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Dr. med. Ellen Steffens ist neue Chefärztin an der Sonnenberg-Klinik der Wicker-Gruppe

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Von: Jonas Bremmer

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Dr. med. Ellen Steffens ist neue Chefärztin der Abteilung für Onkologie und Hämatologie an der Sonnenberg-Klinik. Ihr Vorgänger Dr. med. Johannes Zahner (rechts) sowie Standortleiter Andree Vennen gratulierten zum neuen Posten.
Dr. med. Ellen Steffens ist neue Chefärztin der Abteilung für Onkologie und Hämatologie an der Sonnenberg-Klinik. Ihr Vorgänger Dr. med. Johannes Zahner (rechts) sowie Standortleiter Andree Vennen gratulierten zum neuen Posten. © Wicker-Gruppe

Ärzte-Interview mit D. med. Ellen Steffens. Sie ist neue Chefärztin der Abteilung für Onkologie und Hämatologie an der Sonnenberg-Klinik der Wicker-Gruppe.

Knapp zehn Jahre war Dr. med. Johannes Zahner Chefarzt der Abteilung für Onkologie und Hämatologie an der Sonnenberg-Klinik der Wicker-Gruppe in Bad Sooden-Allendorf. Zum 1. Juli 2022 hat er seine Aufgaben in die Hände von Dr. med. Ellen Steffens übergeben. Der scheidende Chefarzt sowie der neue Standortleiter für Bad Sooden-Allendorf, Andree Vennen, sind stolz, mit Dr. Steffens eine ideale Nachfolgerin gefunden zu haben. Im Interview stellt die neue Chefärztin sich und ihre Abteilung vor.

Frau Dr. med. Ellen Steffens, Sie sind die neue Chefärztin der Abteilung für Onkologie und Hämatologie. Welche Stationen in Ihrem Lebenslauf sind hierfür entscheidend?

Meine Ausbildung habe ich in der Klinik Dr. Hancken in Stade begonnen, wo ich sowohl ambulant als auch stationär Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen behandelt habe. Anschließend war ich über mehrere Jahre in einem Berliner Krankenhaus der Maximalversorgung oberärztlich tätig. Ich bin auch Palliativmedizinerin, weswegen mir Patient*innen mit nicht heilbaren Krebserkrankungen ganz besonders am Herzen liegen.

Welche Patienten werden in Ihrer Abteilung versorgt und was sind typische Behandlungsmethoden?

Die Sonnenberg-Klinik ist eine Rehabilitationsklinik und führt Anschlussheilbehandlungen und sogenannte Heilverfahren nach oder bei Krebserkrankungen durch. Wir behandeln z. B. Patient*innen mit Brustkrebs nach Abschluss einer Operation, Strahlen- und Chemotherapie, damit sie sich von den Nebenwirkungen der Behandlung erholen. Dabei geht es oft um Beschwerden wie Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen, Verspannungen im Schulterbereich, Hautirritationen und seelische Probleme wie Ängste oder den Umgang mit Wechseljahresbeschwerden sowie Erschöpfung. Bevor wir einen Behandlungsplan erstellen, erfassen wir strukturiert, unter welchen Beschwerden die Patient*innen leiden und welche Ziele sie für die Reha haben. Anschließend wird ein individueller Behandlungsplan festgelegt. Dieses Prinzip gilt für jede Tumorart und auch bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems. Wir behandeln Patient*innen, die ein kuratives Konzept haben, aber auch solche, die nicht mehr geheilt werden können, sich aber in einer stabilen Erkrankungsphase befinden und die Arbeitsfähigkeit erhalten wollen bzw. ihre Autonomie. Im Unterschied zu den Akutkrankenhäusern oder niedergelassenen Ärzten treffen wir keine therapeutischen Entscheidungen zur Grunderkrankung. Allerdings führen wir notwendige tumorspezifische Therapien bei bestimmten Behandlungskonzepten hier fort.

Gibt es neue Ansätze bei der Behandlung? Wie und wann werden Sie diese in Ihrer Abteilung umsetzen?

