Denkmal oder Spielfigur? Theologe Eckhard Käßmann sprach über Martin Luther

Großes Denkmal, kleine Playmobil-Figur: Der Kasseler Theologe Eckhard Käßmann eröffnete im Dorfgemeinschaftshaus von Geismar bilderreiche Perspektiven auf das Leben des Reformators Martin Luther. Foto: Völker

Geismar. Alles begann am 2. Juli 1505 in einem heftigen Sommergewitter mit einem schrecklichen Blitzschlag bei Stotternheim: Der erschütterte Wanderer Martin Luther überlebte, legte spontan ein Gelübde ab, beendete sein Jura-Studium und wurde Mönch im Augustinerkloster Erfurt. „Es war dies ein Wendepunkt, der die Reformation einleitete“, berichtete Pfarrer Eckhardt Käßmann (Kassel), als er in Geismar vor einem großen Zuhörerkreis über die „hellen und dunklen Seiten des Martin Luther“ berichtete.

Eingeladen hatte ihn die Geismarer Projektgruppe, die sich an dem Wettbewerb der Landeskirche zur Reformationsdekade „95 Thesen - neu gelesen“ beteiligen will (HNA berichtete). Die Auftaktveranstaltung sollte dazu anregen, wie Pfarrerin Katharina Wagner zu Beginn betonte, zuerst einmal kritisch auf den Menschen Martin Luther und seine Botschaft zu schauen.

Ob als Bronzenachguss auf einem Denkmalsockel oder als zierliche Playmobil-Figur mit Bibel und Federkiel - der Theologe Käßmann hatte beide Varianten der Luther-Verehrung nach Geismar mitgebracht.

Er entfaltete vor den Zuschauern ein facettenreiches Lebensbild des Reformators mit allen Ängsten und Widersprüchen zwischen dem „ungestümen, wortgewaltigen Mann von Worms“ in den radikalen Umbrüchen seiner Zeit, seiner Suche nach einem „gnädigen Gott allein durch den Glauben“, ausgelöst durch sein „Turmstuben-Erlebnis“, dass Gnade und Gerechtigkeit identisch seien.

Mehr über die „hellen Seiten“ Luthers lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Karl-Hermann Völker

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.