Soziale Bedingungen im Blick

Weltladen der Eine Welt-Gruppe Bad Arolsen unterstützt fairen Handel

Beatrix Broeker arbeitet im Weltladen und ist Sprecherin des Steuerkreises ‚Fairtrade-Stadt‘ für Bad Arolsen. Susanne Weigandt engagiert sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Weltladen und für die Frauenprojekte in Nepal.
+
Beatrix Broeker arbeitet im Weltladen und ist Sprecherin des Steuerkreises ‚Fairtrade-Stadt‘ für Bad Arolsen. Susanne Weigandt engagiert sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Weltladen und für die Frauenprojekte in Nepal.

Wer noch schöne Weihnachtsgeschenke sucht und dabei den fairen Handel unterstützen möchte, ist im Weltladen der Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsen richtig.

Die moderne Konsumwelt wäre nicht denkbar, wenn nicht überall in der Welt Menschen unter schwersten Bedingungen sehr hart arbeiten würden und dennoch nicht genug für ihren Lebensunterhalt verdienen. Fair Trade, der faire Handel, zeigt, dass man an dieser Situation durch Transparenz, Gerechtigkeit, Solidarität und Nachhaltigkeit gemeinsam mit den Konsumenten etwas ändern kann. Das Team im Weltladen in Bad Arolsen möchte dazu einen Beitrag leisten.

Viele neue und auch junge, die ein besonderes Weihnachtsgeschenk suchen sind auch neugierig auf die Arbeit und die Projekte, im Weltladen.

Vor gut einem Jahr haben Beatrix Broeker und andere ehrenamtliche Mitglieder der Eine Welt-Gruppe Bad Arolsen, die ersten Regale des neuen ‚Weltladens’ eingeräumt. „Wir haben uns trotz Corona inzwischen gut etabliert“, erzählt Beatrix Broeker, die neben ihrer Arbeit im Weltladen auch Sprecherin des Steuerkreises ‚Fairtrade-Stadt’ für Bad Arolsen ist.

„Die Eine Welt Gruppe wurde hier schon 1985 gegründet. Wir haben also viel Erfahrung, wenn es um nachhaltige Projekte geht, die der Existenzsicherung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in den so genannten Entwicklungs- oder Schwellenländern dienen. Wir bieten fair gehandelte Waren zum Verkauf an. Projekthilfe und Fairer Handel hängen für uns eng zusammen, genauso wie der Einsatz für Nachhaltigkeit und die Verringerung unseres persönlichen ökologischen Fußabdrucks.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Fairer Handel ist in erster Linie Hilfe zur Selbsthilfe. Er kann die wirtschaftliche und soziale Situation der arbeitenden Erwachsenen und vor allem auch der Kinder in den jeweiligen Ländern nachhaltig verbessern, so dass sie angemessen bezahlt werden und sich eine Existenz aufbauen können. Zu den wichtigsten Grundsätzen im Fairen Handel gehören unter anderem: faire Mindestpreise, Prämien für Gemeinschaftsprojekte, langfristige Handelspartnerschaft im Dialog, mit Transparenz und Respekt, aber auch die Einhaltung von Arbeitsschutzrechten sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit.

Die ökonomische Bilanz der Fairafric-Schokolade.

Der schonende Umgang mit der Umwelt bei Anbau, Produktion und Weiterverarbeitung sind weitere Ziele für einen gerechteren Welthandel. Der Faire Handel hat im Lauf der Jahre bei vielen Kunden ein Bewusstsein für kritischen Konsum geschaffen. Es ist nicht mehr allen egal, wie und unter welchen Bedingungen ein Produkt entsteht. „Unsere Kunden bestimmen mit, wie gut andere Menschen von dem, was sie herstellen, leben können“, bekräftigt Beatrix Broeker und sagt: „Hier im Weltladen kann der Kunde außerdem, anders als bei den entsprechenden Angeboten wie beispielsweise in Supermärkten, sehr konkret nachvollziehen, welches Projekt oder welche Menschen unterstützt werden. Wir erhalten regelmäßig Briefe und Fotos, die den Erfolg unserer Projekte bestätigen. Wann immer Gelegenheit ist, überzeugen wir uns auch persönlich.“

Auch Geschenkverpackungen können nachhaltig sein.

Der Weltladen unterstützt gemeinsam mit der Eine Welt Gruppe die Women’s Foundation, die sich seit 1988 für die Rechte von Frauen in Nepal einsetzt. In einer Färbe- und Weberei arbeiten bis zu 80 Frauen. Sie weben fertigen Schals, die natürlich im Arolser Laden angeboten werden. Mit diesem Verkauf wird den Frauen eine eigenständige Existenz ermöglicht.

Auch Susanne Weigandt engagiert sich besonders in dem Frauenprojekt in Nepal. „Ich habe das Glück, noch in diesem Jahr nach Katmandu fliegen zu können, um die Frauen zu treffen. Mit Spenden konnte die Werkstatt ausgestattet und eine weitere Ausbildung für sie finanziert werden. Es wird spannend sein, mit allen zu sprechen“, sagt Beatrix Broeker.

Das Angebot im Laden ist vielseitig und gerade jetzt vor Weihnachten eine gute Gelegenheit, mit einem nachhaltigen Geschenk das Engagement im Weltladen zu unterstützen.

Angeboten werden nicht nur die Schals aus Nepal, Schokolade und Bolga-Körbe aus Ghana, Schmuck aus Mexiko, Mangoessig von den Philippinen, Kaffee aus Nicaragua – Thailand, Kenia, Pakistan, Sri Lanka, Indien, die Liste der Ursprungsländer Fair Trade gehandelter Waren ist lang, und fast alles ist zu haben.

Schokolade aus Ghana

„Wir haben hier auch eine ganz besondere Schokolade“, so die beiden Mitarbeiterinnen und erklären: „Sie wird komplett in Ghana hergestellt, mit schönem Design und Verpackung. Das ist der bisher seltene Idealfall. Meist werden die Rohstoffe im Ursprungsland nach den strengen Regeln des fairen Handelns produziert und geerntet. Die Endprodukte entstehen dann auch nach festen Regeln in den Empfängerländern. Die Schokolade Fair-afric ist eines der wenigen Produkte im Bereich der Lebensmittelherstellung, das wirklich komplett aus dem Ursprungsland kommt.“ Mit ihrem Einkauf entscheiden die Kunden, welchen Stellenwert faire Arbeits- und Lebensbedingungen im Welthandel haben. Nur mit ihnen ist der faire Handel möglich. Die Idee: Je mehr Menschen Fair Trade mit dem Kauf der Produkte unterstützen, desto gerechter wird die Welt im Handel.

Fair Trade, der faire Handel, ist mit vielen Produkten möglich. So gibt es im Weltladen auch viele schöne Weihnachtsdekorationen.

„Jetzt in der Weihnachtszeit kommen viele neue, auch junge Kunden zu uns, die ein besonderes Weihnachtsgeschenk suchen. Sie interessieren sich nicht nur für die Produkte, sondern sind auch neugierig auf unsere Arbeit und die Projekte, die wir unterstützen“, berichtet Beatrix Broeker, hofft, dass aus den Zufallskunden Stammkunden werden und betont: „Wir wünschen uns weitere ehrenamtliche Mitarbeiter/innen, die uns hier im Laden und unsere Idee unterstützen. Wer Interesse hat, kann sich gern bei uns im Laden melden, wir würden uns freuen.“      Barbara Liese

Infos zur Eine Welt-Gruppe Bad Arolsen: www.bad-arolsen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.