Zwei Rückkehrende aus Tschechien in Kreisklinik behandelt

Corona-Mutation jetzt auch in Waldeck-Frankenberg nachgewiesen

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet. (zu dpa: „Auswertung von Tests: Mehr Rückstau in Corona-Laboren“) Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB +++ dpa-Bildfunk +++
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Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.

Die englische Mutation des Coronavirus ist nun auch im Landkreis Waldeck-Frankenberg angekommen.

Waldeck-Frankenberg – Die Mutation des Coronavirus wurde Mitte Januar bei zwei Reiserückkehrenden aus Tschechien festgestellt, teilte der Kreis am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung mit.

„Die Personen wurden direkt nach ihrer Rückkehr isoliert und erkrankten dann in ihrer Quarantäne, die aufgrund der Rückkehr aus dem Risikogebiet vom Fachdienst Gesundheit angeordnet worden war. Sie befinden sich in stationärer Behandlung im Kreiskrankenhaus Frankenberg, können aber bald entlassen werden“, informierte Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner.

„Beiden geht es verhältnismäßig gut“, bestätigt auch Krankenhaussprecherin Jutta Muth. „Die Patienten lagen vom ersten Moment an auf der Corona-Isolierstation und wurden mit voller Schutzausrüstung versorgt“, schildert die Klinik-Sprecherin. Die im Krankenhaus geltenden Hygienemaßnahmen sollten laut Klinik vor einer Übertragung der Mutante genauso gut schützen, wie vor der des Originals. Schwerere Krankheitsverläufe seien derzeit nicht bekannt, ergänzt Muth.

Wie berichtet, wurde die englische Virus-Variante auch bereits bei zwei Personen im Nachbarkreis Marburg-Biedenkopf nachgewiesen. Wo diese sich ansteckten, ist unklar.

„Die Sorge, dass sich die verschiedenen Mutationen aus England, Brasilien oder Südafrika schneller ausbreiten und mehr Menschen infizieren und wir dann auch mehr Patienten bekommen, ist natürlich da. Wir sind sehr froh, dass nun schon ein Großteil der Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen die erste Impfung erhalten haben“, sagt Jutta Muth.

Auch der Landkreis beobachte die Mutationen des Virus mit gewisser Sorge. „Die Inzidenzzahlen der vergangenen Tage zeigen in Waldeck-Frankenberg einen geringen Abwärtstrend der Neuinfektionen. Diese kleinen und vorsichtigen Erfolge dürfen nicht durch eine mögliche Verbreitung der Virus-Mutationen zunichte gemacht werden. Daher ist es umso wichtiger, sich weiterhin an die Sicherheits-, Kontaktbeschränkungs- und Hygieneregeln zu halten“, appelliert der Kreis.

Laut einer Verordnung des Bundes sollen Labore künftig mindestens fünf Prozent ihrer wöchentlichen Positivproben auf Mutationen untersuchen. Der Fachdienst Gesundheit oder die behandelnde Klinik kann diese Sequenzierungen im Einzelfall gesondert beim Labor beauftragen.

Von Martina Biedenbach

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