Schachverein Anderssen Arolsen im Fokus

Schach ist Spiel, Strategie und Sinneschärfer

Wettkampf im Vereinslokal in Helsen.
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Wettkampf im Vereinslokal in Helsen.

Schach und Bad Arolsen - das ist eine besondere Verbindung mit fürstlichem Ursprung, gepflegt vom sportlich erfolgreichen Schachverein Anderssen Arolsen.

Schach ist eines der ältesten Spiele der Kulturgeschichte. Schon Fürst Friedrich war im 18. Jahrhundert leidenschaftlicher Schachspieler und lockte mit Andre Duncan Philidor für einige Monate den besten Schachspieler seiner Zeit an den Arolser Hof, deshalb ist das „königliche Spiel“ auch heute noch in der Fürstlich Waldeckischen Hofbibliothek zu entdecken. Auch im heutigen hektischen Digitalzeitalter wird der ruhige Denksport noch in Bad Arolsen gepflegt. Die Aktiven des Schachvereins Anderssen haben viel Spaß daran und sind sportlich erfolgreich.

Jahreshauptversammlung des Schachclubs in Bad Arolsen.

Der Schachverein Anderssen Arolsen wurde am 7. Februar 1953 auf Initiative des Korbacher Schachkreisvorsitzenden Kurt Nürnberg gegründet. Heute gehören die Arolser Schachspieler zu den stärksten in Nordhessen und haben schon zahlreiche Titel auf Nordhessen- und Hessenebene gewonnen. 14 Aktive nehmen zurzeit am Spielbetrieb der Nordhessenliga teil. Erst vor vier Wochen hat Anderssen die Mixed-Meisterschaft gewonnen.

Der sportliche Erfolg hat Tradition: Mit dem Twistesee-Open veranstalteten die Arolser schon Anfang der 90-iger Jahre ein Turnier, das internationales Spitzenschach anlockte. „Auch die Jugendarbeit haben wir im Blick, doch ein Nachwuchstraining gibt es zurzeit nicht. Aber unser Jugendwart Friedrich Wagener bietet eine Schach AG an der Daniel-Rauch-Schule und der Kaulbach-Schule an, doch wegen der Corona-Pandemie ruht der Betrieb auch dort“, erklärt der Vereinsvorsitzende Rudolf Beisinghoff.

Rudolf Beisinghoff mit Turnierleiter Moritz Ruhl bei einer Siegerehrung.

Trotz oder gerade im hektischen Internetzeitalter gewinnt das ruhige, konzentrierte Brettspiel an Reiz. „Von Schach geht eine geheimnisvolle Attraktion aus“, zitiert Beisinghoff Siegfried Schönle. In Bezug auf eine Schachnovelle von Stefan Zweig hat dieser geschrieben:

„Eine Gehirntätigkeit, die ausschließlich um einen Raum von vierundsechzig schwarzen und weißen Feldern rotiert. Schach ist unbegrenzt in seinen Kombinationen, ständig sich entwickelnd und doch steril. Ein Denken, das zu nichts führt, eine Mathematik, die nichts errechnet. Das einzige Spiel, das allen Völkern und allen Zeiten zugehört und von dem niemand weiß, welcher Gott es auf der Erde gebracht, um die Langeweile zu töten, die Sinne zu schärfen, die Seele zu spannen. Wo ist bei ihm Anfang und wo das Ende: jedes Kind kann seine ersten Regeln erlernen...“

Rudolf Beisinghoff (80), Vorsitzender von Anderssen Arolsen, Diplom-Ingenieur Elektrotechnik, verheiratet, drei Kinder und neun Enkelkinder.

30 Mitglieder im Alter von 12 bis 80 Jahre zählt der Schachclub Anderssen Arolsen heute, davon sind 28 Männer. Sie spielen jeden Freitag ab 20 Uhr im Vereinshaus in Helsen, Prof.-Bier-Straße 56a (im ehemaligen Sophienheim).

Zeit für Geselligkeit: Sommerfest des SV Anderssen.

Ein- bis zweimal im Jahr gibt es ein spezielles Erwachsenentraining mit Ausbilder oder ein Turnier, aber auch ein Jugendtraining soll wieder eingerichtet werden, sobald die Pandemie überwunden ist. „Ob Anfänger oder Fortgeschrittene, Männer oder Frauen, Jugendliche oder Erwachsene – wer Lust hat, kann gern mal bei uns reinschnuppern“, lädt Beisinghoff alle Interessierten herzlich zum Kennenlernen ein.

Weitere Infos gibt Rudolf Beisinghoff, Tel. 05694 9912234, Hermann Henze, Tel. 05693 6102, Friedrich Wagener, Tel. 05691 7968, und Jürgen Wolf, Tel. 05691 40439. www.schachverein-anderssen.de

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