Kraniche ziehen in den Süden

Der Winter kommt: Hunderte Schneegänse flogen über Nordhessen

Kraniche in Keilformation.
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Kraniche in Keilformation.

Es wird Winter in Nordhessen: Deutliches Zeichen dafür sind Hunderte Kraniche, im Volksmund Schneegänse genannt, die über die Region in Richtung Süden geflogen sind.

Waldeck-Frankenberg - Nach langer Zeit mit westlichen Winden erreichten am Montag (22.11.2021) nordöstliche, kühle Winde die Region Nordhessen. Das war auch das Signal für die nicht wenigen Kraniche, die noch im Bereich der Ostsee und Norddeutschlands auf ihren Flug in ihre südlichen Winterquartiere warteten.

Der Wetterbericht meldete bei östlicher Kaltluft auch den ersten Schnee in höheren Lagen sowie die frostigste Nacht dieses Herbstes mit bis zu minus fünf Grad Celsius. Erster Schnee war auch bisher das Zeichen dafür, dass die Kraniche, die im Volksmund auch als Schneegänse bekannt sind, auf ihrem Südflug zu erwarten sind.

So ließen die Kraniche auch über Waldeck-Frankenberg an diesem kühlen Montag unter wolkenlosem, blauem Himmel nicht lange auf sich warten. Bei Wolfgang Lübcke (Edertal) vom NABU gingen am Montag, dem sicher letzten Großflugtag dieses Jahres, 70 Kranich-Meldungen aus dem Kreisgebiet ein.

Bis zu 500 Kraniche in einer Formation

Größte gezählte oder geschätzte Kranich-Zahlen waren rund 500 über Reinhardshausen und Frankenberg-West, rund 400 über Basdorf, 300 über Hof Lauterbach, 270 über Bad Wildungen, 90 über Dorfitter und 25 über Odershausen zum Beispiel. Schwerpunkt dieser Züge war der Raum Korbach-Edersee-Bad Wildungen.

Der diesmal tageszeitlich relativ frühe Durchzug der Kraniche zwischen 11.30 und 16 Uhr ist unter anderem dadurch zu erklären, dass wohl sehr viele Kraniche aus einem neuen Rastgebiet deutlich südlicher als die Ostsee-Gebiete kamen. Dieses neuerlich entstandene große Rast-Gebiet liegt am Kelbra-Stausee nahe dem Kyffhäuser in Thüringen. Wesentliches Überwinterungsgebiet der Kraniche ist die spanische Estremadura. 

Gerhard Kalden

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