Appell an Sportler und Zuschauer

Corona-Regeln auf dem Sportplatz: Landkreis mahnt zur Disziplin

Mit Schildern weisen Vereine auf die Corona-Vorschriften auf den Sportplätzen hin, die nicht nur für Spieler, sondern vor allem auch für Zuschauer gelten. 
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Mit Schildern weisen Vereine auf die Corona-Vorschriften auf den Sportplätzen hin, die nicht nur für Spieler, sondern vor allem auch für Zuschauer gelten. 

Weil die Corona-Regeln auf Sportplätzen offenbar nicht immer von allen eingehalten werden, erinnert der Landkreis Waldeck-Frankenberg nochmals an die Vorschriften.

Waldeck-Frankenberg – Zu den Lockerungen der Einschränkungen in der Corona-Pandemie gehört auch, dass der Spielbetrieb in vielen Sportarten wieder begonnen hat. Vor allem bei den ersten Fußballspielen in Waldeck-Frankenberg hat sich aber gezeigt, dass die wichtigsten Corona-Regeln – Abstand, Hygiene und Maske – nicht immer konsequent eingehalten werden. Der Landkreis appelliert daher an die Verantwortung aller Spieler und Zuschauer.

„Ein positiver Corona-Fall in einer Mannschaft kann den gesamten Sportbetrieb durcheinanderbringen. Denn unter Umständen muss die gesamte Mannschaft in Quarantäne – und die des Gegners auch“, warnt der Landkreis. Um das zu vermeiden, müssten die geltenden Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden: auch und vor allem abseits des Spielfeldes – sowohl von Sportlern, als auch von Zuschauern. Die Verbreitung des Coronavirus könne nur wirksam eingedämmt werden, wenn die Regeln genauestens eingehalten werden.

Die Hygienekonzepte der Vereine für das Sportgelände müssten so gestaltet sein, dass möglichst wenig Menschen direkten Kontakt haben, dass Abstände eingehalten werden können und Räume und Gegenstände nach Nutzung direkt gereinigt werden. „Konkret bedeutet dies, Laufwege zu definieren, Bereiche abzugrenzen, Nutzungszeiten festzulegen, Reinigungskonzepte zu erstellen, Veranstaltungen ins Freie zu verlegen, die Mundschutzpflicht durchzusetzen und vieles mehr“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese.

Pokalspiel in Laisa vor 200 Zuschauern

In der Praxis sei das gar nicht so einfach umzusetzen, sagt Dirk Paulus, der Vorsitzende des TSV Laisa. Auf dem Sportplatz in Laisa fand am Mittwoch das Halbfinale im Fußball-Kreispokal vor gut 200 Zuschauern statt. „Wir mussten häufiger Leute darauf hinweisen, Abstand zu halten und Wege freizumachen“, berichtet Paulus. Das Konzept sei das eine, der Faktor Mensch das andere.

Vor dem Pokalfinale am Dienstag, 8. September, gegen den FC Ederbergland werde der TSV Laisa Ordner einsetzen und mehr auf die Abstände achten, kündigt Paulus an. „Jeder einzelne muss sich überlegen, was er seinem Verein oder seiner Mannschaft antut, wenn er sich nicht an die Regeln hält. Am Ende ist es doch einfacher, sich jetzt an die Regeln zu halten, als hinterher die Konsequenzen zu tragen.“

Corona-Fall im Umfeld der SG Rosenthal/Roda

Im Umfeld der SG Rosenthal/Roda gab es bereits einen positiven Corona-Fall, bestätigt Heiko Hoffmann, Vorsitzender des TSV Roda. Eine Person hatte sich im Urlaub angesteckt. Die Fußballspieler der SG sind zwar nicht in Quarantäne, das Spiel der 2. Mannschaft morgen in Willersdorf wurde dennoch vorsorglich verlegt. Die 1. Mannschaft ist an diesem Wochenende ohnehin spielfrei. Hoffmann: „Wir standen in engem Kontakt mit dem Kreisfußballausschuss und dem Fachdienst Gesundheit, die uns sehr geholfen und alles Nötige veranlasst haben.“

Die SG Rosenthal/Roda versuche, „alle Vorgaben bis ins kleinste Detail umzusetzen“, sagt Heiko Hoffmann. Training und Freundschaftsspiele der SG haben bislang vor allem in Rosenthal stattgefunden, dort habe sich Martin Lerch fleißig um die Umsetzung des Hygienekonzeptes gekümmert.

