Kommissare kontrollieren und sorgen für Sicherheit

Auf Posten in Waldeck: Mit der Wasserschutzpolizei auf dem Edersee

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Hochsaison am Edersee: Gerd Paulus und Ralf Krause sind mit dem Motorboot „Hessen 11“ täglich auf Deutschlands drittgrößten Stausee unterwegs, sorgen für Sicherheit und Ordnung auf dem Wasser wie am Ufer.

Waldeck-West. Hochsaison am Edersee: Gerd Paulus und Ralf Krause sind täglich auf Deutschlands drittgrößtem Stausee unterwegs, sorgen für Sicherheit und Ordnung auf und am Wasser.

Seit Wochen strahlt die Sonne auf Deutschlands drittgrößten Stausee. In und auf dem Wasser ist viel los und der Mann am Steuer der „Hessen 11“ lenkt sein Motorboot ruhig und gelassen über den See. Das nordhessische Urlaubsparadies ist sein Arbeitsplatz.

Der Polizeihauptkommissar Gerd Paulus ist mit dem Motorboot auf Streife unterwegs. Seit mehr als 20 Jahren ist der Edersee sein Revier. Er ist einer von zwei hauptamtlichen Polizisten des Wasserschutzpolizeipostens Waldeck/Edersee, der für den Edersee, Diemelsee und Affolderner See zuständig ist.

2500 Segelboote an den Stegen

Gemeinsam mit seinem Kollegen Polizeioberkommissar Ralf Krause, der seit acht Jahren dabei ist, garantiert Paulus, dass von Mai bis September an sieben Tagen in der Woche die Polizei am Edersee ein Ansprechpartner ist und immer „ihren“ See im Blick hat. Im Augenblick liegen an den Steganlagen rund 2500 Segelboote, dazu kommen Elektroboote, Mietbootfahrer sowie Schwimmer und Taucher.

„Wie an Land, müssen auch hier Unfälle und Diebstähle aufgenommen werden. Trotz Hinweisschildern und Warnbojen werden auch immer wieder die Verbote missachtet, Schutzzonen zu befahren. Auch Wassersportler kommen nicht von selbst auf die Idee, dass sie nicht betrunken am Ruder eines Bootes stehen sollten. Sie lesen auch nicht immer, wie sie sich in Notfällen verhalten müssen. Jugendliche nutzen hin und wieder die Staumauer als Sprungbrett, was lebensgefährlich ist. Und oft genug müssen wir zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln“, erklärt Gerd Paulus.

Am Waldecker Ufer: der Posten der Wasserschutzpolizei.

„Bei Veranstaltungen, Regatten und Seefesten sind wir genauso im Einsatz wie bei tödlichen Unfällen oder, wie gerade erst im Mai, bei der Suche nach einer Leiche am Fuße der Edersee-Sperrmauer. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Dienststellen arbeiten und leben wir in einer sicheren Region.“

Die Wasserschutzpolizei gehört organisatorisch zum hessischen Bereitschaftspolizeipräsidium in Wiesbaden, aber gerade die Dienststelle am Edersee arbeitet sehr unabhängig. Die Arbeit am und auf dem Wasser ist abwechslungsreich und von jedem Wasserschutzpolizisten wird Vielseitigkeit gefordert.

Die beiden Polizisten am Edersee sind zuständig für die Organisation ihrer Dienstelle, sie pflegen die beiden Boote sowie den Streifenwagen und – wenn Not am Mann ist – wird auch mal das Tor zum Landesteg selbst repariert.

Eingespieltes Team

„Wir sind auf unsere eigene Manpower angewiesen und machen vieles alleine. Unsere Flexibilität ist jeden Tag gefragt“, sagt Paulus. „Aber es ist auch ein gutes Gefühl zu wissen, dass unser Dienstherr uns soviel Vertrauen entgegenbringt. Wenn man nur zu zweit ist, muss man aber auch dem Kollegen immer vertrauen können. Wir sind längst ein eingespieltes Team.“ Mit den Polizeidienststellen der Region, dem DLRG, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten arbeiten Gerd Paulus und Ralf Krause eng zusammen und man hilft sich gegenseitig.

Nach so vielen Jahren auf dem Edersee kennen die beiden natürlich jeden – und jeder kennt sie. Vor allem aber kennen sie den See, die Staumauer und die angrenzenden Ufergebiete wie wohl kaum ein anderer.

Immer wieder nehmen auch Touristen dieses Wissen in Anspruch und erfahren wie man zu einer Angelerlaubnis kommt, wo vielleicht noch ein Hotelzimmer frei ist, wo das Essen besonders gut schmeckt oder wer die großen Boote vermietet. Die Polizei am Edersee ist in vielen Situationen Freund und Helfer.

Jetzt in der Saison haben Gerd Paulus und Ralf Krause keine festen Dienstzeiten und auch keine Wochenenden. Sie sind, selbst zuhause, immer einsatzbereit. „Aber was machen die im Winter?“ – Gerd Paulus hört diese Frage immer wieder und hat sie schon mehrere hundert Mal beantwortet und bleibt dennoch geduldig.

„Wir können im Sommer, wenn überhaupt, höchstens 14 Tage Urlaub machen. Und durch unseren Dauerdienst kommen viele Überstunden zusammen. Und selbstverständlich sind wir das ganze Jahr über einsatzbereit, denn Diebe haben keine Angst vor kalten Temperauren.“

Aber noch ist Sommer, die Sonne strahlt auf Deutschlands drittgrößten Stausee und das Polizeiboot gleitet ruhig über das Wasser. Die Beamten der Wasserschutzpolizei lieben ihren Job und vor allem ihren Arbeitsplatz. Tauschen möchten sie nicht.

Von Barbara Liese

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