Corona-Krise

Trotz Corona-Kontaktsperre: Schornsteinfeger arbeiten weiter

+
Ein Schornsteinfeger bei der Arbeit: Während der Corona-Krise können Hausbesuche verschoben werden. Dafür müssen jedoch eindeutige Gründe vorliegen und Regeln beachtet werden.

Derzeit herrscht wegen der Corona-Krise ein Kontaktverbot. Schornsteinfeger arbeiten dennoch weiter. Wir haben einen Schornsteinfeger gefragt, was beachtet werden muss.

Bei Haus- und Wohnungseigentümern sowie Bewohnern herrscht Unsicherheit. Aufgrund der in der Corona-Krise geltenden Kontaktverbote fragen sie sich: Dürfen wir den Schornsteinfeger jetzt noch reinlassen? Und falls ja, worauf muss geachtet werden? Unsere Zeitung fragte bei Bezirksschornsteinfeger und Kreisobmann Siegfried Becker aus Twiste nach.

„Derzeit werden nach meinem Wissen in allen 20 Kehrbezirken in Waldeck-Frankenberg Schornsteinfegerarbeiten durchgeführt“, berichtet Becker. Die Arbeiten dienten schließlich dazu, Brände zu verhindern und den sicheren Betrieb von Feuerstätten zu gewährleisten.

„Sicher ist zu unterscheiden, ob Arbeiten dringend ausgeführt werden müssen oder ob Arbeiten verschoben werden können. Die Häufigkeit für die Arbeiten sind in der Kehr- und Überprüfungsordnung festgelegt, die Termine für die Arbeitsausführung im Feuerstättenbescheid. Dieser Bescheid ist nach wie vor rechtskräftig“, betont der Schornsteinfeger.

Becker ist sich der aktuellen Situation allerdings bewusst. Er könne auch verstehen, dass Mieter und Hausbewohner skeptisch reagieren. Eine Verschiebung der Arbeiten sei aber trotz Corona nur in begrenztem Umfang möglich – auch weil der Arbeitsumfang zu einem späteren Zeitpunkt, nach Beendigung der Krise, dann nicht bewältigt werden könne.

„Kann der Bewohner einer Wohnung oder eines Hauses uns in der festgelegten Frist aufgrund der Corona-Pandemie nicht hinein lassen, weil er unter Quarantäne steht, weil er Kontakt zu infizierten Personen hatte oder weil er für sich gesundheitliche Bedenken hat, da er zu einer Risikogruppe gehört, können die Arbeiten aufgeschoben werden“, so Becker. Der Kunde müsse hierfür schriftlich erklären, dass der Zutritt zu seiner Wohnung aus genannten Gründen nicht möglich sei. Er müsse ebenso versichern, dass die Arbeiten zum nächst möglichen Zeitpunkt nachgeholt werden. Diese Erklärung werde vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger an den Kreis weitergeleitet.

Siegfried BeckerBezirksschornsteinfeger

Wenn jedoch eine unmittelbare Gefahr besteht, ist eine Verschiebung laut Becker nicht möglich. „Die Arbeiten werden dann auf Veranlassung durch den Landkreis als zuständige Aufsichtsbehörde zwangsweise durchgeführt“, sagt der Schornsteinfeger, der zugleich aber betont, dass dies nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Klar sei zudem: Feuerungsanlagen dürften laut Verordnung nur dann betrieben werden, wenn die sichere Benutzbarkeit durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger erfolgt sei.

„Die beste Verfahrensweise für alle Beteiligten ist gegenseitige Rücksichtnahme“, so Becker. Oberstes Ziel müsse die Gesundheit der Bewohner und der sichere Betrieb von Feuerungsanlagen sein. „Manchmal hilft ja auch ein klärendes Gespräch oder ein Kompromiss.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.