Bücher einfach und bequem per Mausklick finden

Der Waldeckische Geschichtsverein digitalisiert seine Bestandsverzeichnisse

In der Geschäftsstelle des Waldeckischen Geschichtsvereins  im Dachgeschoss des Schreiberschen Hauses in Bad Arolsen. Bibliotheksleiter Klaus-Dieter Michel sitzt am Rechner mit dem Bibliotheksprogramm Littera. Vor ihm liegt die Kladde mit dem Bestandsverzeichnis, in der Hand hält er die Karteikarte für den Band „Hessische Chronica / zusammen getragen und verfertiget durch Wilhelm Schäffern genandt Dilich“. Hinten steht der Vorsitzende Günter Engemann mit dem Dilich-Buch.
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Schluss mit Karteikarte und Kladde: Der Waldeckische Geschichtsverein digitalisiert seine Bestandsverzeichnisse. Bibliotheksleiter Klaus-Dieter Michel erfasst die Daten, hier für den Dilich-Band. Hinten: der Vorsitzende Günter Engemann mit dem Dilich-Buch.

Der Waldeckische Geschichtsverein digitalisiert seine Bestandsverzeichnisse: Künftig können Interessenten einfach und bequem per Mausklick herausfinden, welche Bücher in der Bibliothek im Schreiberschen Haus in Bad Arolsen stehen.

  • Der Waldeckische Geschichtsverein hat eine einzigartige Bibliothek mit rund 7000 Bücher und Schriften zur Landesgeschichte, über die Dörfer und Städte oder zur Kulturgeschichte.
  • Bislang sind die Bestände nur über Kladden und Karteikarten zu ermitteln.
  • Mit der Digitalisierung der Bestandsverzeichnisse können Interessenten einfach und bequem per Mausklick herausfinden, welche Bücher in der Bibliothek stehen.

Bad Arolsen – Zwei, drei Klicks, und Klaus-Dieter Michel hat auf seinem Bildschirm alle Angaben über die „Hessische Chronica / zusammen getragen und verfertiget durch Wilhelm Schäffern genandt Dilich“. Das 1605 erschienene Buch ist Geschichtsfreunden durch seine Kupferstiche von Korbach, Mengeringhausen, Waldeck oder Wildungen bekannt. Der Waldeckische Geschichtsverein hat einen Nachdruck in seiner Bibliothek.

Was alles im Dachgeschoss des Schreiberschen Hauses steht, soll demnächst auch übers Internet zu ermitteln sein: Der Verein hat mit der Digitalisierung der Bestandsverzeichnisse begonnen. Der Dilich ist schon erfasst.

Rund 7000 Bücher und Schriften zur Geschichte Waldecks

Rund 7000 Bücher und Schriften stehen in den Regalen – darunter sind viele, die für die waldeckische Landesgeschichte oder für Dörfer und Städte wichtig sind, aber kaum mehr im Buchhandel zu finden sind. Doch immer wieder haben Nutzer Probleme, Werke zu finden.

Über Jahrzehnte wurden Neuanschaffungen in einer Kladde eingetragen – der ehemalige Bibliotheksleiter Philipp Emde hatte die Erfassung schon auf Dateien umgestellt. Daneben gab es für jedes Buch eine Karteikarte mit allen bibliographischen Angaben. Über sie ließ sich ein Buch finden.

Suchprobleme bei ungenauen Anfragen

Doch oft genug fehlen bei Anfragen genaue Angaben. Fehlt etwa der Autor, ist es fast unmöglich, im Katalog etwas zu entdecken. Oft genug ist das Team auf eigenes Wissen angewiesen.

So schlug Erich Müller die Digitalisierung vor. Der Lehrer an der Bad Arolser Christian-Rauch-Schule betreut seit Jahren die Schülerbücherei des Gymnasiums und arbeitet dabei mit Bibliotheksprogrammen. Er sagte dem Verein seine Unterstützung zu. „Das war wichtig für uns, er hat Erfahrung“, sagt der Vorsitzende Günter Engemann.

Bibliotheks-Software angeschafft

Der Vorstand schaffte für 1000 Euro das österreichische Programm Littera an. „Es ist sehr umfangreich, auch Ausleihen sind damit möglich“, erklärt Michel. „Wir brauchen nur Bausteine. Uns ist wichtig, eine Übersicht zu bekommen und nach Schlagworten zu suchen.“

Vor etwa vier Wochen führte Müller seinen ehemaligen Schüler Emde ins Programm ein, vor drei Wochen auch Michel. Bevor das digitale Verzeichnis nutzbar ist, müssen die Angaben der Karteikarten übertragen werden. „Ich fange erst an“, sagt Michel.

Waldekische Landesgeschichte zuerst

Als erstes erfasst er mit Philipp Emde die Bücher zur Landes- und Regentengeschichte, dann folgen die zur Geschichte der Dörfer und Städte. Müller hilft dabei und gibt Tipps für die Verschlagwortung der Bücher. Das erleichtert später die Suche. Michel will Karteikarten und Inhaltsverzeichnisse einscannen und mit den Dateien verknüpfen. Andere Themenfelder sollen später Zug um Zug erschlossen werden.

Die internationale Buchnummer ISBN erleichtert vieles: Das System übernimmt automatisch zahlreiche Angaben, Michel muss sie nur noch die Systematik des Vereins einfügen und Schlagworte vergeben. Alle Daten werden sicherheitshalber in einer „Cloud“ gespeichert.

Online-Katalog freischalten

Sobald eine größere Anzahl von Werken erfasst ist, soll das Verzeichnis im Internet freigeschaltet werden. Dann können Interessenten jederzeit nachschauen, welche Werke vorhanden sind. Engemann schätzt, dass sich so viele Anfragen erledigen.

Das Verzeichnis solle als „Online Public Access Catalogue“, kurz OPAC, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, erklärt Michel. Aufrufbar wird der Katalog über die von Alexander Schwerdtfeger-Klaus neu gestalteten Internetseiten des Vereins. Aber das dauere noch: „Es ist ein langes Projekt.“ (DR. KARL SCHILLING)

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