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Fünf Tote, 128 Verletzte: Deutliches Warnschild an Unfallstrecke in Diemelsee

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Von: Julia Janzen

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Ein Straßenschild, an dem Autos und Lkw vorbeifahren, im Hintergrund Wald und Wiese
Deutliche Warnung: Die Aartalstraße zwischen Adorf und Flechtdorf gilt als Unfallstrecke. Nun gilt Tempo 70 und es gibt Warnschilder. © Julia Janzen

82 Unfälle mit 128 Verletzten und fünf Toten: Mit deutlichen Worten warnen seit April Schilder an der unfallträchtigen Aartalstraße zwischen Flechtdorf und Adorf vor den Gefahren der kurvenreichen Strecke. Zugleich gilt auf dem vier Kilometer langen Teilstück seitdem Tempo 70. Und das, so zeigen erste Zahlen, offenbar erfolgreich.

Diemelsee - Immer wieder habe es in den vergangenen Jahren Beschwerden darüber gegeben, dass auf der Strecke riskant gefahren und überholt werde, sagt Arnfried Schlömer, stellvertretender Leiter des Regionalen Verkehrsdienstes bei der Polizei. Zudem waren die Unfallzahlen auf der Straße stets hoch, immer wieder kam es in den vergangenen Jahrzehnten zu Toten und Schwerverletzten.

Der Polizeihauptkommissar schaute sich deshalb die Unfallstatistik seit der Digitalisierung ab 2006 genauer an und wertete die Daten für den Abschnitt aus. Das Ergebnis ist auf den Schildern zu lesen, die in beide Fahrtrichtungen aufgestellt wurden. Wildunfälle, die ebenfalls häufig an der Strecke vorkommen, sind darin nicht enthalten,

Früher in der Spitze bis zu 150 km/h

Die Schilder sind bewusst drastisch formuliert, „es soll griffig sein“, sagt Schlömer. Man habe nicht allein die Schilder, dass auf dem Teilstück maximal noch 70 Stundenkilometer gefahren werden dürfe, aufstellen wollen. „Wir wollten auch erklären, warum.“ Die Idee zum Schild hatte Schlömer, der ein ähnliches mal während einer Motorradtour in einem anderen Bundesland gesehen hatte. Auf ihn hätte das damals auch eine Wirkung gehabt, sagt er.

Wie schnell zwischen den beiden Diemelseer Ortsteilen stets gefahren wurde, stellte die Polizei durch eine sogenannte verdeckte Verkehrszählung mit Geschwindigkeitsmessung fest. Drei Wochen lang registrierten kleine Geräte im Oktober und November 2020 die Geschwindigkeiten aller Vorbeifahrenden, egal ob mit zwei oder vier Rädern. Im Durchschnitt lag das Tempo bei 98 km/h, sagt Arnfried Schlömer. In der Spitze seien manche sogar 150 gefahren.

Derzeit findet wieder eine Messung statt, die erste, seit auf dem Abschnitt 70 gilt. Dabei lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 83 Stundenkilometern. Noch bis Anfang November wird weiter gemessen. Dass die Geschwindigkeiten so deutlich gesunken sind, überraschte Schlömer. Auch von den Bürgern aus Flechtdorf und Adorf seien Rückmeldungen gekommen, dass schon deutlich langsamer gefahren werde.

Seit Tempobeschränkung weniger Unfälle

Mit den geringeren Geschwindigkeiten sind auch die Unfallzahlen gesunken, wie ein Vergleich zeigt: Zwischen April und September 2021 gab es noch neun Unfälle auf der Strecke, darunter einen tödlichen. Hinzu kamen sieben Wildunfälle. Im selben Zeitraum diesen Jahres gab es lediglich zwei Wildunfälle.

Die offizielle Auswertung steht allerdings immer erst drei Jahre nach Aufstellen eines Schildes an, sagt der Polizist. Fest steht aber schon jetzt, dass das Schild, das im Landkreis einmalig ist, stehen bleiben soll. Wenn nötig, werden die Zahlen darauf im Drei-Jahres-Rhythmus angepasst. jj

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