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Die Ottlarer haben ihre Dommelhalle weitgehend saniert

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Die Ottlarer  Dommelhalle von außen.
Die Ottlarer haben ihre Dommelhalle modernisiert. Rund 1000 Stunden an Eigenleistungen haben sie aufgebracht, mehr als 100.000 Euro haben die Gemeinde und der Verein investiert. © Karl Schiling

Die Ottlarer haben ihre Dommelhalle mit viel Eigenleistungen modernisiert. Die Arbeiten sind nach rund vier Jahren weitgehend abgeschlossen.

Diemelsee-Ottlar – „Das war ein dickes Brett, das wir bohren mussten“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins „Zusammen in Ottlar“, Christian Rummel. Aber nach etwa vier Jahren „sind die Arbeiten so gut wie durch“:

Rund 1000 Stunden an Eigenleistungen haben die Ottlarer für die umfangreiche Renovierung und Modernisierung ihrer Dommelhalle bislang aufgebracht, mehr als 100 000 Euro haben die Gemeinde und der Verein investiert.

Damit ist die „gute Stube“ der Ottlarer fit für die Zukunft – und das drohende „Aus“ für die Halle ist abgewendet. Denn 2018 gab es ein Problem: Das Dach der vor rund 50 Jahren im Zuge der Gebietsreform gebauten Halle war undicht und musste erneuert werden. Nur: Lohnt sich die Investition bei nur etwa 140 Einwohnern?

Drohendes „Aus“ abgewendet

„Die Kommune wollte die Halle abstoßen, sie war nicht mehr rentabel“, berichtet Rummel, der auch Ortsvorsteher ist. Doch der Diemelseer Bürgermeister Volker Becker kannte auch die Bedeutung des Baus: In Ottlar gebe es keine Gaststätte mehr, erklärte er 2018 den Gemeindevertretern. Die Dommelhalle diene als Dorfgemeinschaftshaus und müsse bestehen bleiben.

„Wir haben überlegt, was machen wir“, berichtet Rummel. Schließlich sei das Angebot gekommen, die Halle einem Förderverein zu übergeben. Ähnliche Modelle funktionierten bei der Wirmetalhalle und beim Sportlerheim in Adorf „hervorragend“, betonte Becker damals.

Förderverein übernimmt die Dommelhalle

Und so übernahm der im Frühjahr 2018 neu gegründete Förderverein die Dommelhalle als Betreiber – sie blieb aber im Eigentum der Gemeinde. Ziel des Vereins ist es, die Halle für die Ottlarer zu erhalten und attraktiv zu gestalten.

Sie sei ein „Treffpunkt der Generationen“ betont Rummel. Das spiegele sich auch im Verein wider, dessen derzeit rund 100 Mitglieder drei Generationen angehörten.

Förderung aus der Dorfentwicklung

Glücklicher Umstand für die Gemeinde: Das Land hatte Diemelsee mit allen 13 Ortsteilen in die Dorfentwicklung aufgenommen, die Sanierung der Halle wurde ein frühes Projekt: Bei Kosten von 99 500 Euro blieb Dank des Zuschusses für die Gemeinde nur noch ein Eigenbetrag von 29 850 Euro.

Der Vereinsraum der ottlarer Dommelhalle.
Der Vereinsraum der Dommelhalle erhielt einen neuen Bodenbelag, auch die neue Bestuhlung ist bereits aufgestellt. © Karl Schiling

Und so machte sich die Dorfgemeinschaft an die Arbeit. In Eigenleistung holten die Ottlarer marode Eternitplatten vom Dach – allein auf die Dachsanierung entfielen etwa 750 Arbeitsstunden.

Im Inneren wurde die Elektrik erneuert, der Saal bekam neue Gardinen, eine Behinderten-Toilette wurde eingebaut, das Foyer und der Vereinsraum erhielten einen neuen Bodenbelag.

Gelder aus „Leader“ und „Starkes Dorf“

Der Verein zapfte weitere Förderquellen an. So wurde mit Geldern aus dem europäischen „Leader“-Programm eine neue Küche eingebaut. 9300 Euro flossen in ein „flexibles Raumgestaltungs- und Medienkonzept“ – Gesamtkosten: rund 11 200 Euro.

Für die erneuerte Beleuchtung und Beschallung sowie fürs kostenfreie W-LAN in und um die Halle gab es eine Förderung aus dem „Regionalbudget“, das über „Leader“ abgerechnet wird – die neuen Glasscheiben über der Theke sind mit LED-Licht bunt beleuchtbar.

Blick in die neue Küche der Ottlarer Dommelhalle.
Modern ausgestattet: Blick in die neue Küche der Halle. © Karl Schiling

Eine neue Industriespülmasche finanzierte der Verein über das Förderprogramm „Starkes Dorf – Wir machen mit“ des Landes. Auch ein Teil der Bestuhlung ist mittlerweile erneuert.

Halle vermarkten

Auch nach der Renovierung bleibt für den Fördervereins einiges zu tun. „Unser Ziel ist, die Halle zu vermarkten“, sagt Christian Rummel. „Wir hoffen auf viele Familienfeiern“ – schließlich soll der Verein die Betriebskosten und kleinere Reparaturen allein tragen, um die Gemeindekasse zu entlasten. Die Mietpreise sind bei Rummel oder bei Jonas Preising zu erfragen. 

Die 2018 versprochenen 1000 Arbeitsstunden haben die Ottlarer inzwischen bei weitem übertroffen. „Wir halten zusammen“, betont Rummel. Aber er ist froh, das meiste geschafft zu haben. „Es blieb einiges an wenigen Schultern hängen.“

Das Ergebnis der Arbeiten können sich Gäste beim Frühlingsfest am nächsten Samstag, 26. März, ansehen.

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