Dainroder Ortsbeirat für Beschränkung auf zehn Flüchtlinge

Die ehemalige Gaststätte „Possom“ in Dainrode: Sie steht leer. Jetzt möchte der Landkreis dort Flüchtlinge unterbringen. Foto: Battefeld

Dainrode. Nach einstündiger Diskussion hat sich der Dainroder Ortsbeirat einstimmig darauf verständigt, maximal zehn Asylbewerber für den Ort als sozialverträglich anzusehen.

Eine dementsprechende Empfehlung haben die Ortsbeiräte für die Stadtverordneten ausgesprochen, die sich am 30. Oktober mit dem Thema befassen.

„Das ist eine Situation, die wir hier eigentlich gar nicht entscheiden möchten“, brachte es Ortsvorsteher Alexander Küster auf den Punkt. Jegliche Art von „Feilscherei“ sei schließlich mit humanitären Aspekten kaum zu vereinbaren, betonte er.

Es sei „unwahrscheinlich schwer“, eine bestimmte Zahl zu finden. So stellten die Ortsbeiratsmitglieder auch klar, sie würden natürlich auch eine Person mehr aufnehmen, wenn es beispielsweise um eine Familie ging, die elf Angehörige habe.

Wie berichtet, möchte der Landkreis 21 Flüchtlinge in der ehemaligen Gaststätte Possom in Dainrode unterbringen und hatte Anfang August eine Anfrage an die Stadt Frankenau gestellt, die diese an den Ortsbeirat weitergeleitet hatte.

Eigentümer des leer stehenden Gebäudes an der Geismarer Straße ist der Frankenberger Mehmet Usta. Der gebürtige Türke plant dort die Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, für die er nach eigenen Angaben mindestens 100 000 Euro investieren müsste.

„Wir sind ja nicht komplett dagegen“, betonte Ortsvorsther Küster. Der Ortsbeirat habe nur Bedenken, dass 21 Asylbewerber in dem kleinen Ort mit 180 Einwohnern nicht betreut und integriert werden könnten, da es zum Beispiel keinen Sportverein oder ähnliches gebe.

„Die Zahl 21 ist schon eine riesige Hausnummer“, sagte er und verwies auf Vergleichszahlen in anderen Orten. So hatte sich der Ortsbeirat im 600 Einwohner zählenden Laisa für 15 Asylbewerber ausgesprochen, in Löhlbach mit 1400 Einwohnern sollen es 33 sein. „Wenn man das vergleicht mit Dainrode, wäre man bei drei oder vier Personen“, so Küster. (bs)

Was der Gebäude-Besitzer Mehmet Usta zur Entscheidung des Dainroder Ortsbeirats sagt, lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.