In allen genannten Bereichen – Physiotherapie, Ernährungsberatung, Ergotherapie, Kunst- und Musiktherapie, Psychoonkologie als auch in der Sozialberatung – gibt es vielfältige Angebote, die sich ergänzen. Wir behandeln in erster Linie nicht tumorspezifisch, sondern Beschwerden, die durch die Erkrankung und durch die Therapie entstanden sind. Wenn jemand Schmerzen hat, sind zum Beispiel oft Muskelverspannungen beteiligt. Wärmeanwendungen, gezielte Bewegungsübungen, Entspannungstechniken können zum Beispiel helfen, nachhaltig und ohne gleich ein Schmerzmittel einzunehmen , diesen Schmerz zu lindern. Oft geht es auch darum, erst einmal zur Ruhe zu kommen und die vergangenen Monate mit intensiver Therapie, Arztkontakten und einer bedrohlichen Diagnose zu verarbeiten. Das braucht Zeit, Gespräche und für viele ist es ein Anstoß, das Leben zu ändern. Da Lebensstilfaktoren einen erwiesenen Einfluss auf bestimmte Krebserkrankungen haben, unterstützen wir die Patient*innen, sich auf eine andere Ernährung bspw. umzustellen oder mehr Bewegung in ihr Leben zu integrieren. Insofern gehören Sport und Trainingsprogramme mit Ausdauer- und Muskelaufbautraining an geeigneten Geräten angepasst an die jeweilige Leistungsfähigkeit auf jeden Fall dazu. Aber auch das Erlernen von Entspannungstechniken, Meditation, Yoga, Tai Chi. Ich würde sehr gerne die Nachhaltigkeit dessen, was wir vermitteln, erfassen und fördern. Drei Wochen Behandlungszeitraum sind viel, aber wir alle wissen, wie schwer es ist, Vorsätze im Alltag langfristig umzusetzen.

Die Abteilung für Onkologie und Hämatologie behandelt sehr sensible Bereiche des menschlichen Körpers. Ist hierfür besonders geschultes Personal nötig? Und wie stellt sich die Zusammenarbeit in Ihrem Team dar?

Wir haben eine Fachärztin für Gynäkologie und einen Urologen im Team. Denn es geht um sensible Bereiche oder Funktionen des Körpers. Aber selbstverständlich sind alle Mitarbeiter geschult und empathisch. Einige der Angebote sind auch freiwillig und gerade die Kunst- und Musiktherapie wird von vielen zunächst mit Abstand betrachtet. Es geht aber nicht um Kunstfertigkeit oder Musikalität, sondern um den Zugang zu den eigenen Emotionen und zum eigenen Körper über Farbe, Form und Klang. Es ist auch wertfrei. Das kann sehr entlastend wirken und den eigenen Zugang zu sensiblen Bereichen wieder öffnen.

Mit welchen Abteilungen arbeiten Sie besonders eng zusammen und welche Vorteile bieten sich dadurch für Ihre Patienten?

Wir arbeiten mit allen Abteilungen interdisziplinär und eng zusammen. Das ist der Historie des Hauses geschuldet. Das Besondere ist, dass wir auch eine neurologische Reha im Haus anbieten. Viele unserer Patienten haben neurologische Probleme. Da können wir auf kurzem Wege bei Unsicherheiten eine zusätzliche fachneurologische Diagnostik bekommen. Und Techniken der neurologischen Reha bei unseren Patienten anwenden. Das betrifft zum Beispiel Schluckstörungen, die durch unseren Logopäden behandelt werden.

Bietet die Sonnenberg-Klinik spezielle Anschlussheilbehandlungen oder Rehamaßnahmen an?

Ja auf jeden Fall. Ich habe das ja bereits erwähnt. Oft bestehen Probleme am Arbeitsplatz und finanzielle Sorgen. Die Klinik bietet einen Schutzraum für drei Wochen sowie Unterstützung und strukturierte Beratung auch durch den Sozialdienst. Mitunter bestanden schon vor der Krebserkrankung Probleme am Arbeitsplatz oder andere gesundheitliche Sorgen, Partnerschaftsprobleme oder familiäre Konflikte. Dann kam zusätzlich die Pandemie. In Einzelgesprächen mit Psycholog*innen kann man lernen, eine andere Haltung zu gewinnen um die Erkrankung anzunehmen oder Ressourcen wahrzunehmen, die man vorher nicht gesehen hat. Wir vermitteln anschließend auch an lokale Selbsthilfegruppen.

Als Patient wünsche ich mir die beste Versorgung. Wieso sollte die Sonnenberg- Klinik meine erste Wahl sein?

In der Sonnenberg-Klinik wird ein sehr wertschätzender und freundlicher Umgang gepflegt. Das überträgt sich auf die Patient*innen. Es gibt kurze Wege, eine strukturierte Mitarbeiterkommunikation und eine sehr gut funktionierende interne Qualitätssicherung. Die Klinik hat den Hotelcharakter mit familiärer Atmosphäre. Viele Therapeuten haben jahrzehntelange Erfahrung auf ihrem Gebiet und am Standort. Wir möchten uns natürlich weiterentwickeln und potenziellen neuen Mitarbeitern diese Erfahrungen mitgeben und gleichzeitig von ihnen lernen. Dazu gehört auch Offenheit und Interesse am Anderen – sei er nun Patient oder Mitarbeiter. Ich glaube das zeichnet diese Klinik aus.

Kontakt

Sonnenberg-Klinik Bad Sooden-Allendorf
Abteilung Onkologie und Hämatologie
Hardtstraße 13
37242 Bad Sooden-Allendorf  
Tel. 05652 54916
Mail: onkologie@sonnenberg-klinik.de
www.wicker.de/kliniken/sonnenberg-klinik

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