„Die Lage ist ernst“

Frankenberger Gastronomen spüren Folgen der Corona-Krise

+
Die Küche ist blitzblank: Tullio Pontalti von der Osteria Da Tullio bereitet in seiner Küche normalerweise zahlreiche Pizzen und Pasta zu. In Zeiten der Corona-Pandemie bleibt seine Küche immer häufiger unbenutzt.

Das Coronavirus macht auch vor der Gastronomie nicht Halt. Viele Gastronomen in Frankenberg haben jetzt schon mit den Folgen der Krise zu kämpfen. 

Die zunehmende Verbreitung des Coronavirus sorgt in vielen Bereichen für Einschränkungen. Von der momentanen Situation besonders stark betroffen sind auch die gastronomischen Betriebe.

„Wir haben aktuell etwa 50 Prozent weniger Gäste, nahezu jede Reservierung bis zum Mai mussten wir stornieren“, sagt Frank Krones, Inhaber vom Gasthaus Vöhl in Frankenberg. Laufkundschaft schaue fast gar nicht mehr vorbei. Meistens kommen jeden Tag nur noch Stammgäste zum Mittagessen.

Coronavirus: Auflagen für Restaurants und Gaststätten

Seit Anfang der Woche müssen Restaurants und Gaststätten strenge Auflagen beachten. Die Lokale dürfen nur noch bis 18 Uhr geöffnet sein, das Abendgeschäft fällt somit weg. An den Tischen muss zwischen den Gästen ein Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. „Diejenigen, die kommen, versuchen wir, so gut es geht, zu trennen“, sagt Krones. Das sei bei der momentanen Lage allerdings auch einfach. „Normalerweise ist der Laden bei so einem tollen Wetter voll. Jetzt sind wir froh, wenn wenigstens ein paar Leute kommen“, sagt der Gastwirt.

Coronavirus: Restaurantbesitzer hat „nichts zu tun"

Noch ein bisschen schwieriger ist die Situation in der Osteria Da Tullio, direkt gegenüber vom Gasthaus Vöhl. Die Küche des kleinen italienischen Restaurants ist blitzsauber. Dort, wo sonst Pizza und Pasta entstehen, ruht die Arbeit. „Ich habe aktuell nichts zu tun“, sagt Inhaber Tullio Pontalti verzweifelt. Aufgrund der Corona-Krise musste Pontalti die Öffnungszeiten seines Lokals anpassen, hat nur von 12 bis 14.30 Uhr geöffnet und am Abend geschlossen. „Wir müssen Ware wegwerfen und trotzdem Lieferanten und Mitarbeiter bezahlen, die Lage ist ernst“, sagt der Italiener, der ständig mit seiner Familie im italienischen Trient in Kontakt steht. „Dort ist die Situation noch viel schlimmer. In Bergamo und Verona ist die fehlende Pizza das kleinste Problem, dort gibt es keine Särge mehr. Wir müssen die Sache in Deutschland sehr ernst nehmen“, appelliert er.

Coronavirus: Lokale geschlossen, weniger Mitarbeiter im Betrieb

Sehr ernst nimmt die Situation auch Aldo Messner. Das Aldo’s hat er bereits vorübergehend dichtgemacht. „Wir sind ein Abendlokal, da müssen wir schließen“, sagt er. Messner habe überlegt, in der Zwischenzeit ein paar Renovierungsarbeiten zu erledigen. „Das lasse ich bleiben, ich halte lieber jeden Euro zusammen. Niemand weiß, was da noch auf uns zukommt“, sagt der Unternehmer.

Dass die Leute verunsichert sind, spüren auch die Mitarbeiter im Antalya-Grill. Normalerweise bereiten dort täglich bis zu fünf Leute die Speisen zu. „Weil zu wenig Gäste kommen, sind wir nur noch zu dritt“, sagt Mitarbeiter Ali Yando. Immerhin: Der Schnellimbiss bietet einen Lieferservice, kann so auch nach 18 Uhr Geld verdienen.

In der Bäckerei Müller wird weiter Kuchen verkauft, an den Tischen kann er jedoch nicht mehr gegessen werden. Eine Stuhlreihe versperrt den Weg. „Das dient dem Schutz der Kunden“, sagt Mitarbeiterin Nadja Sommer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.