen im erweiterten Rahmen zu ermöglichen“, so Kubat und Frese. „Davon sind wir derzeit wieder weit entfernt.

Die beiden Dezernenten appellieren deshalb an alle Einwohner im Landkreis, die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln strikt einzuhalten, diese seien immer noch der beste Schutz vor Infektionen. „Wir alle wünschen uns mehr Freiheiten und wir sind nahe daran, diese auch wiederzubekommen“, betonen Kubat und Frese.

Solange aber einzelne Personen glaubten, sich schon jetzt individuelle Freiheiten nehmen zu dürfen, dann handelten diese zu Lasten der Bevölkerung insgesamt, aber auch zum Schaden der Wirtschaft, insbesondere von Gastronomie und Einzelhandel. „Das sollten sich die Betreffenden bewusstmachen und ihre Einstellung dringend überdenken.“

Die akuten Fälle der Städte und Gemeinden

Wie sich die 372 akuten Corona-Fälle vom Freitag auf die 22 Kommunen im Landkreis verteilen, zeigt die Übersicht (in Klammern der Vergleich zum Vortag):

  • Allendorf 30 (+0)
  • Bad Arolsen 37 (+3)
  • Bad Wildungen 27 (- 2)
  • Battenberg 33 (+9)
  • Bromskirchen 14 (+1)
  • Burgwald 11 (- 4)
  • Diemelsee 3 (+0)
  • Diemelstadt 4 (+0)
  • Edertal 10 (+4)
  • Frankenau 3 (+0)
  • Frankenberg 45 (+0)
  • Gemünden 5 (- 1)
  • Haina 10 (- 1)
  • Hatzfeld 7 (+0)
  • Korbach 59 (- 4)
  • Lichtenfels 1 (- 4)
  • Rosenthal 8 (+1)
  • Twistetal 15 (+0)
  • Vöhl 6 (+0)
  • Volkmarsen 21 (+5)
  • Waldeck 14 (+1)
  • Willingen 9 (+0)

Erklärung zur Statistik

Die Zahlen in der Liste oben sind nicht die Neuinfektionen, sondern die akuten Fälle (Menschen, die aktuell infiziert sind). Die Zahlen, die in Klammern stehen, sind das Plus bzw. Minus an akuten Fällen im Vergleich zur letzten Veröffentlichung. Dass die Zahl der Neuinfektionen nicht mit dem Plus an akuten Fällen identisch ist, ergibt sich dadurch, dass im Gegenzug zu den Neuinfektionen auch Menschen, die bisher zu den akuten Fällen zählten, wieder genesen. Beispiel: Wenn es in einer Stadt 30 Neuinfektionen gibt, gleichzeitig aber 5 bisher Infizierte genesen, dann gibt es in dieser Stadt nur 25 neue akute Fälle (30 Neuinfektionen minus 5 Genesene). Das ist dann die Zahl in Klammern. Und wenn eine andere Stadt 5 Neuinfektionen hat, aber gleichzeitig 10 neue Genesene, dann steht in Klammern -5.

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