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Diskussion über Demokratie auf Litfaßsäule am Ederauen-Radweg

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Ermuntert zum positiven Umgang mit Herausforderungen und freut sich über die große Resonanz auf seine Litfaßsäule „Ist Demokratie Arbeit?“: der Wellener Künstler Gerhard Hesse.
Ermuntert zum positiven Umgang mit Herausforderungen und freut sich über die große Resonanz auf seine Litfaßsäule „Ist Demokratie Arbeit?“: der Wellener Künstler Gerhard Hesse. © Matthias Schuldt

Ist Demokratie Arbeit? Seit rund zwei Monaten stellt der Wellener Künstler Gerhard Hesse diese und weitere Fragen rund ums Thema Demokratie.

Wellen – Er hat sie auf eine selbst errichtete Litfaßsäule geschrieben, die am Ederauen-Radweg bei Wellen steht, und er lädt alle ein, Antworten zu geben und diese mit bereit hängenden Stiften auf der Säule schriftlich festzuhalten. Mit dem Projekt möchte er Passanten anregen, sich aktiv an der Politik zu beteiligen, sich Gedanken zu machen, vielleicht etwas zu verändern, anstatt sich nur zu beschweren. „Mir liegt daran, dass die Leute Herausforderungen positiv begegnen und nicht einfach den Kopf hängen lassen“, sagt Hesse.

Der Künstler freut sich darüber, dass sein Projekt so gut angenommen wird. Auf der Litfaßsäule sind im Augenblick nur noch wenige Freiräume für weitere Botschaften zu finden.

Fragen und Antworten werden auch im Netz dokumentiert

„Sobald es das Wetter zulässt, will ich die Fläche weiß überstreichen und neue Fragen stellen, die wieder beantwortet werden können“, erklärt der Wellener. Die bisherigen Fragen und Antworten bleiben im Internet unter www.kunstamedersee.de dokumentiert. Hesse aktualisiert die Einträge von Beginn an regelmäßig durch das Fotografieren seiner Litfaßsäule.

Die gesamte Aktion soll ein gutes Jahr laufen, ist bisher vorgesehen. „Ich hoffe, dass der Zuspruch im Sommer weiter wächst, wenn auf dem Ederauen-Radweg noch mehr Betrieb herrscht“, fügt der Künstler hinzu. Gespannt ist er auch darauf, wie Urlauber und andere Besucher von weiter her auf sein Projekt reagieren.

Austausch auf zivilisierte Art und Weise

Gerhard Hesse ist von einer Tatsache positiv überrascht: die Botschaften an der Litfaßsäule wahren einen sachlichen Umgangston. Daran ändern manche Spitze und vereinzelte Kraftausdrücke nichts, denn persönliche Beleidigungen oder Hass-Botschaften wie im Netz tauchten bislang nicht auf.

Obwohl es zu richtigen, kleinen Diskussionen in Bezug auf Themen kommt, die im Internet spalten und zu denen sich die Leute im Netz gewöhnlich hochschaukeln – üble Beschimpfungen eingeschlossen. „Offenbar passiert es, dass jemand vorbeikommt, eine Aussage aufschreibt und beim nächsten Spaziergang schaut, ob jemand Anderes darauf reagiert hat“, hat der Künstler beobachtet: „Ich finde es toll, wenn auf diese Weise ein Austausch stattfindet.“ (Nelly Böhling)

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