Das sagen die Vertreter der Volkmarser Parteien

Ein Großaufgebot der Polizei sicherte den zweitägigen Landesparteitag der AfD in der Volkmarser Nordhessenhalle am 6. und 7. Februar 2021.
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Ein Großaufgebot der Polizei sicherte den zweitägigen Landesparteitag der AfD in der Volkmarser Nordhessenhalle am 6. und 7. Februar 2021.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Volkmarser Stadtparlament, Bruno Kramer, sieht einen Unterschied zwischen den genannten Veranstaltern: „Wenn sich eine Gruppierung wie die AfD wie zuletzt bei ihrem Bundesparteitag in Dresden so offensichtlich wenig an die Corona-Hygieneregeln hält, und sich ggen eine Maskenpflicht ausspricht, dann meine ich, dass man denen nicht unsere Halle vermieten sollte.

Das ist ein Gebäude, das Vereine unserer Stadt nur unter Einhaltung der strengsten Hygieneauflagen nutzen dürfen.“

CDU-Sprecher Thomas Viesehon bekräftigte, dass es rechtlich „leider nicht möglich gewesen“ sei, die Veranstaltung zu verhindern. Die Volkmarser Wähler hätten aber durch ihr Wahlverhalten gezeigt, was sie von der AfD halten. Immerhin habe die Partei bei der Kommunalwahl ein Drittel ihrer Stimmen in Volkmarsen eingebüßt.

Aus Sicht der Grünen stellt Laura Lau fest: „Wir bedauern, dass sich Volkmarsen sich als beliebter Standort für Parteiveranstaltungen der AfD herauskristallisiert. Aus unserer Sicht ist das im wesentlichen in zwei Dingen begründet: 1. Die zentrale geografische Lage und 2. Die geringere Neigung der Bevölkerung auf dem Land, ihren Unmut in sichtbarem Protest zu äußern. Hier wäre bei einer Veranstaltung in Kassel oder Göttingen mit mehr Gegenwehr zu rechnen. Wir erleben Volkmarsen nicht als braunes Nest, sondern als weltoffen, als bunt, als tolerant. Die größte Toleranz wird uns in Volkmarsen abverlangt, wenn wir denen ein Bühne bieten müssen, die ihre demokratischen Grundrechte für den Angriff auf die Demokratie selbst nutzen.“ Die Grünen-Sprecherin weiter: „Wir machen uns Sorgen wegen der problematischen Haltung der AfD zu Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie, wovon auch eine gesundheitliche Gefahr für die Volkmarser ausgeht.“

Der AfD-Stadtverordnete Thorsten Huntzinger weist daraufhin, dass es sich bei dem Bundeskongress der Jungen Alternative um einen satzungsgemäß vorgeschriebenen Pflichttermin zur Neuwahl des Bundesvorstands handele. Volkmarsen sei wahrscheinlich als Veranstaltungsort vor allem deshalb ausgewählt worden, weil es so zentral in Deutschland gelegen sei.

Er gehe davon aus, dass die Veranstalter ebenso wie beim jüngsten AfD-Landesparteitag in Volkmarsen Security-Mitarbeiter als Hygienebeauftragte einsetze. Huntzinger: „Bei unserem Landesparteitag waren die richtig streng und haben darauf geachtet, dass jeder, der an seinem Platz mal einen Schluck trinken wollte, ganz schnell wieder seine Maske hochgezogen hat.“ All das werde bestimmt auch in dem Hygienekonzept geregelt, das jeder Veranstalter bei Stadt und Landkreis vorlegen müsse.

Im Übrigen verweist der AfD-Sprecher auf die Forderung vieler Landesregierungen, dass Politik auch in Corona-Zeiten Gesicht zeigen müsse. Gerade bei wichtigen Abstimmungen müsse gewährleistet sein, dass auch nur die Delegierten ihre Stimme abgeben und dass es keine technischen Störungen die Wahlergebnisse verfälschen könnten.

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