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Der Gänsebraten wird teurer: Hohe Futterkosten und Vogelgrippe verursachen Preisanstieg

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Von: Stefanie Rösner

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Freilandhaltung: Die Gänse von Karl Walter Hamel werden in Meineringhausen gemästet. Gefüttert wird mit Getreide wie Gerste und Weizen.
Freilandhaltung: Die Gänse von Karl Walter Hamel werden in Meineringhausen gemästet. Gefüttert wird mit Getreide wie Gerste und Weizen. © Stefanie Rösner

Der traditionelle Gänsebraten zum Weihnachtsfest wird in diesem Jahr auch in Waldeck-Frankenberg teurer.

Waldeck-Frankenberg – Manche Gastronomen bieten ihn überhaupt nicht mehr an, weil Züchter ihre Bestände reduziert haben und die Preise stark gestiegen sind, berichtet Friederike Sauer. In ihrem Gasthaus in Asel wird die Weihnachtsgans nur noch auf Bestellung zubereitet und nicht mehr wie sonst auch vorrätig zu haben sein.

Die Gans als Festtagsbraten sei jedes Jahr wieder bereits ab November ein begehrtes Gericht. „Die Nachfrage ist da, und die Kunden sind auch bereit, mehr dafür zu bezahlen“, sagt Friederike Sauer. Allerdings müssen die Gastronomen bei Einkaufspreisen, die sich mehr als verdoppelt hätten, ganz genau kalkulieren.

Während das Gasthaus für ein Drei-Gänge-Menü mit frisch gebratener Gans bislang 30 Euro pro Person nahm, werden nun rund 40 Euro berechnet. „Wir geben nur die Materialkosten weiter“, betont Sauer. Nicht nur die Einkaufspreise seien gestiegen – auch für Strom und zum Heizen fallen mehr Kosten an. Sie erklärt: „Eine Fünf-Kilo-Gans muss fünf Stunden lang im Ofen garen“, und dafür werde eben viel Energie benötigt.

Den Gänsezüchtern in Waldeck-Frankenberg machen mehrere Faktoren zu schaffen. Einmal sei es die Vogelgrippe, die in vielen Regionen dazu geführt habe, dass Geflügel gekeult wurde, erklärt Gerd Weinreich aus Gemünden. Deshalb waren Gänseküken im Frühjahr auch sehr knapp.

Er habe seine eigenen Bestände aus verschiedenen Gründen um 90 Prozent reduziert und züchte nur noch eine kleine Herde an Gänsen für seine treuesten Kunden, berichtet Weinreich.

„Die Preise für Futter und für Küken haben sich verdoppelt“, sagt Karl Walter Hamel, Gänsehalter aus Meineringhausen. Er hat auch in diesem Jahr mehrere Hundert Gänse aufgezogen, die er vornehmlich an private Kunden verkauft. Anfragen gebe es täglich, auch wenn er den Preis von 14 auf 16 Euro pro Kilo angehoben habe. Er füttert seine Freilandgänse mit Getreide wie Gerste und Weizen, das teurer geworden ist.

Sein Vorteil sei, dass er die Tiere selbst schlachtet, wovon er sich bessere Margen verspricht, obwohl er auch dabei die steigenden Kosten für Strom und Heißwasser einberechnen muss. Er sagt: „Der Gänsebraten ist nach wie vor beliebt, vor allem während der Coronazeit war dieser mehr nachgefragt worden.

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