„Wir haben bei Heimspielen das Team stark aufgestockt, damit genug Leute da sind, die den Ablauf organisieren. Wir haben Verhaltensregeln ausgehangen und den Platz wie gefordert in Zonen eingeteilt“, berichtet Hoffmann. „Wir weisen Spieler und Zuschauer auch immer wieder darauf hin, dass dort, wo kein Abstand eingehalten werden kann, Masken getragen werden sollen. Wir tun alles, um zu verhindern, dass bei uns ein Hotspot entsteht.“

Landrat: Die Bemühungen nicht unterlaufen

„Sport begeistert und weckt Emotionen. Das ist auch gut so“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Wo sich nach den Spielen aber Menschen in den Armen liegen und beim Siegerbier jegliche Sicherheitsregeln außer Acht lassen, werden alle Bemühungen zum Schutz gegen eine Infektion unterlaufen. Ich weiß, dass das in der jetzigen Situation schwer ist, aber hier müssen wir nochmals zur Disziplin mahnen.“

Der Landkreis appelliert deshalb mit seiner Pressemitteilung an das persönliche Verhalten der Sportreibenden und des Publikums – insbesondere abseits des Platzes. Es wäre sehr bedauerlich, sagt der Landrat, wenn durch steigende Infektionszahlen der Sportbetrieb wieder beschränkt werden müsste.

„Wir alle lieben den Fußball und jeder hat sich gefreut, dass wir im August wieder starten konnten“, sagt Patrick Nolte vom TSV Bottendorf. „Dass dies nur unter Auflagen funktionieren kann, ist in Relation zu anderen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Bereichen, die viel schlimmer von Corona betroffen sind, kaum der Rede wert“, findet er.

„Grundsätzlich hat die Gesundheit unserer Spieler, Trainer, Betreuer sowie aller Zuschauer oberstes Gebot. Dafür investieren wir sowohl im Training als auch bei den Spielen sehr viel Energie“, sagt Nolte. Er berichtet, dass der TSV Bottendorf in seinen ersten Fußballspielen mit dem Hygienekonzept des Hessischen Fußballverbandes gut klar gekommen sei (siehe Infokasten). „Unsere Hygienebeauftragten müssen allerdings wiederkehrend bei den Zuschauern sensibilisieren, dass die notwendigen Abstände auch wirklich eingehalten werden“, sagt Nolte.

Hygienekonzept des Fußballverbandes

Der TSV Bottendorf hat das Corona-Hygienekonzept für sein Sportgelände vom Hessischen Fußballverband übernommen. Dazu gehört eine Abtrennung der Zonen Spielfeld, Umkleide, Zuschauer sowie die Einhaltung des Abstandsgebots, erklärt Patrick Nolte vom TSV. Alle, die das Sportgelände betreten – Spieler, Trainer, Betreuer, Zuschauer – werden am Eingang namentlich erfasst und auf das Hygienekonzept hingewiesen. „Dieses ist mehrfach am Sportgelände ausgestellt“, sagt Nolte. In den Gebäuden des Sportgeländes gelte Maskenpflicht. Das gilt für Spieler und Trainer in der Kabine, aber auch für Zuschauer, die die sanitären Einrichtungen nutzen wollen. „Unsere Kneipe im Sportheim ist zur Zeit geschlossen, um dort kein unnötiges Risiko eingehen zu müssen“, sagt Nolte.

Der Landkreis weist darauf hin, dass die Hygienekonzepte der Vereine und deren Einhaltung von den Behörden kontrolliert werden könnten und bei Bedarf vorgelegt werden müssten. Auch Gast-Mannschaften müssten bei Betreten der Sportstätten in die Hygiene-Vorschriften vor Ort eingewiesen werden.

„Wir appellieren an die Eigenverantwortlichkeit aller Sportbegeisterten, sich im eigenen Interesse, aber auch zum Schutz aller anderen an die Regeln zu halten“, sagt Landrat Kubat. Bei Verstößen dagegen drohen Bußgelder.

„Es wäre sehr bedauerlich, wenn durch steigende Infektionszahlen der Sportbetrieb wieder beschränkt werden müsste“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat.

Kontaktpersonen werden ermittelt

Sollte es zu einer bestätigten Infektion im Zusammenhang mit dem Sportbetrieb kommen, ermittelt der Fachdienst Gesundheit alle Kontaktpersonen. Deshalb sind alle Vereine verpflichtet sind, bei ihren Wettkämpfen Anwesenheitslisten mit den Kontaktdaten der Gäste und Sportler zu führen. Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, wird nach Prüfung unter Quarantäne gestellt und ggf. selbst getestet.

Der Fachdienst Gesundheit berate bei Bedarf zu Maßnahmen des Infektionsschutzes. Der Landkreis hat auf seiner Homepage ein Merkblatt veröffentlicht, auf dem erklärt wird, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn es im Zusammenhang mit einem Fußballverein oder einem Fußballspiel einen Corona-Fall geben sollte. 

Kontakt für Vereine: Fachdienst Gesundheit, Tel. 05631/954 555.

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