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Darts-Begeisterung in Waldeck-Frankenberg nach der WM

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Von: Eike Rustemeyer

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Treffsicher und zuversichtlich: Vorsitzender Gabriel Hallenberger von den „Schabos26ers“, dem Dartsteam des TSV Dodenau, spürt das wachsende gesellschaftliche Interesse an Darts.
Treffsicher und zuversichtlich: Vorsitzender Gabriel Hallenberger von den „Schabos26ers“, dem Dartsteam des TSV Dodenau, spürt das wachsende gesellschaftliche Interesse an Darts. © Erik Rustemeyer

3,78 Millionen Zuschauer in Deutschland sahen kurz nach Weihnachten das erste Halbfinale der Darts-Weltmeisterschaft. Das gab kürzlich der Fernsehsender „Sport1“ bekannt. Die Zahl: Ein Rekord. Nie verfolgten mehr Menschen in Deutschland das Geschehen im Londoner Alexandra Palace, dem traditionellen Austragungsort der WM. Und nie kam ein Deutscher weiter als der Saarländer Gabriel Clemens.

Waldeck-Frankenberg – Clemens besiegte zunächst den Weltranglistenersten Gerwyn Price, verlor dann aber bei besagtem Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Micheal Smith. Aber die Niederlage bremste den Trubel um seine Person und den Sport nicht.

In der Region Waldeck-Frankenberg ist Darts längst angekommen. Vereine wie der TSV Hatzfeld oder TSV Dodenau bieten regelmäßiges Training an, messen sich in Ligawettkämpfen und nehmen an Turnieren teil. Zudem betreibt der Korbacher Kai Schumacher seit 1990 eine ganze Darts-Liga, in der aktuell 100 Teams spielen.

Das Interesse, das Angebot und die Nachfrage sind hoch – und das schon lange. Aber hat die historische WM-Leistung von Gabriel Clemens für einen weiteren Darts-Boom im Raum Waldeck-Frankenberg sorgen können?

Kai Schumacher gehört mit seiner sechs Spielklassen umfassenden „Kai-Schumacher-Liga“ zu den Darts-Größen im Umkreis von Korbach. Er spüre das ganze Jahr über Begeisterung für Darts bei den Menschen, da der Sport in der Region besonders stark vertreten sei – nicht zuletzt auch durch ihn. „Wenn bei unseren Saisonabschluss-Turnieren 450 bis 500 Menschen in eine große Halle kommen, um Darts zu spielen oder zuzuschauen, dann hat man schon ein wenig das Gefühl vom Ally-Pally (Alexandra-Palace)“, sagt Schumacher.

Volker Seipp, der Inhaber von Sport-Seipp im Einkaufszentrum Battenfeld, bemerkt momentan eine „eindeutig gesteigerte Nachfrage“ nach Darts-Zubehör. Der Bedarf an Pfeilen, Pfeilbestandteilen und Scheiben sei zu dieser Jahreszeit immer besonders groß. „Wenn es im Winter auf die WM zugeht, steigt die Nachfrage jedes Jahr und bleibt bis ins Frühjahr hoch“, sagt Seipp. Das liege zum einen an den mangelnden Möglichkeiten, draußen Sport zu treiben, vor allem aber am WM-Faktor.

„Der Hype ist schon da, wenn man in den sozialen Netzwerken guckt“, sagt Darts-Spartenleiter Tobias Schneider vom TSV Hatzfeld. Die „unbeschreibliche“ Turnierleistung von Gabriel Clemens und die mediale Aufmerksamkeit für Darts hätten aber noch zu keinen konkreten Neuanmeldungen beim TSV geführt. Trotzdem ist Schneider optimistisch, was die Auswirkungen der WM für die Bedeutung von Darts in der Region angeht. „Wir freuen uns über jede Neuanmeldung“, ergänzt er.

Ähnliches berichtet auch Gabriel Hallenberger. Der 27-Jährige ist Vorsitzender der Dartsabteilung beim TSV Dodenau. „Man hört es überall, die WM hat auf jeden Fall für einen Hype gesorgt“, berichtet der Vorsitzende. In Dodenau habe im Zeitraum vor und nach der WM ebenfalls kein neuer Spieler an die Türen des Sportheims geklopft, man erwarte dies aber in Zukunft. Die „Schabos26ers“, so der Teamname der Dodenauer, setzen bei der aktuellen Entwicklung vor allem auf einen Effekt bei Jugendlichen. „Der Sport ist immer weiter im Kommen. Wir hoffen auf junge Leute, denn das ist unsere Zukunft“, erklärt Hallenberger.

Um die Sportart Darts langfristig zu etablieren, bedarf es laut dem Dodenauer Spartenleiter aber mehr als ein Zuschauerwachstum bei den Profis oder einen Ansturm auf die Sportgeschäfte. Darts müsse „raus aus den Kneipen und rein in die Sportheime“. So wie in Dodenau. „Damit das Ganze den schlechten Ruf verliert, mit Alkoholtrinken in Verbindung zu stehen.“

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