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Dritter Hilfskonvoi aus Lichtenfels bringt Spenden in die Ukraine

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Von: Marianne Dämmer

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Erinnerungsfoto an der rumänisch-ukrainischen Grenze in Siret: die Fahrer aus Lichtenfels und die Menschen aus der Ukraine, die die Hilfsgüter in Empfang genommen haben und in das Krankenhaus in Herza bringen, von wo aus sie weitervermittelt werden.
Erinnerungsfoto an der rumänisch-ukrainischen Grenze in Siret: die Fahrer aus Lichtenfels und die Menschen aus der Ukraine, die die Hilfsgüter in Empfang genommen haben und in das Krankenhaus in Herza bringen, von wo aus sie weitervermittelt werden. © Helfer Lichtenfels/pr

Die humanitären Hilfstransporte aus Lichenfels in die Ukraine gehen unverändert weiter: Nun hat ein dritter Konvoi Hilfsgüter an die rumänisch-ukrainische Grenze gebracht, um die Ukrainer zu unterstützen: Umzugskartons voller haltbarer Lebensmittel, Verbandsmaterial, Medizintechnik sowie Baby- und Kindernahrung.

Lichtenfels – Am Freitag, 25. März, sind zehn Fahrer mit fünf Fahrzeugen gegen 11 Uhr vom Pflegezentrum in Rhadern losgefahren, wo freiwillige Helfer zuvor alles sorgsam verpackt hatten. Über Österreich und Ungarn nach Rumänien haben sie 2000 Kilometer hinter sich gebracht, sind am Samstag um 15 Uhr an der rumänisch-ukrainischen Grenze angekommen. „Wir haben die Hilfsgüter vor dem Schlagbaum auf einem großen Parkplatz in der nordrumänischen Stadt Siret rasch umgepackt und noch ein Gruppenfoto zur Erinnerung gemacht – ein kurzes in die Augen blicken und dann fuhr jeder wieder seines Weges“, erklärt Maik Valentin aus Sachsenberg. Er hat die Fahrt als freiwilliger Fahrer zum ersten Mal begleitet, um einen Beitrag zu leisten.

Der Weg der Ukrainer führte zurück nach Herza (Herta), von wo aus die Hilfsgüter dorthin verteilt werden, wo sie gebraucht werden. Der Weg der Lichtenfelser führte für die Nacht in ein Hotel in Suceava, in dem sie auf eigene Kosten übernachteten, ehe sie sich am Sonntag, 27. März, wieder auf die Heimfahrt machten – allerdings nicht, ohne noch Flüchtlinge mit in Sicherheit zu bringen. 16 Frauen und Kinder nahmen sie an verschiedenen Orten auf, um sie nach Deutschland zu fahren. Sechs brachten sie in München zu Gastfamilien, zehn nahmen sie mit ins Waldecker Land, von wo aus einige weiterfuhren. Vermittelt hat die Flüchtlinge der Ukrainer Igor Pompash aus Lichtenfels, der Kontakte zu Behörden vor Ort hat.

Dankbar, demütig und müde seien die Fahrerin und Fahrer in der Nacht zu Dienstag wieder in Lichenfels angekommen. „Die Fahrt ist körperlich und emotional eine Herausforderung, weil man viele Eindrücke in einer sehr kurzen Zeit verarbeiten muss und sehr mitfühlt mit den Ukrainern – es ist wie ein halbes Jahr auf vier Tage komprimiert“, beschreibt der Sachsenberger.

Die Hilfsgüter seien dankbar angenommen worden, aber auch die Geste der Unterstützung an sich. Es sei wichtig, die Ukrainern mit dringend benötigten Gütern beizustehen, ihnen durch die Hilfen in dieser für sie so schwierigen Zeit aber auch moralische Unterstützung zu geben. Für die Männer sei es zudem beruhigend zu wissen, dass ihre Frauen und Kinder in Deutschland eine sichere Bleibe hätten.

Nächster Konvoi startet Karfreitag

Der vierte Hilfskonvoi startet Karfreitag in Rhadern. Gebraucht werden haltbare Lebensmittel wie Tütensuppen und Konserven, Baby- und Kindernahrung, Medikamente, Verbandsmaterial, Schlafsäcke. Geld sei für die Finanzierung der Transporte nötig. Auch wer Transportfahrzeuge zur Verfügung stellen könne, kann sich gern melden. Ansprechpartner sind Manuel Gebhardt vom Pflegezentrum Lichtenfels sowie seine aus der Ukraine stammenden Mitarbeiter Igor und Vika Pompash. Für benötigte Hilfsgüter können Geldspenden auf das Spendenkonto der Stadt Lichtenfels eingezahlt werden. Die IBAN lautet: DE78 5236 0059 0002 5070 13. Als Verwendungszweck ist anzugeben: „106987 Spende Ukrainehilfe“. (md)

Ehrenamtliches Engagement in Krisen verdeutliche aber auch Kindern und Jugendlichen, „dass jeder etwas tun kann im Rahmen seiner Möglichkeiten. Jeder kann ein Zeichen setzen“, erklärt der vierfache Vater.

Die Transporter wurden gestellt von Manuel Gebhardt vom Pflegezentrum Lichtenfels, der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, dem Bad Wildunger Unternehmen BKW, das das Vereinsfahrzeug der Handballmannschaft auslieh, sowie Autohaus Witteler.

Den Fahrern sei es ein Anliegen, „allen Unterstützern zu danken, die durch Spenden von Medizintechnik, Fahrzeugen, Lebensmitteln, Spritgeld, Sachspenden und durch tatkräftige Unterstützung beim Packen der Hilfsgüter, der Fahrzeuge und der Lunchpakete für die Fahrer oder einfach nur durch die Vermittlung wertvoller Kontakte den Transport überhaupt erst möglich machten“. (Von Marianne Dämmer)

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