Twistetaler Gemeindeparlament entscheidet am 2. März

Diskussion um Wilke-Areal: Ausschuss empfiehlt den Grundstücksverkauf

Blick durch einen Zaun auf das Fabrikgelände mit einer massiven Betonfassade.
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Kunststoffproduktion statt Wurstfabrik? In den Gemeindegremien wird darüber gerungen, ob das ehemalige Wilke-Gelände von der Gemeinde weiterverkauft oder abgerissen und komplett neu beplant werden soll.

Mit drei zu zwei Stimmen hat der Ausschuss für Wirtschaft, Handel und Gewerbe dem am 2. März tagenden Twistetaler Gemeindeparlament empfohlen, das ehemalige Wilke-Gelände in Berndorf an die Twister Firma „Ab in die Box“ zu verkaufen.

Twistetal - Das Familienunternehmen, das Ablagesysteme aus Kunststoff produziert und direkt vertreibt, sucht dringend Erweiterungsflächen und hat deswegen auch schon in den Nachbargemeinden nachgefragt, wie Bürgermeister Stefan Dittmann im Ausschuss berichtete. Deshalb sei es aus Sicht des Gemeindevorstands wichtig, den Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber in Twistetal zu halten.

Aus Sicht des Investors seien die Voraussetzungen für den Bau eines zweiten Standorts optimal. Das Gelände sei voll erschlossen. Es gebe genügend Platz für künftige Erweiterungen. Dittmann: „Der Bebauungsplan würde das hergeben. Zuschüsse der WI-Bank kann man einbinden. Es gibt Förderprogramme, die dabei helfen, das alles gut verträglich in den Ortskern einzupassen.“

Positives Signal für den Investor

Mit Rücksicht auf die aus dem Kreishaus geäußerten Bedenken zum Weiterkauf des gerade erst mit Zuschussmitteln des Landkreises erworbenen Geländes wurde in die Beschlussempfehlung des Ausschusses der Satz eingefügt, dass bei dem Grundstücksgeschäft auf ein ausgewogenes Verhältnis der wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens und der städtebaulichen Entwicklung in Berndorf geachtet werden solle.

Für den Antrag stimmten der CDU-Gemeindevertreter Christoph Tepel, die FDP-Gemeindevertreterin Julia Büchsenschütz-Göbeler und der WGT-Gemeindeverteter Marcel Fingerhut mit dem Hinweis, man müsse dem Investor ein positives Signal senden. Dagegen stimmten Ilka Deutschendorf (Grüne) und Willi Schwerin (SPD).

„Berndorfer wollen den Abriss“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Dietzel gab zu bedenken: „In Berndorf schlagen die Wellen sehr hoch. Jeden Tag kommen neue Fakten auf den Tisch und jetzt kriegen wir die Pistole auf die Brust gesetzt, möglichst schnell zu entscheiden. - Die Berndorfer wollen den Abriss immer noch. Das wäre eine Jahrhundertchance für die Dorfgestaltung.“

Dabei sei noch kein Wort darüber verloren worden, dass bei der Kunststoffbearbeitung auch Emissionen entstehen könnten, die man vielleicht nicht in unmittelbarer Nähe einer Grundschule und eines Sportplatzes haben wolle. Dietzel: so eine Fabrik gehört eigentlich in ein Gewerbegebiet an der Peripherie.

Muss erst noch der Ortsbeirat angehört werden?

Ähnlich äußerte sich die Grünen-Gemeindevertreterin Ilka Deutschendorf: „Wir können den Verkauf nicht befürworten, so lange die Bedingungen für das Grundstücksgeschäft nicht klar sind.“ Außerdem müsse der Ortsbeirat angehört werden.

Dagegen hielt der WGT-Gemeindevertreter Marcel Fingerhut. Er sei bereit, der Twister Firma das Signal zu geben, dass die Gemeinde grundsätzlich zum Verkauf bereit sei. Von Bedingungen für den Weiterverkauf sei vorher nie die Rede gewesen..

Die Position der SPD

Der bei der Sitzung nicht anwesende SPD-Fraktionsvorsitzende Ralph Backhaus skizzierte die Haltung seiner Fraktion schriftlich so: „Ziel muss sein, das Geld vom Landkreis zu bekommen, die Firma Müller in Twistetal zu halten, die Fläche zu entwickeln und die Auslastung der Kläranlage durch die Flächenentwicklung zu optimieren. (Elmar Schulten)

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