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Der Mädchenbus kommt bereits seit 25 Jahren nach Neukirchen

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Von: Marianne Dämmer

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Seit 25 Jahren kommt der Mädchenbus nach Neukirchen, betreut werden die Mädchen (von links) von Sarah Porthaus, Malou Lehner und Sabine Schreiner. Bürgermeister Henning Scheele, (2. von rechts) unterstützt das Projekt.
Seit 25 Jahren kommt der Mädchenbus nach Neukirchen, betreut werden die Mädchen (von links) von Sarah Porthaus, Malou Lehner und Sabine Schreiner. Bürgermeister Henning Scheele, (2. von rechts) unterstützt das Projekt. © Marianne Dämmer

Generation Y, Generation Z und nun steht Generation Alpha in den Startlöchern: Bereits seit 25 Jahren kommt der „Mädchenbus Nordhessen“ zwei Mal im Jahr nach Neukirchen.

Lichtenfels-Neukirchen – Seit einem Viertel Jahrhundert begleitet das Angebot die Mädchen und jungen Frauen im Alter zwischen acht und 18 Jahren bereits verlässlich und direkt vor Ort. Mit ihren Angeboten fördern und unterstützen die Sozialpädagoginnen Mädchen und junge Frauen auf ihrem Weg, selbstbewusst und stark zu werden. Schließlich haben die Heranwachsenden mit vielen Herausforderungen zu kämpfen – Auswirkungen der Pandemie, vielleicht Probleme in der Familie oder Konflikte mit Freundinnen, Mobbingerfahrung auch über soziale Netzwerke, Fragen rund um Liebe und Körperentwicklung, Orientierung, Lebensentwürfe. Da gebe es oft Gesprächsbedarf, „und über all das können wir hier in Ruhe sprechen. Wir versuchen, sie zu stärken und Handlungswege aufzuzeigen“, sagt Sozialpädagogin Sabine Schreiner.

Manchmal würden sie aber auch einfach nur zusammen spielen wollen, auspowern, kreativ sein – dann werde eben das gemacht. „Bei uns gibt es zwei Gesetze: Hier gibt es keinen Leistungsdruck, hier muss man nichts beweisen, und wir haben einen partizipativen Ansatz, sie bestimmen also mit, was wir machen.“

Sozialer Umgang miteinander, Integration statt Ausgrenzung, „das findet hier statt und das mögen sie. Der Mädchenbus fördert die Solidarität und die Vernetzung von Mädchen untereinander mit Gruppenaktionen und positiven Erfahrungen“, sagt Sabine Schreiner: „Wir sind inzwischen eine Marke, wichtig für die Mädchen. Sie freuen sich auf uns. Und uns freut, dass sie uns Vertrauen entgegenbringen“, sagt Sabine Schreiner.

„Persönliche Bindungen besonders wichtig“

Von 15.30 bis 21 Uhr macht der Mädchenbus Halt in den Orten, in drei Altersgruppen können sich die Mädchen treffen. „Die jüngsten Mädchen in Neukirchen lieben es zum Beispiel, sich zu verkleiden und ein Theaterstück einzustudieren. Das ist ein Zugewinn für ihre Entwicklung, sie nutzen dafür auch gern die Schützenhalle, die uns netterweise geöffnet wird“, sagt Sabine Schreiner. Die älteren Mädchen würden meist gern die Möglichkeit nutzen, „für sie wichtige Dinge zu besprechen“, so Schreiber.

Der Verein erhält lediglich eine Basisfinanzierung durch das Land Hessen und ist dringen auf Spenden angewiesen, um das Angebot weiter aufrechterhalten zu können. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg unterstützt das Projekt, auch die Stadt Lichtenfels hat wieder eine Spende zugesagt. „Das Angebot ist ein Gewinn, ein direkter Mehrwert für die Mädchen und jungen Frauen – in der heutigen Zeit und vor allem während Corona sind persönliche Bindungen besonders wichtig für ihre Entwicklung“, sagt Bürgermeister Henning Scheele. „Es bietet Raum für Austausch, wie er im Alltag durch die sozialen Netzwerke leider meist viel zu kurz kommt. Deshalb unterstütze ich das pädagogische Angebot gerne“, sagt Scheele: „Es ist wichtig, dass das Landesprojekt über die Kommune und den Landkreis hinaus fest gefördert wird“.

Am Dienstag, 6. September, ist der Mädchenbus wieder in Neukirchen. (Von Marianne Dämmer)

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