1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Die Ederaue bei Rennertehausen als Lebensraum

Erstellt:

Von: Willi Arnold

Kommentare

Am Ederwehr: Dort informierten (vorne von links) Heinz-Günther Schneider, Nabu-Geschäftsführer Mark Harthun und Regierungspräsident Mark Weinmeister auch darüber, dass dieses Wehr um 1900 für die Wasserzuführung in das einige Kilometer lange Bewässerungssystem der Auenwiesen gebaut wurde.
Am Ederwehr: Dort informierten (vorne von links) Heinz-Günther Schneider, Nabu-Geschäftsführer Mark Harthun und Regierungspräsident Mark Weinmeister auch darüber, dass dieses Wehr um 1900 für die Wasserzuführung in das einige Kilometer lange Bewässerungssystem der Auenwiesen gebaut wurde. © Willi Arnold

Auf Einladung des Naturschutzbundes (Nabu) hat der Kasseler Regierungspräsident Mark Weinmeister die Ederaue bei Rennertehausen besucht.

Rennertehausen – Treffpunkt war an der Hatzbachmühle, wo Nabu-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider den Regierungspräsidenten und einige Mitglieder des Nabu-Vorstandes mit Mark Harthun, Geschäftsführer Naturschutz, Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn, Joachim Dienst (Forstamt Frankenberg), Ulrich Kessler (Untere Naturschutzbehörde) und weitere Naturschützer begrüßte.

Die Ederaue mit ihrem historischen Bewässerungssystem für die landwirtschaftlich genutzten Wiesen, verbunden mit Natur- und Artenschutz, war dem Regierungspräsidenten bereits von früheren Besuchen als Staatssekretär bekannt.

Nun erklärte Weinmeister: „Heute kommt die Gefahrenabwehr des Hochwassers dazu. Entgegen früherer Grundgedanken der schnellen Ableitung des Wassers, benötigen wir Raum, um Wasser zu halten und langsam abzuleiten. Auch weil das Grünland die höchste Biodiversität hat, interessiert es mich, wie es hier in den letzten Jahren weitergegangen ist.“

27 Hektar im Eigentum des Nabu

In zweieinhalb Stunden, die der Regierungspräsident vor Ort war, unternahm die 15-köpfige Gruppe eine Exkursion durch die Ederaue. Nabu-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider informierte an verschiedenen Stellen über durchgeführte Maßnahmen. Dazu gehörten die Schleuse am Hauptgraben, die Vogelbeobachtungsstation, die geplante Renovierung an der Hauptbrücke und die Bildung kleiner Sümpfe am Ende der Wassergräben. Laut Schneider befinden sich 27 Hektar der insgesamt 100 Hektar großen Ederaue im Besitz des Nabu. Die Flächen werden nach seinen Worten von Kleinlandwirten extensiv genutzt.

Mark Harthun nutze die Gelegenheit, um den Regierungspräsidenten über die Verbandsarbeit zu informieren. Er nannte auch Bedenken und sprach von „Landverschwendung“ für bodennahe Fotovoltaikanlagen. Ähnlich äußerten sich Nabu-Vertreter aus Kassel.

Große Artenvielfalt

Die Ederaue bei Rennertehausen zeichnet sich durch eine große Artenvielfalt (Biodiversität) aus. Nach Auskunft des Nabu-Kreisvorsitzenden Heinz-Günther Schneider gíbt es dort 264 Pflanzen- und elf Fischarten, darunter den seltenen Steinbeißer. Weiterhin gibt es 26 Libellenarten, 119 Tagschmetterlinge, 54 Käferarten, 15 Heuschreckenarten sowie 26 Muschel- und Schneckenarten.

Die Ederaue ist für zahlreiche Vögel ein beliebtes Rastgebiet. Beobachtet wurden dort mehr als 30 Bekassinen, fünf Zwergschnepfen, an die 100 Kiebitze, 300 Wacholderdrosseln, 25 Silberreiher und 18 Weißstörche. Die Ederaue ist auch ein bedeutendes Nahrungsgebiet für Rot - und Schwarzmilane.

In der Ederaue brüten 5 bis 6 Braunkehlchen-Paare, Wiesenpieper und Rohrammern. Es gibt zwei Reviere des Blaukehlchens und 1 bis 2 Reviere der Wachtelkönige.

Auch interessant

Kommentare