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Gesund radeln im Herbst - gut für Senioren

Radeln im Herbst - das macht Spaß udn tut vor allem Senioren gut.
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Radeln im Herbst - das macht Spaß und tut vor allem Senioren gut.

Verspannungen, Rückenschmerzen, Arthrose, Herzkreislauf-Probleme, Bluthochdruck – Radfahren kann zur Vermeidung oder Besserung dieser Volkskrankheiten beitragen.

Radfahren, auch mit dem E-Bike, trainiert (fast) alle Muskeln, Beine, Po, Rücken, Arme, Schultern und Nacken. Gleichzeitig werden die Gelenke geschont, die Ausdauer steigt, der Blutkreislauf wird angeregt und die Lunge gleichmäßig mit Sauerstoff versorgt. Das Fahrrad kann wirklich ein Multitalent sein. Wer aber lange nicht gefahren ist und jetzt im Herbst wieder anfangen möchte, aktuell Beschwerden hat und/oder Anfänger ist, sollte sich zunächst medizinischen Rat holen.

Dr. Dieter Krackrügge und Dr. Florian Faupel in ihrer Gemeinschaftspraxis in Bad Arolsen.

„Die Koordination verschiedener Bewegungsabläufe, das Gleichgewichtsgefühl, die Motorik oder die Reaktionszeiten können mit zunehmendem Alter abnehmen oder schlicht auch verlernt werden“, erklären Dr. Dieter Krackrügge und Dr. Florian Faupel. Orthopädie, Sportmedizin und Unfallchirurgie sind die Schwerpunkte ihrer Gemeinschaftspraxis in Bad Arolsen. „Einschränkungen dieser Fähigkeiten können auf dem Fahrrad gerade für ältere Menschen oder nach längerer Krankheit ein Problem werden. Die Sturzgefahr nimmt zu. Mit einfachen Übungen lässt sich die Koordination aber trainieren.“ Radfahren ist zudem ein idealer Sport für Menschen mit Arthrose. Die kreisförmige, regelmäßige Beinbewegung sorgt dafür, dass die Gelenkknorpel besser durchblutet und mehr Gelenkflüssigkeit produziert wird. So reiben die Gelenkflächen nicht mehr so stark aufeinander und Bewegungen sind weniger schmerzhaft. Die Gelenkflüssigkeit enthält außerdem Nährstoffe, die den Knorpel versorgen. „Radfahren hat außerdem den Vorteil, dass das Körpergewicht bis zu 80 Prozent auf dem Sattel lagert und die Kniegelenke weniger belastet werden. Die Pedale geben gleichzeitig die Beinführungen vor, so dass auch kleine ungewollte Drehungen vermieden werden“, sagen die Experten.

Radeln für den Rücken

Grundsätzlich schont Fahrradfahren den Rücken, da es keine abrupten Bewegungen oder Stöße gibt. Gleichzeitig kräftigt das Treten in die Pedale die Bein- und Rumpfmuskulatur. So wird der Rücken gestützt und stabilisiert. „Die meisten Beschwerden sind unspezifische Rückenprobleme, die durch Verspannungen, Muskeln, Sehnen oder Bänder verursacht werden“, sagen Dr. Krackrügge und Dr. Faupel und raten, gerade Rückenprobleme medizinisch abzuklären, bevor man in die Pedale tritt.

Um den positiven Effekt des Fahrradfahrens bei Rückenschmerzen zu nutzen, sei es besonders wichtig, auf die richtige Sitzposition und Sattelfederung zu achten. Vorsicht ist geboten bei einem Bandscheibenvorfall. „Betroffene sollten sich auf keinen Fall zu sportlich auf ein Fahrrad oder E-Bike setzen“, so die Experten.

Gut fürs Herz

Regelmäßiges Radfahren trainiert Herz und Lunge, verbessert die Ausdauer und ist das ideale Herz-Kreislauf-Training. Der Blutkreislauf wird angekurbelt, das Schlagvolumen des Herzens erhöht und das Blutvolumen vergrößert. Ausdauersport gilt als eine der besten Möglichkeiten, sich vor einer Herzerkrankung zu schützen oder ein krankes Herz zu stärken. Mit dem Fahrrad gelingt das insgesamt auf besonders schonende Weise.

„Das Training oder die Radtour lassen sich, wenn man achtsam ist, problemlos an die körperliche Leistungsfähigkeit anpassen“, erklären die Arolser Ärzte „Nach und nach hilft die steigende Ausdauer auch, wenn man es nicht übertreibt, den Blutdruck senken. Menschen mit Herzproblemen oder zu hohem Blutdruck sollten, bevor sie aufs Fahrrad steigen, ihr Herz aber noch einmal von einem Kardiologen untersuchen lassen.“

Radelnd abnehmen

Kaum überraschend: Das Fahrrad hilft auch beim Abnehmen. Radfahren kann man fast überall und zu jeder Zeit. Die Fahrt zur Arbeit oder zum Supermarkt für kleinere Einkäufe sind schon kleine, aber effektive Möglichkeiten, um nebenbei zusätzliche Kalorien zu verbrennen.

Wichtig: Mit Pedal unten soll das Knie immer noch leicht gebeugt sein.

„Das Fahrrad bringt den Stoffwechsel und Kreislauf in Schwung. Es kurbelt langsam, aber stetig die Fettverbrennung an, die bei 60 bis 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz einsetzt“, sagen Dr. Krackrügge und Dr. Faupel und betonen: „Für Übergewichtige hat das Rad außerdem den Vorteil, dass es das Gewicht trägt. So werden die ohnehin schwer belasteten Gelenke für die Zeit des Radfahrens entlastet. Moderne Räder machen es möglich, sich ganz nach der eigenen Kondition mit mehr oder weniger Kraftaufwand zu bewegen. Auch wer länger keinen Sport mehr gemacht hat, kann mit einem guten Rad seine Ausdauer verbessern, Muskeln aufbauen und Fett verbrennen.“

Fahrradhändler Kai Brüne beim Ausmessen eines Kunden.

Das E-Bike kann sogar noch ein bisschen mehr. „Der Fahrer entscheidet, unabhängig von der Strecke, ob und wie viel er sich anstrengen möchte. Nicht er muss sich dem Fahrrad anpassen, sondern das Rad passt sich der individuellen Kondition und den Wünschen an. Das ist ein großer Vorteil mit einem kleinen Aber“, erklärt Kai Brüne, Inhaber von 2Rad Brüne in Bad Arolsen und sagt: „Das E- Bike fährt eben immer, egal wie man darauf sitzt oder tritt. So schleichen sich schnell Fehler ein, die dann vielleicht zu Schmerzen in den Gelenken, im Rücken, Armen oder Beinen führen. Die meisten Biker sitzen zu tief und können gar nicht richtig durchtreten. Damit geht der positive Effekt für Sehnen und Gelenke verloren.“ Brüne legt Wert auf ausführliche Kundenberatung mit Vermessung, damit Rad und Fahrer perfekt zusammenpassen. Außerdem hält er jede Menge Technik für den Komfort bereit, zum Beispiel Vario-Sattelstützen, die sich auf Knopfdruck absenken oder nach oben fahren lassen.       Barbara Liese

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